Anthropic: KI-Pionier im Sturm aus Pentagon-Streit und Sicherheitslücken
28.02.2026 - 16:51:21 | boerse-global.deAnthropic, ein führendes KI-Unternehmen, weigert sich, Sicherheitsbeschränkungen seiner KI für das US-Militär zu lockern. Diese Woche eskaliert der Konflikt mit dem Pentagon, während gleichzeitig Sicherheitslücken in einem KI-Entwicklerwerkzeug öffentlich werden und das Unternehmen seine eigene Sicherheitsdoktrin ändert.
Pentagon-Ultimatum: KI-Firma sagt Nein zu autonomen Waffen
Die Auseinandersetzung mit dem US-Verteidigungsministerium erreichte einen kritischen Punkt. Das Pentagon stellte Anthropic ein Ultimatum bis zum 27. Februar: Die KI-Modelle des Unternehmens sollten für jeden legalen militärischen Zweck einsetzbar sein. Anthropic lehnte dies öffentlich ab. Das Unternehmen könne „nicht mit gutem Gewissen“ Forderungen nachkommen, die den Einsatz seiner Technologie in autonomen Waffensystemen oder zur Massenüberwachung ermöglichen würden, so eine Stellungnahme. Als Reaktion berichten US-Medien, dass Präsident Trump Bundesbehörden angewiesen habe, die Nutzung von Anthropics Technologie einzustellen.
Dieser öffentliche Streit unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen KI-Entwicklern aus dem Silicon Valley und staatlichen Stellen, die die Spitzentechnologie für die nationale Sicherheit nutzen wollen. Obwohl Anthropic einen Vertrag mit dem Pentagon hat, gefährdet seine Weigerung, ethische Leitplanken zu entfernen, diese Partnerschaft fundamental. Das Unternehmen steht nun im Zentrum einer nationalen Debatte über die Zukunft der KI in der Kriegsführung.
Die Sicherheitsbedenken im Fall Anthropic verdeutlichen, dass selbst technologisch führende Unternehmen vor komplexen Bedrohungen nicht gefeit sind. Wie sich mittelständische Betriebe mit einfachen Maßnahmen gegen aktuelle Cyberangriffe wappnen können, erklärt dieser kostenlose Experten-Report. Strategien gegen Cyberkriminelle jetzt kostenlos lesen
Sicherheitsdoktrin im Wandel: Wettbewerb vor Vorsicht?
Parallel zur Regierungskrise bestätigte Anthropic eine Änderung an seiner grundlegenden Sicherheitsrichtlinie. Das überarbeitete „Responsible Scaling Policy“-Dokument, veröffentlicht am 24. Februar, schwächt eine frühere Kernzusage ab. Bisher sah die Politik eine Entwicklungspause vor, wenn die Sicherheit neuer, leistungsstärkerer KI nicht gewährleistet werden könnte. Die neue Formulierung besagt, dass die Entwicklung nur verzögert würde, wenn Anthropic einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz habe.
Das Unternehmen betont, die Änderung stehe in keinem Zusammenhang mit dem Pentagon-Streit. Doch der Zeitpunkt der Anpassung wirft Fragen auf. Kritiker sehen darin ein Abrücken von der einst kompromisslosen „Sicherheit-über-alles“-Haltung. Der Schritt erfolgt in einem intensiv wettbewerbsgeprägten Markt, in dem Konkurrenten wie OpenAI und Google den Druck erhöhen. Setzt Anthropic nun Wettbewerbsfähigkeit über seine Gründungsprinzipien?
Claude Code: KI-Entwicklerwerkzeug mit schweren Sicherheitslücken
Die Krisenwoche wurde durch eine Sicherheitsenthüllung komplettiert. Cybersicherheitsforscher veröffentlichten am 25. Februar Details zu mehreren Schwachstellen in Claude Code, dem KI-gestützten Programmierassistenten von Anthropic. Die Lücken könnten potenziell zur Ausführung von Fremdcode und zum Diebstahl von API-Zugangsdaten der Entwickler führen.
Eine der identifizierten Schwachstellen könnte die API-Schlüssel eines Nutzers bereits durch das Öffnen eines manipulierten Software-Projekts auslesen und den Datenverkehr an einen externen Server umleiten. Diese Enthüllung wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitsrisiken von KI-gestützten Entwicklungswerkzeugen, bei denen die Automatisierungsebene selbst zum Angriffsvektor werden kann. Sie unterstreicht die immense Herausforderung, komplexe KI-Systeme abzusichern – selbst für ein auf Sicherheit fokussiertes Unternehmen wie Anthropic.
Der Konflikt um ethische Leitplanken und militärische Nutzung unterstreicht die Notwendigkeit einer klaren gesetzlichen Regulierung von KI-Systemen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, welche Anforderungen und Risikoklassen die neue EU-KI-Verordnung für Anbieter und Nutzer vorsieht. Kompakten Leitfaden zur KI-Verordnung gratis herunterladen
Weichenstellung für die gesamte KI-Branche
Die gleichzeitigen Krisen markieren einen Wendepunkt für Anthropic und die Branche. Der Präzedenzfall mit dem Pentagon könnte vorgeben, wie KI-Firmen künftig mit Militäraufträgen und dem „Dual-Use“-Charakter ihrer Technologie umgehen. Die Änderung der Sicherheitsdoktrin könnte frühere Unterstützer verprellen, die in Anthropic einen Vorreiter für einen vorsichtigen Umgang mit Künstlicher Allgemeiner Intelligenz (AGI) sahen.
Die unmittelbaren Konsequenzen sind ungewiss. Die Weigerung könnte zum Ende des Pentagon-Vertrags oder zur Einstufung als Lieferkettenrisiko führen, was die Zusammenarbeit mit anderen staatlichen Auftraggebern stark einschränken würde. Langfristig muss Anthropic den Rufsschaden durch die Politikänderung bewältigen und die Sicherheitsbedenken ausräumen. Der Ausgang wird branchenweite Standards für KI-Sicherheit, militärische Kooperationen und unternehmerische Verantwortung beeinflussen.
Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Aktien-Empfehlungen - Dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.


