AIT, US03820C1053

Applied Industrial Technologies-Aktie (US03820C1053): Nach Zahlen und Kursrally im Fokus

15.05.2026 - 20:10:43 | ad-hoc-news.de

Applied Industrial Technologies hat jüngst starke Quartalszahlen vorgelegt und den Ausblick angehoben. Was steckt hinter der Dynamik im Industrie- und MRO-Geschäft und was bedeutet das für die in den USA notierte Aktie aus Sicht deutscher Anleger?

AIT, US03820C1053
AIT, US03820C1053

Applied Industrial Technologies ist ein Industriezulieferer mit Fokus auf Antriebs-, Fluid- und Automatisierungstechnik sowie MRO-Dienstleistungen. Das Unternehmen profitiert von der laufenden Industrialisierung und dem Bedarf an Instandhaltungslösungen. Jüngst hat der Konzern neue Quartalszahlen vorgelegt und den Ausblick angepasst, was die Aktie in den Fokus vieler Marktteilnehmer rückt.

In einer Ergebnisveröffentlichung vom 24.04.2024 zum dritten Geschäftsquartal 2024 berichtete Applied Industrial Technologies über einen Umsatz von rund 1,10 Milliarden US?Dollar für den Zeitraum Januar bis März 2024, nach 1,06 Milliarden US?Dollar im Vorjahresquartal, wie aus der Mitteilung auf der Investor-Relations-Seite hervorgeht, laut Applied Industrial Technologies Stand 15.05.2026. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag demnach bei rund 2,48 US?Dollar, nachdem im Vorjahr etwa 2,38 US?Dollar erreicht wurden.

Gleichzeitig hob das Management seine Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2024 an. Den Angaben zufolge erwartet Applied Industrial Technologies nun ein bereinigtes Ergebnis je Aktie am oberen Ende oder leicht über der zuvor genannten Spanne, was ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr impliziert, so der Konzern auf Basis derselben Mitteilung, laut Applied Industrial Technologies Stand 15.05.2026. Der Konzern begründete dies mit einer stabilen Nachfrage in Schlüsselmärkten und Effizienzsteigerungen im operativen Geschäft.

Stand: 15.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Applied Industrial Technologies
  • Sektor/Branche: Industrie, MRO-Distribution, Automatisierungstechnik
  • Sitz/Land: Cleveland, USA
  • Kernmärkte: USA, Kanada, ausgewählte internationale Industrien
  • Wichtige Umsatztreiber: Industriekomponenten, Fluidtechnik, Automatisierungs- und Instandhaltungslösungen
  • Heimatbörse/Handelsplatz: New York Stock Exchange (Ticker: AIT)
  • Handelswährung: US?Dollar

Applied Industrial Technologies: Kerngeschäftsmodell

Applied Industrial Technologies ist ein technischer Fachdistributor mit Fokus auf Industriekomponenten, MRO-Produkte und zugehörige Dienstleistungen. Das Geschäftsmodell basiert darauf, Unternehmenskunden in der verarbeitenden Industrie, im Energiesektor, in der Infrastruktur sowie in verwandten Bereichen mit mechanischen und fluidtechnischen Komponenten zu beliefern. Dazu zählen Lager, Antriebselemente, Hydraulik- und Pneumatikkomponenten sowie Dichtungstechnik.

Ein zentraler Bestandteil des Angebots ist die technische Beratung. Kunden erhalten Unterstützung bei der Auswahl und Konfiguration von Komponenten und Systemlösungen, um Effizienz und Laufzeiten ihrer Anlagen zu erhöhen. Applied Industrial Technologies kombiniert den Vertrieb der Produkte mit Engineering-Leistungen, Montage, Reparaturservices und vorausschauender Instandhaltung. Damit bedient das Unternehmen einen klassischen Bedarf der Industrie nach hoher Anlagenverfügbarkeit und Kostensicherheit bei der Instandhaltung.

