Applied Digital Aktie: 16,88 Prozent in sieben Tagen
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 16:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Applied Digital hat in den vergangenen Tagen einen kräftigen Comeback-Lauf hingelegt. Binnen sieben Handelstagen kletterte die Aktie um 16,88 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 27,00 Euro, ein Plus von 1,96 Prozent zum Vortag.
Die Rally ist kein Einzelfall. Applied Digital erholt sich gemeinsam mit anderen Betreibern von Rechenzentren und KI-Infrastruktur, nachdem die gesamte Branche zuvor einen brutalen Monat hinter sich hatte. Mehrere Werte aus dem Segment hatten binnen vier Wochen bis zu 43 Prozent verloren. Investoren machten sich Sorgen um Finanzierungsbedarf und die hohen Kapitalkosten für den Ausbau von KI-Rechenzentren.
Die Erholung nimmt Fahrt auf
Mitte der Woche beschleunigte sich die Bewegung deutlich. An einem einzelnen Handelstag schoss die Aktie um fast acht Prozent nach oben, mehr als 23 Millionen Aktien wechselten den Besitzer. Ein Volumen, das weit über dem üblichen Niveau liegt und zeigt: Hier bewegt sich gerade viel Kapital.
Trotz des Kursanstiegs bleibt die Aktie tief im roten Bereich, wenn man den längeren Zeitraum betrachtet. Über 30 Tage steht ein Minus von 32,13 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 43,48 Euro, erreicht Ende Mai, fehlen aktuell noch 37,90 Prozent.
Optionsmarkt erwartet weitere Ausschläge
Der Optionsmarkt liefert ein aufschlussreiches Bild der aktuellen Stimmung. Das Handelsvolumen lag mit rund 51.000 Kontrakten im normalen Bereich, allerdings dominierten Calls klar gegenüber Puts. Das Put-Call-Verhältnis von 0,25 liegt deutlich unter dem üblichen Niveau von etwa 0,4 — ein Zeichen für moderat bullische Positionierung.
Gleichzeitig zog die implizite Volatilität an und rangiert nun im obersten Viertel des Jahresvergleichs. Der Markt preist eine erwartete Tagesschwankung von rund 2,03 Dollar ein. Auffällig ist zudem der steilere Put-Call-Skew: Anleger sichern sich verstärkt gegen Kursrückgänge ab, selbst während sie auf steigende Kurse setzen.
Diese Nervosität hat einen konkreten Auslöser. Der Optionsmarkt rechnet rund um den nächsten Quartalsbericht mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent für einen Kursausschlag von mehr als 13,72 Prozent, umgerechnet etwa 3,81 Dollar.
Chartbild bleibt zweigeteilt
Technisch gesehen steht die Aktie an einer Schwelle. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 28,04 Euro, nur knapp über dem aktuellen Kurs. Noch fehlen 3,70 Prozent, um diese wichtige langfristige Trendlinie zurückzuerobern.
Der 14-Tage-RSI notiert bei 43,0 — weder überkauft noch überverkauft. Nach den heftigen Ausschlägen der vergangenen Wochen wirkt das fast schon beruhigend. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit knapp 73 Prozent jedoch hoch und unterstreicht: Ruhig wird der Handel in dieser Aktie vorerst nicht.
Die Erholung fällt in eine Phase, in der einige Investoren die jüngste Schwäche offenbar als Einstiegschance werten, nicht als Bruch der grundsätzlichen Wachstumsgeschichte rund um KI-Rechenzentren. Ob sich dieser Optimismus bestätigt, dürfte sich spätestens beim nächsten Quartalsbericht zeigen — jenem Termin, auf den der Optionsmarkt bereits jetzt größere Kursbewegungen einpreist.
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