Anthropic, KI-Agenten

Anthropic greift mit KI-Agenten SAP und Co. an

24.02.2026 - 18:32:46 | boerse-global.de

Die KI-Sicherheitsfirma Anthropic drängt mit spezialisierten KI-Agenten für Finanzen und Ingenieurwesen in den deutschen Unternehmenssoftware-Markt und stellt sich gegen etablierte SaaS-Anbieter.

KI-Sicherheitsfirma Anthropic startet einen Frontalangriff auf den deutschen Unternehmenssoftware-Markt. Mit einer neuen Suite spezialisierter KI-Agenten für sein Modell Claude zielt das Unternehmen direkt auf Kerngeschäftsprozesse in Finanzen, Ingenieurswesen und Design ab – und stellt sich damit gegen etablierte SaaS-Riesen wie SAP.

Dieser strategische Schwenk katapultiert Anthropic aus der Rolle des reinen KI-Lieferanten in den lukrativen Markt für Abteilungssoftware. Die neuen Agenten sollen komplexe, domänenspezische Aufgaben übernehmen und damit traditionelle Softwarelösungen ergänzen oder ersetzen. Der Vorstoß erfolgt inmitten einer Reihe weiterer Unternehmensaktivitäten, die alle ein Ziel verfolgen: Claude zur unverzichtbaren KI für globale Unternehmen zu machen. Der Markt für Unternehmens-KI-Agenten, der bis 2028 auf über 50 Milliarden Euro geschätzt wird, ist damit zum neuen Schlachtfeld der großen KI-Labore geworden.

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Die neue Front: KI-Agenten für jede Abteilung

Das neueste Angebot von Anthropic führt eine Plugin-Architektur ein, die den Claude-Assistenten mit vorgefertigten Workflows für spezifische Unternehmensabteilungen ausstattet. Für Finanzteams könnte dies die Automatisierung von Monatsabschlüssen bedeuten, während Ingenieursabteilungen die Agenten für anspruchsvolles Projektmanagement nutzen könnten. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass Anthropic einen größeren Anteil am Unternehmensbudget erobern will – nicht mit Basistechnologie, sondern mit greifbaren, in Workflows integrierten KI-Lösungen.

Diese Fokussierung wird durch aktuelle Nutzungsdaten untermauert. Ein Bericht vom 23. Februar 2026 zeigt, dass etwa die Hälfte aller API-Aufrufe für Claude mit Softwareentwicklung zu tun hat. Der gleiche Bericht stellt fest, dass Claude Code, der KI-Coding-Assistent des Unternehmens, inzwischen autonom über 45 Minuten arbeiten kann – eine deutliche Steigerung gegenüber vor drei Monaten.

Strategische Allianzen für regulierte Branchen

Um seine Unternehmensstrategie zu untermauern, kündigte Anthropic am 17. Februar 2026 eine große Partnerschaft mit dem globalen Digitaldienstleister und Beratungsriesen Infosys an. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, KI-Agenten für stark regulierte Branchen wie Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Fertigung zu entwickeln. Dabei werden die Claude-Modelle mit „Infosys Topaz“ verknüpft, einer KI-zentrierten Dienstleistungsplattform.

Die Allianz wird sich zunächst auf die Modernisierung von Netzwerkoperationen für Telekommunikationsunternehmen und die Automatisierung von Risikoerkennung und Compliance-Berichten im Finanzsektor konzentrieren. Die Domänenexpertise von Partnern wie Infosys ist für Anthropic entscheidend, um die Lücke zwischen einem funktionierenden KI-Modell und einer zuverlässig einsetzbaren Lösung in präzisionsgetriebenen Branchen zu schließen.

Stärkung für Entwickler und Sicherheitsteams

Für technische Unternehmenskunden rollte Anthropic am 21. Februar 2026 „Claude Code Security“ aus. Diese neue Funktion, zunächst als Vorabversion für Enterprise-Kunden verfügbar, befähigt die KI, gesamte Software-Codebasen auf Sicherheitslücken zu scannen und proaktiv Patches zur menschlichen Überprüfung vorzuschlagen. Das Tool soll Sicherheitsteams helfen, Probleme zu finden, die traditionelle statische Analysemethoden übersehen könnten.

Die Leistungsgrundlage für diese neuen Unternehmensfähigkeiten liefert ein kontinuierlich verbessertes Modell. Am 18. Februar veröffentlichte Anthropic Claude Sonnet 4.6, ein leistungsstärkeres Modell mit wesentlichen Verbesserungen beim Programmieren und logischen Schlussfolgern. Dieses Modell, das jetzt Standard für viele Claude-Produkte ist, liefert die nötige Leistung für die komplexen, mehrstufigen Aufgaben von Unternehmens-KI-Agenten.

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Analyse: Ein direkter Angriff auf das SaaS-Ökosystem

Die jüngsten Ankündigungen von Anthropic markieren einen grundlegenden Wandel. Indem das Unternehmen seine leistungsstarken Modelle in abteilungsspezifische Agenten bündelt, steigt es in der Wertschöpfungskette auf – vom Infrastrukturanbieter zum direkten Anwendungskonkurrenten. Diese Strategie bedroht etablierte SaaS-Unternehmen, die ihr Geschäft genau auf die Automatisierung jener Workflows aufgebaut haben, die Anthropic nun ins Visier nimmt.

Die Partnerschaft mit Infosys unterstreicht eine Markteinführungsstrategie, die das tiefe Branchenwissen etablierter Dienstleister nutzt, um die Akzeptanz in komplexen Sektoren zu beschleunigen. Dieser Ansatz, kombiniert mit der kontinuierlichen Veröffentlichung leistungsfähiger Spezialtools, positioniert Anthropic als ernstzunehmenden Spieler im Rennen um die Vorherrschaft im Unternehmens-KI-Markt.

Die Zukunft wird zeigen, ob Anthropic diese ehrgeizige Strategie umsetzen kann. Der Erfolg hängt von der Zuverlässigkeit, Sicherheit und den messbaren Produktivitätsgewinnen der neuen Agenten ab. Der Fokus des Unternehmens auf vertrauenswürdige und sichere KI könnte sich dabei als entscheidender Wettbewerbsvorteil erweisen.

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