Aprilia RS 660 von Piaggio - Mittelklasse-Sportler mit Euro-5-Zweizylinder
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 19:34 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSAprilia RS 660 steht vor dir in der Garage, die schmalen LED-Scheinwerfer werfen ein kühles weißes Licht auf den Betonboden, während deine Finger über die scharf gezeichnete Tankkante gleiten und die leicht angeraute Sitzbank spürbar ist. Die Maschine wirkt kompakt, du sitzt etwas höher, die Knie schmiegen sich eng an den Tank und schon im Stand merkst du, dass Aprilia hier bewusst eine sportliche, aber alltagstaugliche Ergonomie gewählt hat.
Motor und Fahrwerk im Fokus
Unter der Verkleidung der Aprilia RS 660 arbeitet ein flüssigkeitsgekühlter Parallel-Twin mit 659 ccm Hubraum, der im Serienzustand etwa 100 PS bei rund 10.500 Umdrehungen pro Minute liefert und damit klar in der Mittelklasse-Sportliga spielt. Die Abstimmung zielt auf eine breite nutzbare Drehzahlspanne, der Motor basiert konstruktiv auf dem V4 aus den großen RSV4-Modellen, wurde aber auf zwei Zylinder reduziert und für Euro-5-Regeln angepasst, wie Piaggio in den technischen Daten erläutert.
Beim Fahrwerk setzt Aprilia auf einen Aluminium-Brückenrahmen mit direkt angelenktem Monofederbein hinten und einer voll einstellbaren Upside-Down-Gabel von Kayaba vorne, was für diese Hubraumklasse eine recht ambitionierte Ausstattung ist. Ein Tester von Motorradonline beschreibt, wie die RS 660 beim Einlenken leichtfüßig wirkt, aber in schneller Fahrt stabil bleibt, und hebt den Kompromiss aus handlicher Geometrie und ausreichender Stabilität hervor, der sie auch für Landstraße und gelegentliche Rennstreckenbesuche interessant macht.
Piaggio & C. SpA im Anlegerblick
Mehr Hintergründe zur Rolle der Aprilia-Motorräder im Konzernverbund von Piaggio & C. SpA finden Sie in unseren weiteren Meldungen sowie im Investor-Relations-Bereich der Gruppe.
Elektronikpaket und Assistenzsysteme
Typisch für die sportliche Linie der Marke stattet Aprilia die RS 660 mit einem umfassenden Elektronikpaket aus, das über ein 6-Achsen-IMU (Inertial Measurement Unit) verschiedene Assistenzsysteme steuert. Dazu gehören eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle, Kurven-ABS, Wheelie-Control, ein Tempomat sowie mehrere Fahrmodi, die je nach Einsatzzweck die Motorcharakteristik und die Eingriffsintensität der Regelsysteme verändern, wie in den offiziellen Pressematerialien und dem Handbuch dargestellt wird.
Das Quickshifter-System der RS 660 ermöglicht kupplungsloses Hochschalten, und in bestimmten Fahrmodi auch Runterschalten mit automatischer Zwischengasfunktion, was im sportlichen Einsatz für flüssigere Gangwechsel sorgt. Eine Redakteurin des britischen Magazins MCN beschreibt in ihrem Fahrbericht, wie die Kombination aus Quickshifter und Ride-by-Wire-Gasannahme besonders beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven auffällt und die Maschine trotz ihrer Leistung kontrollierbar und nicht nervös wirken lässt, solange der Fahrer die Elektronik nicht bewusst reduziert.
Ergonomie und Alltagstauglichkeit
Beim Aufsitzen auf die Aprilia RS 660 fällt die vergleichsweise moderate Sitzhöhe um 820 Millimeter auf, die vielen Fahrerinnen und Fahrern mit durchschnittlicher Körpergröße ein sicheres Abstützen mit mindestens einem Fuß ermöglicht. Die Lenkerstummel sind zwar sportlich montiert, aber nicht so extrem tief wie bei reinen Rennstreckenmaschinen, was im Stadtverkehr und auf längeren Touren die Belastung für Handgelenke und Nacken begrenzt, wie mehrere Praxistests betonen und auch Piaggio im Marketingmaterial hervorhebt, ohne das Motorrad zur Tourenmaschine zu erklären.