Das Unternehmen arbeitet mit zahlreichen Herstellern und Marken zusammen und fungiert als Bindeglied zwischen Produzenten und Endkunden. Durch sein Netzwerk an Niederlassungen, Lagern und Servicezentren kann Applied Industrial Technologies Ersatzteile und Komponenten oft kurzfristig liefern und so Stillstandzeiten bei Industriekunden begrenzen. Dieser Service- und Logistikansatz ist ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil, insbesondere in Zeiten gestörter Lieferketten.

Darüber hinaus baut Applied Industrial Technologies seine Kompetenz in Automatisierung und Industrie-4.0-Lösungen aus. Der Konzern bietet Systemintegrationen und Komponenten für Automatisierungsprojekte an, etwa in Form von Sensorik, Steuerungstechnik und Antriebslösungen. Ziel ist es, Kunden zu helfen, Produktionsprozesse zu digitalisieren und zu optimieren. Hier entstehen über den reinen Produktverkauf hinaus Mehrwertdienste, die langfristige Kundenbeziehungen stützen.

Ein weiterer Baustein des Geschäftsmodells ist die gezielte Akquisitionsstrategie. Applied Industrial Technologies erwirbt regelmäßig kleinere, spezialisierte Distributoren oder Serviceunternehmen, um regionale Präsenz, Produktportfolio oder technische Expertise zu verstärken. Solche Übernahmen werden in den Finanzberichten oft als Treiber für Umsatzwachstum und Margenverbesserung genannt, sofern sie erfolgreich integriert werden.

Insgesamt zielt das Kerngeschäft darauf ab, ein umfassender Partner für Industrie- und MRO-Kunden zu sein, der sowohl Produkte als auch Lösungen und Services aus einer Hand bereitstellt. Dadurch ist das Unternehmen weniger abhängig vom reinen Volumen an Einzelkomponenten und kann über Serviceverträge und projektbasierte Leistungen wiederkehrende Erlöse generieren.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Applied Industrial Technologies

Die Umsatzstruktur von Applied Industrial Technologies wird im Wesentlichen von zwei Segmenten geprägt: einem Bereich für Service Center Distribution mit Fokus auf mechanische Komponenten sowie einem Bereich für Fluid Power und Automatisierung. In der Segmentberichterstattung für das Geschäftsjahr 2023 zeigte sich, dass der größte Teil der Erlöse aus der Versorgung von Industriekunden mit Antriebs- und Lagertechnik stammt, wie der Konzern in seinem Jahresbericht erläuterte, laut Applied Industrial Technologies Stand 15.05.2026.

Im Segment Service Center Distribution verkauft Applied Industrial Technologies Komponenten wie Wälzlager, Ketten, Riemen, Kupplungen und weitere Antriebselemente. Diese Produkte werden in vielen Branchen eingesetzt, etwa in Stahlwerken, Papierfabriken, Lebensmittelproduktion und Logistik. Da es sich um Verschleißteile handelt, besteht ein kontinuierlicher Bedarf, der das MRO-Geschäft unterstützt. Dies führt zu vergleichsweise stabilen, wenn auch konjunkturabhängigen Umsätzen.

Das Segment Fluid Power und Automatisierung umfasst Hydraulik-, Pneumatik- und Schmierlösungen sowie Automatisierungskomponenten und -systeme. Hier bietet der Konzern neben dem Vertrieb auch Engineering-Dienstleistungen an, etwa die Planung kompletter Hydrauliksysteme oder die Modernisierung von Anlagen. In seinem Bericht zum Geschäftsjahr 2023 hob das Management hervor, dass dieses Segment überdurchschnittliche Margen und Wachstumspotenziale bietet, da es stärker projektorientiert und technisch anspruchsvoll ist, laut Applied Industrial Technologies Stand 15.05.2026.

Geografisch liegt der Schwerpunkt des Geschäfts in Nordamerika. Die USA und Kanada stellen den Großteil der Umsätze, wobei Applied Industrial Technologies zusätzlich in ausgewählten internationalen Märkten aktiv ist. Dazu zählen etwa Australien und Teile Europas, wobei der internationale Umsatzanteil im Vergleich zum Heimatmarkt geringer ist. Der Konzern profitiert damit vor allem von der industriellen Entwicklung in Nordamerika, inklusive Reindustrialisierungstendenzen und Investitionen in Infrastruktur und Energie.

