AOK-Studie, Psychische

AOK-Studie: Psychische Erkrankungen treiben Arbeitsausfälle

17.03.2026 - 00:00:23 | boerse-global.de

Psychische Leiden verursachen die längsten Fehlzeiten und dominieren die Langzeitausfälle trotz leicht gesunkenem Krankenstand. Die moderne Arbeitswelt treibt die Zahlen.

AOK-Studie: Psychische Erkrankungen treiben Arbeitsausfälle - Foto: über boerse-global.de
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Psychische Erkrankungen sind der Haupttreiber für Langzeitausfälle am Arbeitsplatz. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Baden-Württemberg. Zwar sank der Krankenstand 2025 leicht, doch dieser Trend täuscht: Die Belastung durch Burnout und Erschöpfung nimmt weiter dramatisch zu.

Leichter Rückgang täuscht über wahre Belastung

Der durchschnittliche Krankenstand bei den 4,6 Millionen AOK-Versicherten in Baden-Württemberg sank 2025 auf 21,1 Tage. Im Vorjahr waren es noch 21,7 Tage. Doch Experten warnen vor Entwarnung. „Ein Niveau von über 21 Krankheitstagen ist ein klares Signal, dass Prävention stärker in den Fokus muss“, sagt AOK-Chef Johannes Bauernfeind.

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Ein Grund für die hohe Zahl ist technischer Natur: Seit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung 2022 werden Kurzzeiterkrankungen lückenloser erfasst. Papierbescheinigungen gehen nicht mehr verloren. Das hat das sichtbare Niveau dauerhaft angehoben.

Psychische Leiden verursachen längste Ausfälle

Die wirkliche Belastung zeigt sich bei den Langzeiterkrankungen. Nur rund drei Prozent aller Fälle dauern länger als sechs Wochen. Doch genau diese wenigen Fälle sind für 39 Prozent aller Ausfalltage verantwortlich.

Hier dominieren psychische Erkrankungen. 2025 entfielen in Baden-Württemberg durchschnittlich 2,28 Ausfalltage pro Mitglied darauf. Verglichen mit 2016 (1,65 Tage) ist das ein Anstieg von 38 Prozent. Bundesweit sind psychische Diagnosen mit durchschnittlich 28,5 Fehltagen je Fall die Gruppe mit den längsten Ausfallzeiten. Ein Burnout kann Betroffene monatelang außer Gefecht setzen.

Dauerstress und ständige Erreichbarkeit als Ursachen

Warum steigen die Zahlen so rasant? AOK-Chef Bauernfeind sieht die Ursachen in der modernen Lebens- und Arbeitswelt. Arbeitsverdichtung, wirtschaftliche Unsicherheiten und die Erwartung ständiger Erreichbarkeit belasten die Menschen massiv.

Homeoffice und mobile Arbeit verschwimmen die Grenzen zwischen Job und Privatleben. Vielen fällt es schwer, notwendige Erholungsphasen einzuleiten. Chronischer Stress ohne Regeneration kann schleichend in ein Burnout münden. Die Verantwortung liege nicht allein beim Einzelnen, betonen Experten. Entscheidend seien die strukturellen Rahmenbedingungen in den Betrieben.

Teufelskreis der Überlastung bedroht alle Branchen

Das Problem beschränkt sich längst nicht mehr auf klassische Stressberufe. Bundesweite Daten bestätigen den Trend: Besonders betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitswesen, in der Pflege und in der öffentlichen Verwaltung.

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Für Unternehmen wird der Fachkräfteausfall zum enormen Kostenfaktor. Fallen erfahrene Mitarbeiter monatelang aus, verschärft das den Fachkräftemangel. Die verbleibende Belegschaft muss mehr Arbeit schultern – was deren eigenes Stresslevel erhöht. Ein gefährlicher Teufelskreis beginnt.

Tiefgreifender Wandel in der Arbeitswelt

Analysten beobachten einen strukturellen Wandel. Früher dominierten physische Verschleißerscheinungen die Statistiken. Heute fordern kognitive und emotionale Dauerbelastungen ihren Tribut.

Ein Burnout entsteht selten durch ein einzelnes Ereignis. Es ist meist das Ergebnis eines monate- oder jahrenlangen Prozesses. Oft sind es gerade die engagiertesten Mitarbeiter, die an hohen eigenen Ansprüchen und unzureichenden Ressourcen scheitern. Die elektronische Krankschreibung macht Kurzerkrankungen sichtbarer, doch das wahre volkswirtschaftliche Problem sind die extrem langen Ausfallzeiten bei psychischen Diagnosen.

Gesundheitsmanagement wird zum Wettbewerbsfaktor

Der Umgang mit psychischem Stress wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Experten erwarten, dass der Trend anhält, wenn sich nichts Grundlegendes ändert.

Zukünftige Strategien müssen über Obstkörbe und Entspannungskurse hinausgehen. Gefordert sind kulturelle Veränderungen: eine offene Kommunikation über Belastungsgrenzen und Führungskräfte, die Überlastungssymptome früh erkennen. Nur durch die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen und gesündere Arbeitsstrukturen lässt sich die alarmierende Kurve der Langzeitausfälle abflachen.

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