Ein deutscher Tester schildert auf einer herbstlichen Ausfahrt, wie die schmale Verkleidung trotzdem spürbaren Windschutz bietet, insbesondere im Bereich von Brust und Helmunterkante, während Arme und Schultern mehr im Fahrtwind stehen. Dadurch bleibt das Fahrgefühl bewusst sportlich, aber die physische Belastung bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn ist geringer als auf einem völlig unverkleideten Naked Bike, was die RS 660 für Pendler mit sportlichem Anspruch interessant macht.
Design, Farben und Verarbeitung
Das Design der Aprilia RS 660 orientiert sich klar an den größeren RSV4-Rennmaschinen der Marke, übernimmt aber nicht einfach deren Proportionen, sondern passt die Linien an den kompakteren Zweizylinder an. Besonders auffällig sind die dreigeteilten LED-Frontleuchten mit integrierten Tagfahrlichtern und die aerodynamischen Winglets in der seitlichen Verkleidung, die laut Hersteller bei höheren Geschwindigkeiten für zusätzliche Stabilität sorgen sollen und optisch den Rennsporttransfer betonen, wie Piaggio auf der offiziellen Produktseite erklärt und auch in Videos demonstriert.
Die Lackierungen reichen je nach Modelljahr von klassischem Schwarz und Rot bis hin zu auffälligen Kombinationen mit Blau und Neonakzenten, die an die Racing-Historie der Marke erinnern. Beim Rundgang um die Maschine fallen sauber verlegte Kabel, gleichmäßige Spaltmaße an der Verkleidung und ordentlich verarbeitete Schweißnähte am Rahmen auf, was angesichts des Preissegments von Mittelklasse-Sportmotorrädern eine solide Fertigungsqualität signalisiert. In Forenberichten wird vereinzelt über Kleinigkeiten wie schnell alternde Aufkleber diskutiert, aber gravierende Qualitätsprobleme sind nicht dominant Thema.
Preis, Märkte und Verfügbarkeit
In Deutschland liegt der Listenpreis der Aprilia RS 660 je nach Ausstattung und Farbvariante im Bereich von rund 11.000 bis 12.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer, wobei Aktionen der Händler und regionale Unterschiede zu leicht abweichenden Preisen führen können, wie Händlerangebote und Preislisten nahelegen. In Italien, dem Heimatmarkt von Piaggio, werden ähnliche Preisregionen in Euro aufgerufen, während in Großbritannien die Maschine in Pfund sterling und in den USA in US-Dollar angeboten wird, jeweils mit marktüblichen Anpassungen für Steuern und Gebühren, wie Branchendienste berichten, ohne dass es sich um Discount-Segmente handelt.
Die Verfügbarkeit hängt stark von Modelljahr und Farbversion ab, da Aprilia teilweise limitierte Editionen und Sonderlackierungen auflegt, die in manchen Märkten schnell ausverkauft sind. Aktuelle Händlernetze in Europa, Nordamerika und ausgewählten asiatischen Märkten führen die RS 660 weiterhin als Bestandteil des Sportmotorrad-Portfolios der Marke, auch wenn das Modell inzwischen von Varianten wie der RS 660 Extrema flankiert wird, die zusätzliche Gewichtsreduktion und optische Anpassungen bieten. Für Deutschland ist die Maschine in der Regel über autorisierte Aprilia-Händler bestellbar, vorbehaltlich der jeweiligen Lager- und Lieferlage.