Nach Kundengruppen betrachtet bedient Applied Industrial Technologies vor allem verarbeitende Industrieunternehmen, Versorgungsbetriebe, Energieunternehmen, Minengesellschaften und Betreiber von Anlagen in Transport und Logistik. Ein wesentlicher Treiber ist dabei die Nachfrage nach Instandhaltungsleistungen und Ersatzteilen für bestehende Produktionsanlagen. Dieser MRO-Fokus sorgt dafür, dass auch in schwächeren Konjunkturphasen ein Grundbedarf an Komponenten bestehen bleibt, obwohl zyklische Schwankungen nicht ausgeschlossen sind.

Ein Faktor für die Umsatzentwicklung sind zudem Preis- und Produktmixeffekte. In den letzten Berichtsperioden betonte das Management, dass ein diszipliniertes Pricing und der Fokus auf höherwertige technische Lösungen zur Stabilisierung der Bruttomarge beigetragen haben. Insbesondere im Bereich Automatisierung, wo Systemlösungen und Engineering-Know-how gefragt sind, können oft höhere Margen erzielt werden als im reinen Standardkomponentenhandel.

Daneben spielen Akquisitionen eine wichtige Rolle. Im Geschäftsjahr 2023 und der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2024 meldete Applied Industrial Technologies mehrere kleinere Zukäufe von Spezialdistributoren und Serviceanbietern. Diese Übernahmen erweitern die Produktpalette, stärken regionale Präsenz und erhöhen den Anteil margenstärkerer Dienstleistungen. Das Management sieht laut den veröffentlichten Statements weiteres Potenzial, durch Integration und Synergien zusätzliche Wertbeiträge zu erzielen.

Auf der Kostenseite versucht der Konzern, durch Optimierung der Lieferkette, Digitalisierung der Prozesse und bessere Lagerhaltung Effizienzgewinne zu realisieren. Solche Maßnahmen unterstützen die operative Marge und helfen, inflationsbedingte Kostensteigerungen teilweise auszugleichen. Die Kombination aus Preisdisziplin, Produktmixsteuerung und Effizienzprogrammen ist damit entscheidend für die Ertragskraft.

Offizielle Quelle

Für Informationen aus erster Hand zu Applied Industrial Technologies lohnt sich der Besuch der offiziellen Unternehmenswebsite.

Zur offiziellen Website

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Applied Industrial Technologies agiert in einem Marktumfeld, das von mehreren strukturellen Trends geprägt ist. Dazu zählt insbesondere der zunehmende Fokus vieler Industrieunternehmen auf Effizienz, Automatisierung und Predictive Maintenance. Durch den Einsatz von Sensorik, Zustandsüberwachung und datenbasierten Wartungskonzepten lassen sich ungeplante Stillstände reduzieren. Distributoren und Serviceanbieter mit technischem Know-how können hiervon profitieren, indem sie nicht nur Komponenten liefern, sondern auch Beratung und Komplettlösungen anbieten.

Im Vertrieb von Industrie- und MRO-Komponenten steht Applied Industrial Technologies im Wettbewerb mit anderen großen Distributoren in Nordamerika sowie mit regionalen Anbietern. Die Branche ist fragmentiert, zugleich konsolidiert sie sich durch Übernahmen. Größere Player können Skalenvorteile in Logistik, Einkauf und IT nutzen, während kleinere Spezialisten häufig durch lokale Nähe und besondere Expertise punkten. Applied Industrial Technologies positioniert sich als technisch orientierter Vollsortimenter mit Servicefokus, was insbesondere bei komplexeren Projekten ein Vorteil sein kann.

Ein weiterer Trend ist die Verlagerung hin zu digital unterstützten Beschaffungsprozessen. Kunden erwarten zunehmend Online-Plattformen, elektronische Kataloge und Schnittstellen zu ihren eigenen ERP-Systemen. Distributoren, die hier in Technologie investieren, können Kunden enger binden und Bestellprozesse effizienter gestalten. Applied Industrial Technologies baut seine digitalen Angebote aus, etwa über Produktdatenbanken und E-Commerce-Funktionalitäten, wie aus verschiedenen Unternehmensdarstellungen hervorgeht, laut Applied Industrial Technologies Stand 15.05.2026.

