Apple-ID-Phishing, Weihnachten

Apple-ID-Phishing: „MFA-Bombing“-Welle nach Weihnachten

27.12.2025 - 03:13:12

Sicherheitsexperten warnen vor einer ausgeklügelten Angriffswelle auf Apple-IDs, die legitime Passwort-Benachrichtigungen und gefälschte Support-Anrufe kombiniert, um Nutzer zu täuschen.

Nach den Feiertagen greifen Kriminelle mit einer neuen Angriffswelle Apple-Nutzer an. Die Methode: Hunderte legitime Passwort-Benachrichtigungen und gefälschte Support-Anrufe sollen Nutzer in die Falle locken.

Die Sicherheitslage für Apple-ID-Nutzer hat sich nach Weihnachten dramatisch verschärft. Sicherheitsexperten und Verbraucherschützer warnen eindringlich vor einer ausgeklügelten Phishing-Kampagne, die die Aktivierungswelle neuer iPhones und iPads ausnutzt. Die Angreifer setzen auf eine als „MFA-Bombing“ bekannte Taktik, um die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.

„Push-Bombing“: Die Flut der Benachrichtigungen

Die Angreifer nutzen eine Schwachstelle im Apple-ID-Wiederherstellungsprozess. Sie lösen dabei wiederholt legitime Passwort-Reset-Anfragen aus, die als Systembenachrichtigungen auf allen Geräten des Nutzers auftauchen. Das Ziel: Den Nutzer mit Dutzenden oder Hunderten von Pop-ups zu nerven oder in Panik zu versetzen, bis er aus Verzweiflung auf „Erlauben“ oder „Akzeptieren“ klickt. Ein einziger Klick genügt, um den Angreifern Zugriff auf das Konto zu verschaffen.

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Die Methode ist tückisch, weil sie echte Apple-Systeme nutzt. Die Benachrichtigungen sind keine Fälschungen – sie werden nur in böswilliger Absicht massenhaft ausgelöst.

Der gefälschte Anruf vom „Apple-Support“

Scheitert die Benachrichtigungs-Flut, folgt oft Phase zwei: ein Telefonanruf. Die Betrüger geben sich als Apple-Mitarbeiter aus, spoofen offizielle Support-Nummern und behaupten, das Konto sei angegriffen worden. Die vielen Benachrichtigungen würden das beweisen. Sie bieten an, das Konto zu „sichern“ – und fordern dabei den 6-stelligen Verifizierungscode oder das Passwort.

Dabei gilt eine klare Regel: Der echte Apple-Support ruft niemals unaufgefordert an, um Codes oder Passwörter abzufragen. Jeder derartige Anruf ist betrügerisch.

Echte Apple-Mails als Trojaner

Besonders heikel: Die Angreifer nutzen in dieser Kampagne auch echte Apple-Infrastruktur. Sie generieren gültige Support-Tickets oder Bestätigungs-E-Mails von Apples eigenen Servern. Diese Nachrichten stammen von legitimen apple.com-Adressen, umgehen Spamfilter und wirken absolut authentisch. Diese „Living-off-the-Land“-Taktik macht es Sicherheitssystemen schwer, die Angriffe automatisch zu erkennen.

Warum gerade jetzt? Das „Neues-Gerät“-Risiko

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. In den Tagen nach Weihnachten aktivieren Millionen Nutzer neue Apple-Geräte und sind daher besonders aufmerksam für Setup-Benachrichtigungen und Sicherheitsabfragen. Die Verbraucherzentrale warnt regelmäßig, dass Feiertage Hochrisiko-Zeiten für Phishing sind. Apple-IDs sind ein lukratives Ziel – sie schützen oft den Zugang zu iCloud, Fotos, Zahlungsmethoden und persönlichen Daten.

So schützen Sie sich: Vier goldene Regeln

  1. Ignorieren Sie die Flut: Kommen Dutzende Passwort-Reset-Benachrichtigungen, die Sie nicht ausgelöst haben, klicken Sie nicht. Lehnen Sie die Anfragen ab oder lassen Sie sie einfach verfallen.
  2. Legen Sie sofort auf: Bei einem unerwarteten Anruf von „Apple Support“ – sofort auflegen. Bei echten Sorgen kontaktieren Sie Apple über die offizielle Website.
  3. Geräteliste prüfen: Kontrollieren Sie regelmäßig in den Einstellungen, welche Geräte mit Ihrer Apple-ID verbunden sind.
  4. Hardware-Keys nutzen: Für besonders sensible Konten bieten Hardware-Sicherheitsschlüssel wie YubiKey einen wirksamen Schutz vor „Push-Bombing“.

Ausblick: Angriffe werden raffinierter

Experten rechnen damit, dass diese „MFA-Fatigue“-Angriffe bis ins Frühjahr 2026 anhalten werden. Während sich biometrische Verfahren und Passkeys durchsetzen, werden Kriminelle ihre Social-Engineering-Taktiken weiter verfeinern. Apple wird voraussichtlich in künftigen iOS-Updates die Häufigkeit von Passwort-Reset-Anfragen begrenzen, um die Wirksamkeit der Benachrichtigungs-Flut einzudämmen. Bis dahin bleibt Wachsamkeit die beste Verteidigung.

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