APOE-Gen, Delir-Risiko

APOE-Gen erhöht Delir-Risiko nach Operationen

29.12.2025 - 19:21:12

Eine Genvariante steigert direkt die Gefahr für postoperative Delirien. Das belegt eine aktuelle Studie der University of Edinburgh. Die Entdeckung könnte OP-Vorbereitungen revolutionieren.

Bislang galt ein Delir nach einer Operation oft als Hinweis auf eine unerkannte Demenz. Die im Fachjournal Nature Aging veröffentlichte Untersuchung zeigt nun ein anderes Bild. Sie analysierte genetische Daten von über einer Million Menschen.

Das Ergebnis ist eindeutig: Träger der APOE4-Variante haben ein deutlich höheres Risiko für ein postoperatives Delir. Dieses Risiko besteht unabhängig davon, ob bereits eine Demenz vorliegt oder nicht. Die Genvariante macht das Gehirn offenbar anfälliger für den Stress von Operation und Narkose.

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Entzündung als Schlüsselfaktor

Warum reagieren diese Gehirne empfindlicher? Die Forscher fanden einen klaren Zusammenhang mit Entzündungsprozessen. Jeder Eingriff löst im Körper eine Entzündungsreaktion aus.

Bei APOE4-Trägern scheinen die Reparaturmechanismen der Nervenzellen unter diesem Stress weniger effektiv zu arbeiten. Das Gehirn kann die akute Belastung schlechter kompensieren – die Folge ist ein Delir.

Protein PON3 als möglicher Schutz

Die Studie brachte auch einen vielversprechenden Ansatz für die Prävention zutage. Höhere Spiegel des Proteins Paraoxonase 3 (PON3) im Blut gingen mit einem geringeren Delir-Risiko einher.

Das ist spannend, weil PON3 in den Stoffwechsel von Statinen eingreift. Diese Cholesterinsenker werden millionenfach verschrieben. Könnten bestimmte Statine also vor einer Operation das Risiko senken? Diese Frage wollen Forscher nun dringend klären.

Delir ist mehr als nur Verwirrtheit

Die klinische Relevanz der Erkenntnis ist enorm. Ein postoperatives Delir ist keine harmlose Verwirrtheit. Es hat schwerwiegende Folgen:
* Verlängerte Krankenhausaufenthalte
* Erhöhte Sterblichkeit
* Ein deutlich gesteigertes Risiko, später eine Demenz zu entwickeln

Bisher gab es kaum gezielte Möglichkeiten, dem Delir vorzubeugen. Die Behandlung beschränkte sich auf die Linderung der Symptome.

Was bedeutet das für künftige Operationen?

Die Studie ebnet den Weg für eine personalisierte Medizin in der Chirurgie. Künftig könnte ein einfacher Gentest vor geplanten Eingriffen Risikopatienten identifizieren.

Für diese Patienten ließen sich dann maßgeschneiderte Schutzstrategien entwickeln. Denkbar sind:
* Spezielle Narkoseverfahren
* Gezieltes Monitoring der Gehirnfunktion während der OP
* Prophylaktische Medikamente

Erste Bluttests, die das Risiko anzeigen, könnten schon bald in die klinische Routine einziehen. Die Ära des “One-size-fits-all”-Ansatzes in der Chirurgie neigt sich dem Ende zu.

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