Arafura: 2. Juli entscheidet über 595 Millionen Aktien
20.06.2026 - 09:50:02 | boerse-global.de
Gina Rineharts Hancock Prospecting hat 85 Millionen australische Dollar in Arafura Rare Earths investiert. Die Eigenkapitalfinanzierung für das Nolans-Projekt ist damit abgeschlossen. Trotzdem verlor die Aktie in den vergangenen fünf Handelstagen knapp fünf Prozent — und notiert nun 47 Prozent unter ihrem Oktober-Hoch von 0,30 Euro.
Der Markt schaut nach vorn. Am 2. Juli entscheiden die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Finanzierungsstruktur des 1,23 Milliarden australische Dollar schweren Projekts.
Was auf dem Spiel steht
Das Paket umfasst die Ausgabe von rund 595 Millionen neuer Aktien an Export Finance Australia zu je 0,2447 australischen Dollar. Hinzu kommt eine Beteiligung der deutschen KfW, die im Auftrag des deutschen Rohstofffonds 50 Millionen Euro beisteuert.
Nach australischem Recht muss jede Teilresolution einzeln angenommen werden. Ein einziges Nein reicht, um das gesamte 350-Millionen-Dollar-Finanzierungspaket zu kippen. Hancock hält nun 17,5 Prozent der Aktien — und damit erheblichen Einfluss auf das Ergebnis.
Institutionelle Umschichtung
Parallel zum Kursrückgang hat sich die Aktionärsstruktur verändert. State Street schied Ende Mai als wesentlicher Aktionär aus, Citigroup folgte Anfang Juni. Beide Abgänge gehen auf Wertpapierleihe-Arrangements und normalen Markthandel zurück.
An ihre Stelle tritt strategisches Kapital. Nach der Kapitalerhöhung verfügt Arafura über rund 911 Millionen australische Dollar in der Kasse.
Projektfortschritt und Risiken
Kommerziell läuft das Projekt. Arafura hat Abnahmeverträge für 93 Prozent seiner geplanten Neodym-Praseodym-Oxid-Produktion abgeschlossen — ein Material, das für Elektromotoren und Verteidigungssysteme unverzichtbar ist. Abnehmer sind Hyundai, Kia, Siemens Gamesa und der Rohstoffhändler Traxys North America. Weitere 500 Tonnen NdPr-Oxid fließen in Australiens neuen strategischen Rohstoffreservefonds, der Ende 2026 starten soll. Der Bau in Australiens Northern Territory beginnt planmäßig im September.
Eine Umweltorganisation hat im Juni eine formale Eingabe eingereicht. Das Arid Lands Environment Centre zweifelt am regulatorischen Genehmigungsweg, fordert aber kein Projektverbot — sondern strenge Auflagen für Grundwasser- und Biodiversitätsmonitoring.
Der geopolitische Druck bleibt hoch. China kontrolliert rund 60 Prozent der globalen Seltenen-Erden-Förderung und über 90 Prozent der Raffineriekapazität. Ein inoffizielles Moratorium auf Exportbeschränkungen läuft am 10. November 2026 aus. Alle Finanzierungsbedingungen müssen bis zum 1. Dezember 2026 erfüllt sein — sonst verfallen die Zusagen.
Die Aktie handelt bei 0,16 Euro, rund 16 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,19 Euro. Der RSI liegt bei 39,2. Die Abstimmung am 2. Juli wird zeigen, ob das Kapital für den Projektstart tatsächlich steht.
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