Apollo: 36-Milliarden-Deal für KI-Infrastruktur
02.06.2026 - 21:59:05 | boerse-global.deApollo Global Management koordiniert ein 36 Milliarden Dollar schweres Fremdfinanzierungspaket für KI-Infrastruktur. Zusammen mit Blackstone geht das Unternehmen an institutionelle Investoren – es wäre eine der größten privaten Kreditsyndizierungen aller Zeiten.
Die Aktie reagiert verhalten. Am Dienstag notiert das Papier bei 111,40 Euro, ein Minus von 0,62 Prozent. Damit liegt der Kurs knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt, aber 17 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Juli 2025.
Milliarden für KI-Chips
Das Kapital fließt an Anthropic, ein führendes KI-Start-up. Konkret finanziert es den Kauf von Tensor Processing Units (TPUs) von Google. Die Transaktion läuft über eine Zweckgesellschaft (SPV): Sie erwirbt die Hardware und least sie an Anthropic zurück. So sichert sich das Start-up Rechenleistung, ohne 36 Milliarden Dollar Schulden in der eigenen Bilanz zu tragen.
Ein entscheidender Hebel: Broadcom stützt 31 Milliarden Dollar des vorrangigen Fremdkapitals mit einer Restwertgarantie. Falls die Hardware an Wert verliert, springt der Chipkonzern ein. Das gibt den Kreditgebern Sicherheit.
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Apollos industrielle Expansion
Der KI-Deal reiht sich in eine Serie von Großtransaktionen ein. Anfang Juni übernahm Tega Industries in einer strategischen Partnerschaft mit Apollo-Fonds den Bergbauzulieferer Molycop für 1,5 Milliarden Dollar.
Parallel dazu sicherten sich Apollo-Fonds eine Minderheitsbeteiligung am Medizintechnikgeschäft von McKesson. Der Einstieg zielt auf höhere Effizienz in medizinischen Lieferketten – ein wachsender Markt.
Institutionelle Investoren zeigen sich zuversichtlich. Laut aktuellen Meldungen hat unter anderem MUFG Securities EMEA seine Position deutlich aufgestockt. Rund 77 Prozent der Aktien liegen bei Profi-Anlegern.
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Neue Ära für Private Credit
Finanzierungspakete jenseits der 30-Milliarden-Marke katapultieren den Private-Credit-Sektor in eine neue Liga. Apollo konkurriert zunehmend direkt mit traditionellen Anleihemärkten. Das Geschäftsmodell setzt auf „Origination“ – eigene Dealströme durch direkte Kreditvergabe an kapitalintensive Branchen wie KI, Energie und Infrastruktur.
Am 10. Juni stellt das Management auf der Morgan Stanley US Financials Conference die Strategie vor. Die Diskussion dürfte sich um die Skalierbarkeit solcher Konstruktionen drehen – und um die Frage, ob asset-basierte Kredite mit Hardware-Sicherheiten das neue Normal werden.
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