Applied Materials Aktie: SENZ-Plattform auf 556,30 Euro
18.06.2026 - 18:34:36 | boerse-global.de
Die Halbleiterindustrie hat einen neuen Hoffnungsträger: intelligente Brillen. Applied Materials steigt mit einer eigenen Plattform in den Markt ein – und die Aktie schießt auf ein Rekordhoch.
556,30 Euro kostete die Aktie am Donnerstag. Das sind 7,5 Prozent mehr als am Vortag. Es ist der höchste Stand seit einem Jahr – und das 52-Wochen-Hoch von 134,02 Euro liegt inzwischen 315 Prozent zurück.
SENZ-Plattform soll den Durchbruch bringen
Am 18. Juni präsentierte Applied Materials die neue SENZ-Plattform. Sie soll die Massenfertigung von Smart Glasses revolutionieren. Die Technologie vereint mehrere komplexe Komponenten: Wellenleiter-Optiken, Lichtmotoren, Sensoren, Sehkorrektur und adaptive Elektrochromie.
Der Markt wächst rasant. Im ersten Quartal 2026 legte der Smart-Glasses-Sektor laut Branchenzahlen um 167 Prozent zu. Genau hier setzt Applied Materials an.
Gemeinsam mit EssilorLuxottica hat das Unternehmen ein Joint Development Lab in Silicon Valley eröffnet. Dort forschen beide an skalierbaren optischen Plattformen. Das Ziel: Produktionsverfahren zu finden, die in großen Stückzahlen funktionieren.
Breites Partnernetzwerk für die Produktion
Über Qualcomms Snapdragon Start Program arbeitet Applied Materials mit GlobalFoundries zusammen. Der Chip-Auftragsfertiger soll in Singapur Wellenleiter und Chips für KI-gestützte Geräte in Serie produzieren. Singapur ist für den US-Konzern ein wichtiger Standort – hier baut er sein industrielles Netzwerk weiter aus.
Die SENZ-Plattform ist kein Einzelprojekt. Sie folgt auf ein starkes Quartal und nutzt die aktuelle Superzyklus-Phase in der Wafer-Fertigungsausrüstung (WFE). Analysten bleiben optimistisch – besonders wegen der Service-Erlöse und der erfolgreichen Entwicklung von Anlagen für 5-nm- und 7-nm-Chips.
Kein Wunder: Die Aktie notiert weit über ihren gleitenden Durchschnitten. Der 50-Tage-Schnitt liegt bei 383,84 Euro, der 200-Tage-Schnitt bei 275,32 Euro. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.
Doch die Branche bleibt zyklisch. Einige Marktteilnehmer beobachten die Entwicklung genau – bereits 2027 könnte der nächste Abschwung kommen. Die langfristige Wette auf das KI-gesteuerte Hardware-Wachstum ist damit noch nicht eingelöst.
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