Die Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen spielt ebenfalls eine Rolle. Komponenten und Systeme, die Energieverbrauch senken oder Ressourceneinsatz optimieren, werden zunehmend nachgefragt, auch vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen und Nachhaltigkeitsziele. Dies betrifft etwa drehzahlgeregelte Antriebe, optimierte Hydrauliksysteme oder Reibungsminimierung in Lagern. Anbieter, die solche Produkte im Sortiment haben und Anwender beraten können, sehen zusätzliche Chancen.

Auf der Risikoseite stehen konjunkturelle Schwankungen im Industriesektor, insbesondere in den USA. Investitionszurückhaltung und Produktionsrückgänge können sich auf den Bedarf an Komponenten und Dienstleistungen auswirken. Allerdings wirkt der hohe MRO-Anteil bei Applied Industrial Technologies stabilisierend, da Wartung und Ersatzteilversorgung auch in schwächeren Phasen notwendig bleiben. Langfristige Trends wie Reindustrialisierungstendenzen in den USA und Investitionen in Infrastruktur könnten den Basistrend unterstützen.

In der Wettbewerbsposition ist Applied Industrial Technologies durch sein Netzwerk an Standorten, seine technischen Dienste sowie seine Branchenpräsenz gut verankert. Die Fähigkeit, Produkte mehrerer Hersteller zu bündeln, Engineering-Know-how anzubieten und logistische Services zu kombinieren, schafft einen Mehrwert, der über reine Preisvergleiche hinausgeht. Für Kunden, die Wert auf Partner mit hoher technischer Kompetenz legen, ist dies ein wichtiger Gesichtspunkt.

Warum Applied Industrial Technologies für deutsche Anleger relevant ist

Für deutsche Anleger ist die Applied Industrial Technologies-Aktie vor allem interessant, weil der Konzern in einem klassischen Industriesegment operiert, das eng mit der realen Wirtschaft verbunden ist. Während viele im DAX oder MDAX vertretene Unternehmen selbst Industriewerte darstellen, bietet der US-basierte Distributor einen ergänzenden Blick auf die Wertschöpfungskette: Er versorgt zahlreiche Industrieunternehmen mit Komponenten und Services und spiegelt damit deren Investitions- und Wartungsaktivität wider.

Über internationale Broker können deutsche Privatanleger die Aktie an der New York Stock Exchange handeln, wo sie unter dem Ticker AIT in US?Dollar notiert. Zudem figuriert das Papier teilweise auf europäischen Handelsplattformen, was den Zugang erleichtert, wie Kursübersichten großer Handelsplätze zeigen, laut Börse Frankfurt Stand 15.05.2026. Währungsschwankungen zwischen Euro und US?Dollar sind jedoch ein zusätzlicher Faktor, den internationale Anleger berücksichtigen müssen.

Aus Sicht der Portfoliostruktur kann ein Engagement in Applied Industrial Technologies eine Möglichkeit darstellen, von Trends wie Automatisierung, MRO-Nachfrage und Reindustrialisierung in Nordamerika zu profitieren, ohne direkt in einzelne Maschinenbau- oder Anlagenbauunternehmen zu investieren. Der Distributor ist breiter auf viele Industriekunden verteilt, was das Ausfallrisiko einzelner Branchen etwas dämpft, auch wenn die zyklische Abhängigkeit von der Industrie insgesamt besteht.

Für deutsche Investoren mit Fokus auf Dividenden sind zudem die Ausschüttungspolitik und Historie des Unternehmens relevant. Applied Industrial Technologies weist eine lange Reihe jährlicher Dividendenausschüttungen auf, wobei der Konzern die Dividende über die Jahre regelmäßig angepasst hat. Im Jahresbericht für 2023 hob das Management die Bedeutung einer verlässlichen Dividende hervor, während gleichzeitig Investitionen in Wachstum und Akquisitionen Priorität haben, laut Applied Industrial Technologies Stand 15.05.2026.

