Arbeitswelt 2026: Quartals-Abrechnung löst Jahreskonto ab
31.12.2025 - 14:42:13Ab 1. Januar 2026 steuern erste Großbranchen die Arbeitszeit quartalsweise. Das neue Modell verspricht schnellere Überstunden-Auszahlung und mehr Kontrolle über die eigene Freizeit. Vorreiter ist der Verkehrssektor.
Während die Silvesterkorken knallen, bereiten sich Personalabteilungen auf eine der tiefgreifendsten administrativen Änderungen der letzten Jahre vor. Die jährliche Arbeitszeitrechnung wird für Hunderttausende Beschäftigte durch eine dynamische, dreimonatige Taktung ersetzt. Grundlage sind aktuelle Tarifvereinbarungen, etwa der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).
Jahrzehntelang sammelten Beschäftigte Überstunden auf ihrem Jahreskonto, die oft erst Monate später ausgeglichen wurden. Ab sofort gilt: Alle drei Monate ist Kassensturz. Die sogenannte “Quartalsüberzeit” wird direkt nach Ablauf des Dreimonatszeitraums abgerechnet und ausbezahlt.
Passend zum Thema: Die Pflicht zur lückenlosen Arbeitszeiterfassung trifft viele Unternehmen unvermittelt – und falsch umgesetzte Systeme können Rechtssicherheit und Mitarbeitervertrauen gefährden. Ein kostenloses E‑Book liefert praxisnahe Mustervorlagen, Checklisten und eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung, mit der Personalverantwortliche die elektronische Zeiterfassung 2026 rechtssicher einführen und typische Fallen vermeiden. Ideal für HR, Betriebsräte und Führungskräfte. Arbeitszeiterfassung in 10 Minuten rechtssicher umsetzen
Arbeitsmarktanalysten sehen darin einen massiven Transparenzgewinn. Die direkte Verbindung zwischen Mehrleistung und zeitnaher Entlohnung wird wiederhergestellt. Für Arbeitnehmer bedeutet das mehr Liquidität – ein relevanter Faktor in Zeiten volatiler Inflation.
Das neue “Verfügungskonto”: 40 Stunden Freizeit garantiert
Technisches Herzstück der Reform ist die Einführung von Verfügungskonten. Der Saldo aus Mehrarbeit fließt am Jahresende auf dieses Konto, das auf maximal 120 Stunden gedeckelt ist.
Der attraktivste Aspekt für Beschäftigte ist ein neu geschaffener Rechtsanspruch: Arbeitnehmer können garantiert bis zu 40 Stunden pro Jahr aus dem Guthaben in reine Freizeit umwandeln. Das ist kein Antrag mehr beim Vorgesetzten, sondern ein verbrieftes Recht. Für Altguthaben vom 31. Dezember 2025 gelten Übergangsregelungen.
Österreich zieht mit Transparenzoffensive nach
Auch in der Alpenrepublik treten zum Jahreswechsel 2026 weitreichende Änderungen in Kraft. Eine verschärfte Meldepflicht verlangt von Arbeitgebern die Angabe der vereinbarten wöchentlichen Normalarbeitszeit bei der Sozialversicherungs-Anmeldung. Das soll verschleierte Teilzeitmodelle und Lohndumping verhindern.
Flankiert wird das durch steuerliche Anreize: Der Steuerfreibetrag für Überstundenzuschläge steigt deutlich. Zudem löst das Modell der “Weiterbildungszeit” die alte Bildungskarenz ab und ermöglicht Auszeiten für Fortbildungen mit stärkerem Fokus auf arbeitsmarktverwertbare Qualifikationen.
Digitaler Zwang: Lückenlose Zeiterfassung wird Standard
Die quartalsweise Steuerung wäre ohne die technologische Basis kaum umsetzbar. 2026 wird die elektronische Arbeitszeiterfassung in Deutschland flächendeckender Standard.
Nach den Urteilen von EuGH und Bundesarbeitsgericht sind die Übergangsfristen für viele Unternehmen abgelaufen. Manuelle “Zettelwirtschaft” ist nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Die Nachfrage nach digitalen HR-Tools, die Zeiten in Echtzeit erfassen, boomt. Branchenbeobachter verzeichneten im letzten Quartal 2025 einen Nachfrageanstieg von über 40 Prozent.
Ein Kulturwandel mit offenem Ausgang
Die Reform ist mehr als eine buchhalterische Anpassung. Sie spiegelt die Beschleunigung der Arbeitswelt wider. Unternehmen müssen Personalengpässe nun zeitnaher managen, da sie Überstunden nicht mehr bis zum Jahresende “parken” können.
Kritiker aus Arbeitgeberverbänden warnen vor höherem bürokratischem Aufwand und sinkender Flexibilität bei saisonalen Schwankungen. Tarifexperten erwarten, dass große Gewerkschaften wie die IG Metall das Quartals-Modell genau beobachten. Bewährt es sich im Verkehrssektor, könnte es Blaupause für kommende Tarifrunden in der Industrie werden.
PS: Wenn Ihr Unternehmen jetzt Systeme zur Arbeitszeiterfassung einführt, können fertige Vorlagen viel Zeit sparen. Das Gratis‑E‑Book bietet erprobte Stundenzettel‑ und Betriebsvereinbarungs‑Muster, Praxisbeispiele zu Pausen‑ und Ruhezeiten sowie Hinweise zur Abstimmung mit Betriebsrat und Datenschutz. Schnell herunterladen und rechtssicher umsetzen. Jetzt gratis Arbeitszeiterfassungs-Guide herunterladen


