Anthropic, Millionen

Anthropic investiert 20 Millionen Euro in KI-Regulierung

12.02.2026 - 23:51:12

Die KI-Firma Anthropic finanziert eine politische Gruppe, die für strenge, bundesstaatliche KI-Regulierung kämpft. Dies verschärft den Konflikt mit Wettbewerbern wie OpenAI um die künftige Gesetzgebung.

KI-Sicherheitsfirma Anthropic steckt 20 Millionen Euro in eine politische Lobbygruppe. Damit heizt das Unternehmen die Debatte um KI-Regulierung in den USA weiter an – mit möglichen Folgen für Europa.

Die Spende geht an Public First Action, eine überparteiliche Organisation. Sie unterstützt Kandidaten, die sich für strenge KI-Sicherheitsvorkehrungen einsetzen. Für Beobachter ist dies eine deutliche Eskalation im politischen Kampf der führenden KI-Labore. Sie wollen die Gesetzgebung für die rasante Technologie aktiv mitgestalten.

Ein Riss geht durchs Silicon Valley

Hinter der Millionenspende verbirgt sich ein tiefer ideologischer Graben in der Tech-Branche. Anthropic unterstützt gezielt den Ansatz von Public First Action. Dieser setzt sich für staatliche KI-Regulierungen ein und lehnt eine ausschließliche Bundesgesetzgebung ab. Letztere würde US-Bundesstaaten daran hindern, eigene, strengere Gesetze zu erlassen.

Diese Position kollidiert direkt mit der Linie von Wettbewerbern wie OpenAI. Deren Präsident Greg Brockman unterstützt die rivalisierende Super-PAC Leading the Future. Diese verfügt über ein Budget von rund 115 Millionen Euro und wirbt für ein einheitliches, weniger strenges Bundesgesetz. Sie argumentiert, dies fördere die Innovation.

Anthropic kontert nun mit finanzieller Schlagkraft. Das Unternehmen betont seine Verantwortung, Leitplanken für die von ihm entwickelte Technologie mitzubauen.

Wer profitiert? Die Agenda von Public First Action

Public First Action wird von ehemaligen Kongressmitgliedern geführt. Die Agenda der Gruppe umfasst Transparenz bei KI-Modellen, einen starken regulatorischen Rahmen auf Bundesebene und die Sicherung der US-Führungsposition im globalen KI-Wettlauf.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Abwehr unmittelbarer Risiken. Dazu zählen der Missbrauch von KI für Cyberangriffe oder die Entwicklung biologischer Waffen.

Die Organisation unterstützt bereits Kandidaten beider Parteien. Ein Beispiel ist die Republikanerin Marsha Blackburn, die für das Gouverneursamt in Tennessee kandidiert. Sie hat sich gegen Bestrebungen gewehrt, den Bundesstaaten eigene KI-Gesetze zu verbieten. Insgesamt will Public First Action 30 bis 50 Kandidaten unterstützen.

Der große Kontext: Wer regiert die KI?

Die Spende fällt in eine Zeit wachsender öffentlicher Besorgnis. Einer aktuellen Umfrage zufolge glauben 69 Prozent der Amerikaner, dass ihre Regierung zu wenig zur Regulierung von KI unternimmt. Die technologische Entwicklung hat die Politik überholt und ein Vakuum geschaffen.

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Mehrere Bundesstaaten haben bereits eigene Gesetze auf den Weg gebracht. Kalifornien verabschiedete 2025 sieben KI-Gesetze. In Colorado tritt Mitte 2026 ein Gesetz in Kraft, das Unternehmen zur Vermeidung algorithmischer Diskriminierung verpflichtet. Genau diese Initiativen sind der Zankapfel zwischen den Lagern.

Ausblick: KI wird zum Wahlkampfthema

Die 20 Millionen Euro von Anthropic garantieren, dass die KI-Regulierung ein zentrales und gut finanziertes Thema im anstehenden Wahlkampf wird. Der finanzielle Wettlauf zwischen den Tech-Ideologien wird Kandidaten zwingen, klare Positionen zu beziehen.

Die Wähler können eine Flut an Kampagnen zu den Risiken und Chancen der KI erwarten. Das Ergebnis könnte eine Koalition von Gesetzgebern hervorbringen, die den ersten umfassenden KI-Rechtsrahmen der USA schaffen. Dieser würde die Technologie für Jahrzehnte prägen – mit globalen Auswirkungen, die auch Europa betreffen.

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