Anthropics Claude wird zum zentralen Arbeitsplatz
01.02.2026 - 19:22:12KI-Assistent Claude verwandelt sich vom Chatbot in ein interaktives Produktivitätszentrum – und greift Microsoft und Google direkt an.
In einem strategischen Schachzug rollt das KI-Unternehmen Anthropic interaktive App-Integrationen für seinen Assistenten Claude aus. Die Ende Januar 2026 angekündigte Entwicklung katapultiert den Chatbot in eine neue Liga: Er wird zum zentralen Hub, von dem aus Nutzer direkt auf beliebte Büroanwendungen zugreifen und sie steuern können. Dies ist ein klarer Vorstoß, die KI zum Herzstück täglicher Geschäftsabläufe zu machen.
Die neue Funktion erlaubt es, mit Live-Oberflächen von Drittanbieter-Tools direkt im Chat-Fenster zu interagieren. Das ständige Hin- und Herwechseln zwischen Programmen entfällt. Verfügbar ist das Upgrade für Abonnenten der Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Pläne über Web- und Desktop-Apps. Das erste Paket umfasst weit verbreitete Produktivitäts-, Design- und Daten-Tools. Weitere Integrationen sollen folgen. Dieser Schritt markiert eine Zeitenwende im Rennen um die Vorherrschaft der KI im Unternehmenssektor und positioniert Claude als potenzielles Betriebssystem für Wissensarbeit.
Der Kern der Innovation ist der Wechsel von textbasierten Befehlen zu einem dynamischen, visuellen Arbeitsplatz. Bislang verband sich Claude über API-Aufrufe im Hintergrund mit anderen Tools. Die neue Funktion „Interactive Apps“ holt diese Anwendungen nun als live Komponenten ins Gespräch.
Ein Nutzer kann Claude nun bitten, einen Projektzeitplan zu erstellen – und diesen dann direkt in einer eingebetteten Asana-Oberfläche bearbeiten. Oder eine Slack-Nachricht entwerfen und eine formatierte Vorschau sehen, bevor sie abgeschickt wird. Alles, ohne den Chat zu verlassen.
Viele Unternehmen unterschätzen die neuen Pflichten rund um den Einsatz von KI-Systemen – dabei drohen Bußgelder und aufwändige Nachbesserungen. Gerade Firmen, die KI-Agenten wie Claude tief in Arbeitsabläufe integrieren, müssen Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und umfangreiche Dokumentation beachten. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt praxisnah, welche Schritte jetzt nötig sind, welche Fristen laufen und wie Sie Compliance zuverlässig umsetzen. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden sichern
Antreiben lässt sich diese Fähigkeit durch „MCP Apps“, eine Erweiterung des offenen Standards Model Context Protocol (MCP), den Anthropic 2024 einführte. Dieses Protokoll verbindet KI-Modelle mit externen Datenquellen. Die MCP-Apps-Erweiterung ermöglicht es speziell, interaktive UI-Komponenten direkt in das KI-Produkt zu liefern. Ziel ist es, die Reibungsverluste bei der Integration von KI in komplexe Arbeitsabläufe zu verringern.
Diese Tools sind ab sofort integriert
Anthropic startet mit einer kuratierten Liste profilierter Anwendungen, die den Fokus auf professionelle Nutzer unterstreicht. Zu den Launch-Partnern zählen:
* Kommunikation: Slack
* Projektmanagement: Asana und monday.com
* Cloud-Speicher: Box
* Design: Canva und Figma (für Präsentationsentwürfe oder Diagramme)
* Datenanalyse: Amplitude, Clay und Hex (für Echtzeit-Analyse-Charts)
Eine Integration mit Salesforce über „Agentforce 360“ steht laut Anthropic unmittelbar bevor. Diese strategische Auswahl deckt ein breites Spektrum gängiger Geschäftsaufgaben ab.
Tiefere Verzahnung: Claude erobert Microsoft Excel
Parallel zum Start der Interactive Apps hat Anthropic eine weitere wichtige Office-Integration ausgeweitet. Seit dem 24. Januar 2026 ist die Claude-Integration für Microsoft Excel für alle Pro-Abonnenten verfügbar und damit aus der Beta-Phase entlassen.
Das Add-in erlaubt es, die analytische Kraft von Claude direkt in der Tabellenkalkulation zu nutzen, um Daten aufzubereiten und zu analysieren. Funktionale Verbesserungen wie die Unterstützung für das Ziehen mehrerer Dateien und Schutz vor dem Überschreiben bestehender Zellen begleiten den Release. Diese tiefe Einbettung in ein Grundwerkzeug wie Excel unterstreicht die Strategie, Claude zum unverzichtbaren Assistenten in allen Arbeitsumgebungen zu machen.
Der Kampf um die Vorherrschaft im KI-Büro
Der Vorstoß bringt Anthropic in direkte Konkurrenz zu anderen KI-Giganten, vor allem zu OpenAI, dessen eigenes Apps-System auf dem gleichen MCP-Standard basiert. Die Strategien der Tech-Konzerne divergieren jedoch deutlich.
Während Microsoft und Google ihre KI-Copilots tief in ihre eigenen Produktivitätssuiten einbetten, positioniert Anthropic Claude als zentrale Plattform, die andere Anwendungen verbindet und orchestriert. Dieser „KI-Betriebssystem“-Ansatz sieht die Chat-Oberfläche als primäres Kommandozentrum für die digitale Arbeit vor. Analysten glauben, dass diese Strategie die Einführung fortschrittlicherer, agentenbasierter KI-Systeme beschleunigen könnte, indem sie Integrationshürden senkt.
Ausblick: Der Weg zu autonomen Workflows
Die interaktiven Apps bereiten den Boden für fortschrittlichere KI-Fähigkeiten. Branchenbeobachter sehen besonders viel Potenzial in der geplanten Verbindung mit Claude Cowork, dem Anthropic-Tool für komplexe, mehrstufige Aufgaben.
Noch ist sie nicht verfügbar, aber die Integration könnte es dem KI-Agenten ermöglichen, eigenständig anspruchsvolle Workflows auszuführen. Beispielsweise ein Figma-Design basierend auf einer Slack-Diskussion zu aktualisieren oder spezifische Daten aus Box-Dateien für einen Bericht zu ziehen. Mit zunehmender Autonomie werden Governance und Sicherheit für Unternehmen immer kritischer. Anthropics jüngster Schritt zeigt: Die Zukunft der Büroproduktivität liegt nicht nur in schlaueren Tools, sondern in einer integrierten, KI-gesteuerten Arbeitsumgebung.
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