Verglichen mit deutschen Blue Chips ist Applied Industrial Technologies ein mittelgroßer Industriewert, dessen Marktkapitalisierung im US-Kontext im Mid-Cap-Bereich liegt. Dadurch kann die Aktie weniger stark im Fokus großer globaler Indizes stehen als die Schwergewichte im DAX. Gleichwohl wird das Unternehmen von mehreren internationalen Research-Häusern beobachtet, was zu einer gewissen Transparenz beiträgt. Deutsche Anleger erhalten damit Zugang zu einem etablierten, aber nicht übermäßig großen Industriewert aus dem US-Markt.

Welcher Anlegertyp könnte Applied Industrial Technologies in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Applied Industrial Technologies könnte für Anleger interessant sein, die auf etablierte Industrieunternehmen mit wiederkehrenden Erlösen aus dem MRO-Bereich setzen und einen längerfristigen Anlagehorizont verfolgen. Der Fokus des Konzerns auf Instandhaltungslösungen, technische Services und Automatisierung adressiert strukturelle Trends, die sich nicht innerhalb weniger Quartale erschöpfen. Investoren, die Wert auf operative Kontinuität, Dividendenhistorie und eine gewisse Konjunktursensitivität legen, könnten diese Aktie in ihre Überlegungen einbeziehen.

Auf der anderen Seite eignet sich Applied Industrial Technologies weniger für Anleger, die kurzfristig auf starke Kurssprünge durch hochzyklische Projekte oder spekulative Wachstumsstorys setzen. Das Geschäftsmodell ist eher auf kontinuierliches, schrittweises Wachstum ausgelegt, gestützt durch Akquisitionen und Margenverbesserungen. Zwar können positive oder negative Überraschungen in den Quartalszahlen zu Kursreaktionen führen, aber die grundlegende Entwicklung ist meist moderater als bei sehr wachstumsstarken Technologie- oder Biotechwerten.

Vorsichtig sollten zudem Anleger sein, die Währungsrisiken strikt vermeiden möchten. Da die Aktie in US?Dollar notiert, beeinflussen Wechselkursschwankungen die in Euro umgerechnete Rendite. Wer Hauptkosten und Lebenshaltung in Euro hat, sollte sich bewusst machen, dass sowohl Kursentwicklung als auch Dividende von der Dollar-Euro-Relation mitbestimmt werden. Eine Absicherung des Währungsrisikos ist möglich, verursacht aber zusätzliche Kosten und Komplexität.

Auch die Abhängigkeit von der nordamerikanischen Industrie ist ein Aspekt, den risikoscheue Anleger beachten sollten. Breite wirtschaftliche Abschwünge in den USA, sinkende Produktionsauslastung oder Investitionszurückhaltung können sich spürbar auf die Nachfrage nach MRO-Produkten und Automatisierungslösungen auswirken. Ein gut diversifiziertes Portfolio, das neben Applied Industrial Technologies weitere Regionen und Sektoren abdeckt, kann helfen, solche Risiken zu verteilen.

Risiken und offene Fragen

Zu den wesentlichen Risiken für Applied Industrial Technologies zählen konjunkturelle Schwankungen, insbesondere in den Industrien, die der Konzern bedient. Einbrechende Investitionen, geringere Produktionsvolumina oder längere Stillstände könnten den Bedarf an Komponenten und Services reduzieren. Zwar wirkt der MRO-Anteil stabilisierend, doch auch Wartungsbudgets können in schwierigen Phasen verschoben oder gekürzt werden. Anleger sollten daher die Entwicklung wichtiger Industrieindikatoren und der US-Wirtschaft im Blick behalten.

Ein weiterer Risikofaktor sind potenzielle Störungen in Lieferketten. Wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, können Engpässe in der Beschaffung bestimmter Komponenten, Transportprobleme oder geopolitische Spannungen zu Verzögerungen und höheren Kosten führen. Distributoren wie Applied Industrial Technologies müssen dann entscheiden, in welchem Umfang sie höhere Beschaffungskosten an Kunden weitergeben können, ohne Wettbewerbsnachteile zu riskieren. Misslingt dies, kann die Profitabilität leiden.

