Anthropic, KI-Agenten

Anthropic: KI-Agenten für Entwickler und Büros

20.02.2026 - 12:10:12 | boerse-global.de

Anthropic stärkt mit Claude Code und Cowork die KI-Autonomie, integriert leistungsfähiges Sonnet 4.6 und gewinnt mit Infosys einen strategischen Großpartner für die Unternehmens-IT.

Anthropic treibt mit neuen Updates und einer Großpartnerschaft die Automatisierung von Entwickler- und Büroarbeit voran. Die KI soll künftig komplexe Aufgaben nahezu ohne menschliche Kontrolle übernehmen.

Claude Code 2.1.49: KI-Agent für Entwickler wird autonomer

Die neueste Version der Kommandozeilen-Software Claude Code markiert einen Richtungswechsel. Das Update entfernt die bisherige „Risiko-Bestätigungspolitik“. Das bedeutet: Der KI-Agent fragt nicht mehr bei potenziell kritischen Systembefehlen nach, sondern führt sie direkt aus. Anthropic zeigt damit wachsendes Vertrauen in das Urteilsvermögen seiner KI.

Ziel ist ein flüssigerer Arbeitsablauf für Entwickler. Die KI kann nun längere Aufgabenketten – vom Code-Editieren bis zum Ausführen von Bash-Befehlen – ohne Unterbrechung abarbeiten. Technische Verbesserungen beheben zudem Speicherprobleme bei langen Sitzungen und sorgen für eine zuverlässigere Steuerung von Hintergrundprozessen.

Getrieben von Sonnet 4.6: Mehr Leistung zum gleichen Preis

Die neue Intelligenz hinter den Tools heißt Claude Sonnet 4.6. Das Modell, das seit dieser Woche in allen Anthropic-Produkten steckt, bietet eine Beta-Funktion mit einem Kontextfenster von 1 Million Tokens. Es kann damit riesige Code-Repositories oder Dokumentensammlungen auf einmal analysieren.

Der Clou: Trotz der Leistungssprünge behält Anthropic seine aggressive Preispolitik bei. Die Kosten liegen weiterhin bei 3 US-Dollar für eine Million Eingabe- und 15 US-Dollar für eine Million Ausgabe-Tokens. Erste Benchmarks deuten an, dass Sonnet 4.6 den bisherigen Top-Modelle Opus 4.5 bei vielen Aufgaben übertrifft – zu deutlich geringeren Kosten. Das ältere Modell Sonnet 4.5 wird daher aus den Angeboten entfernt.

Großpartner Infosys: Eintritt in die Unternehmens-IT

Die kommerzielle Relevanz der Technologie unterstrich am Donnerstag eine strategische Partnerschaft mit dem IT-Dienstleister Infosys. Der Konzern wird Claude Code und die KI-Modelle in seine „Infosys Topaz“-Plattform integrieren.

Gemeinsam wollen die Unternehmen spezialisierte KI-Agenten für regulierte Branchen wie Finanzdienstleistungen oder Telekommunikation entwickeln. Diese Agenten sollen mehrstufige Arbeitsabläufe wie Risikobewertungen oder Compliance-Reports automatisieren. Die Partnerschaft katapultiert Claude Code aus der Nische der Entwicklerproduktivität in die Welt großer Unternehmens-IT.

Anzeige

Apropos Regulierung – wer KI‑Agenten in Unternehmens‑IT einführt, muss jetzt die neuen Vorgaben der EU‑KI‑Verordnung kennen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung, Dokumentationsanforderungen und Übergangsfristen, damit Entwickler und Verantwortliche sofort handlungsfähig sind. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur EU‑KI‑Verordnung herunterladen

Claude Cowork: Die KI-Kollegin fürs Büro

Parallel zum Werkzeug für Programmierer baut Anthropic Claude Cowork für nicht-technische Fachkräfte aus. Die Software wendet die gleichen Prinzipien der Autonomie auf Geschäftsaufgaben an – von Finanzanalysen über Vertragsprüfungen bis zum Marketing.

Auch hier kommt nun das leistungsstarke Sonnet 4.6-Modell zum Einsatz. Büroangestellte können Hunderte von PDFs, Tabellen und Verträgen hochladen. Die KI durchsucht und analysiert diese Dokumentenberge miteinander, eine Aufgabe, die bisher manuell oder mit aufwendigen Workarounds verbunden war.

Ausblick: Asynchrone Agenten und wirtschaftliche Disruption

Die jüngsten Updates deuten auf eine Zukunft hin, in der KI-Agenten mit weitreichender Autonomie auf Nutzersystemen arbeiten. Branchenbeobachter erwarten die nächste Stufe: „Asynchrone Agenten“, die ein Projekt am Freitagnachmittag übernehmen und das fertige Ergebnis am Montagmorgen präsentieren.

Doch die wachsenden Fähigkeiten bergen auch disruptive Kraft. Die heftigen Kursrückgänge an den Aktienmärkten nach früheren Anthropic-Ankündigungen – besonders bei Software- und Dienstleistungsunternehmen – waren ein Vorgeschmack. Die Diskussion wird sich von technischen Spezifikationen zunehmend zur wirtschaftlichen Frage verlagern: Was bedeutet es, wenn KI-Agenten die Arbeit von Juniorenternwicklern und Business-Analysten zu einem Bruchteil der Kosten übernehmen können?

Anzeige

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis.

 Hol dir den Wissensvorsprung der Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.