Zielgruppe und Einsatzprofil
Die Aprilia RS 660 richtet sich klar an Motorradfahrerinnen und -fahrer, die sportliche Optik und Fahrdynamik suchen, aber kein 200-PS-Superbike bewegen möchten oder sich noch auf dem Weg dorthin sehen. Sie eignet sich für Aufsteiger aus der 48-PS-Klasse, die nach einem dynamischeren Motorrad mit moderatem Gewicht und dennoch ernstzunehmender Leistung suchen, vorausgesetzt, die entsprechende Fahrerfahrung und Gesetzeslage lässt das Fahrzeug zu. Auch erfahrene Biker, die von literstarken Superbikes auf etwas handlichere, alltagstauglichere Maschinen wechseln wollen, finden in der RS 660 eine Option mit bewusst reduziertem Leistungsniveau, ohne sich in Richtung klassischer Naked Bikes oder Touring-Maschinen bewegen zu müssen.
In Testberichten wird die Maschine häufig für kurvige Landstraßen und gelegentliche Trackdays empfohlen, während für lange Urlaubsreisen eher zusätzliche Maßnahmen wie Gepäcklösungen und Komfortmodifikationen sinnvoll erscheinen. Die Sitzposition und das relativ straffe Fahrwerk tragen zur präzisen Rückmeldung bei sportlicher Gangart bei, können aber bei sehr langen Etappen ermüden, was dem klaren Sportfokus entspricht. Ein Produktmanager von Aprilia, etwa in Präsentationsvideos, betont, dass die RS 660 als Mittelweg zwischen täglichen Fahrten und ambitioniertem Sporteinsatz gedacht ist, nicht als kompromisslose Rennmaschine.
Konzernkontext und Bedeutung für Piaggio
Piaggio & C. SpA ist vor allem durch Vespa-Roller und Nutzfahrzeuge bekannt, aber die Konzernstruktur umfasst mit Aprilia und Moto Guzzi auch eigenständige Motorradmarken mit sportlicher und klassischer Ausrichtung. Innerhalb dieses Verbunds übernimmt die Aprilia RS 660 die Rolle eines modernen Sportmotorrads in der mittleren Hubraumklasse, das Technik und Design in Teilen aus den größeren Superbike-Modellen des Hauses ableitet und gleichzeitig neue Kundenschichten ansprechen soll, die bisher vielleicht bei japanischen oder europäischen Wettbewerbern fündig wurden. Damit ist das Modell ein Baustein in der Strategie, das Motorradsegment des Konzerns breiter aufzustellen und die sportliche Kompetenz sichtbar zu halten.
Für Privatanleger, die sich die Piaggio & C. SpA Aktie ansehen, ist die RS 660 kein alleiniger Umsatzgarant, aber sie trägt als Teil des Aprilia-Portfolios zur Markenwahrnehmung und zum Absatz im Motorradsegment bei. Die Titel der Gesellschaft werden an der Börse in Mailand im regulierten Markt gehandelt, üblicherweise in Euro, und die Performance hängt neben Roller- und Nutzfahrzeuggeschäft auch von der Entwicklung der Motorradsparten ab. Ein einzelnes Modell ist dabei nur ein Mosaikstein, zeigt aber, wie der Konzern auf Trends wie mittlere Leistungsklassen und umfangreiche Elektronikpakete reagiert.
Daten zur Aprilia RS 660
- Produkt: Aprilia RS 660
- Hersteller: Piaggio & C. SpA
- Kategorie: Neuheit/Launch – Sportmotorrad Mittelklasse
- Markteinführung: Erste Auslieferungen ab 2020 auf europäischen Märkten
- UVP / Preis: etwa 11.000–12.000 Euro je nach Ausstattung und Markt
- Verfügbarkeit: über Aprilia-Händlernetze in Europa, Nordamerika und ausgewählten weiteren Märkten
- Zielgruppe: sportlich orientierte Fahrerinnen und Fahrer, Aufsteiger aus der Mittelklasse und Umsteiger von Superbikes
- Besonderheit / USP: 659-ccm-Zweizylinder mit umfassendem Elektronikpaket inklusive IMU-basierter Assistenzsysteme im Mittelklasse-Sportsegment
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