Auch die Integration akquirierter Unternehmen ist nicht frei von Risiken. Applied Industrial Technologies verfolgt eine aktive Akquisitionsstrategie, um Produktpalette und regionale Präsenz zu erweitern. Integration erfordert jedoch Managementkapazitäten, IT-Anpassungen und kulturelle Angleichungen. Wenn Synergien geringer ausfallen als geplant oder Kundenbeziehungen im Zuge von Umstellungen leiden, kann dies Wachstums- und Margenziele beeinträchtigen. Anleger achten daher auf Aussagen des Managements zur Integrationsfortschritt.

Regulatorische und technologische Veränderungen stellen ebenfalls potenzielle Risiken dar. Strengere Umwelt-, Sicherheits- oder Produktregeln können Anpassungen im Sortiment erfordern. Gleichzeitig müssen Distributoren bei der Digitalisierung Schritt halten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Fehlinvestitionen in IT oder Rückstände bei digitalen Plattformen könnten im Wettbewerb mit anderen Anbietern Nachteile bedeuten. Die Fähigkeit von Applied Industrial Technologies, in Technologie und Prozesse zu investieren, ist daher ein kritischer Erfolgsfaktor.

Schließlich bestehen für internationale Anleger zusätzliche Unsicherheiten durch Wechselkurse und steuerliche Rahmenbedingungen. Änderungen in der US-Steuergesetzgebung, Quellensteuern auf Dividenden oder Doppelbesteuerungsabkommen können die Nettorendite beeinflussen. Deutsche Privatanleger sollten sich über die steuerliche Behandlung von US-Dividenden und etwaigen Anrechnungsmechanismen informieren, bevor sie eine Investitionsentscheidung treffen.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Für die weitere Entwicklung der Applied Industrial Technologies-Aktie sind insbesondere die nächsten Quartalszahlen und der Ausblick des Managements von Bedeutung. Das Unternehmen berichtet turnusmäßig über Umsatz, Ergebnis und Margenentwicklung und aktualisiert dabei gegebenenfalls seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. In früheren Berichtsperioden führten Anhebungen oder Senkungen der Guidance zu spürbaren Kursreaktionen, wie Kursverläufe rund um die Veröffentlichungsdaten zeigen, laut Nasdaq Stand 15.05.2026.

Daneben können M&A-Ankündigungen als Katalysatoren wirken. Wenn Applied Industrial Technologies größere Akquisitionen tätigt, die neue Regionen oder Technologien erschließen, reagieren Marktteilnehmer häufig mit Neubewertungen der Wachstums- und Margenperspektiven. Entscheidend ist dabei, zu welchen Konditionen die Übernahmen erfolgen und wie schlüssig die strategische Begründung ausfällt. Auch Investorenveranstaltungen, Capital Markets Days oder Branchenkonferenzen, auf denen das Management seine Strategie präsentiert, können Impulse für die Wahrnehmung am Kapitalmarkt geben.

Weiterlesen

Weitere News und Entwicklungen zur Aktie können über die verlinkten Übersichtsseiten erkundet werden.

Mehr News zu dieser AktieInvestor Relations

Fazit

Applied Industrial Technologies verbindet klassisches Industrie- und MRO-Geschäft mit wachstumsorientierten Bereichen wie Automatisierung und technischen Services. Jüngste Quartalszahlen und eine angehobene Prognose unterstreichen, dass das Geschäftsmodell in einem anspruchsvollen Umfeld tragfähig ist. Der breite Kundenstamm, die technische Beratungskompetenz und der Fokus auf Effizienzlösungen bilden eine Basis für stabile, wenn auch konjunkturabhängige Erlöse. Für deutsche Anleger stellt die Aktie einen Zugang zum nordamerikanischen Industrienetzwerk dar, allerdings verbunden mit Währungsrisiken und der Abhängigkeit von der US-Konjunktur. Wie bei allen Aktieninvestments sollten individuelle Risikoneigung, Anlagehorizont und Portfoliostruktur vor einer Entscheidung sorgfältig abgewogen werden.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

So schätzen die Börsenprofis AIT Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis AIT Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | US03820C1053 | AIT | boerse | 69344581 | bgmi