Angriff auf das Allzeithoch – oder fette Bullenfalle im DAX 40?
27.01.2026 - 07:37:52Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Vibe Check: Der DAX 40 liefert aktuell ein echtes Psychospiel auf dem Frankfurter Parkett. Nach einer grüne Rallye in den vergangenen Wochen wirkt der Markt, als würde er direkt vor einem möglichen Ausbruch stehen – aber die Kurskerzen zeigen gleichzeitig, dass die Bären jede Schwäche gnadenlos für Gewinnmitnahmen nutzen. Statt klarer Trendbewegung sehen wir ein nervöses Hin und Her: mal dominieren die Bullen mit Attacken auf neue Hochs, dann wieder ein plötzlicher Rücksetzer, der wie ein Mini-Crash wirkt und alle Dip-Käufer auf die Probe stellt.
Die Bewegungen sind kraftvoll, aber stark schwankend: intraday heftige Ausschläge, abwechselnd starke grüne und rote Tage, technisch ein klassisches Bild von Unsicherheit direkt unter einer psychologischen Marke. Das ist genau die Zone, in der FOMO und Panik Hand in Hand gehen: die einen wollen den vermeintlich sicheren Bullenmarkt nicht verpassen, die anderen sehen bei jeder roten Kerze schon den Beginn eines größeren Absturzes.
Die Story: Was treibt diesen Nervenkitzel im DAX wirklich an? Im Kern sind es drei dominante Baustellen: die Geldpolitik der EZB unter Christine Lagarde, die makroökonomische Verfassung der deutschen Wirtschaft und die Unternehmenszahlen der DAX-Schwergewichte.
1. EZB & Lagarde – Zinswende, aber mit Ansage auf Zeitlupe
Die Europäische Zentralbank bleibt der entscheidende Taktgeber. Nach der aggressiven Zinserhöhungsphase steht Europa nun in einer Phase, in der jeder Halbsatz von Christine Lagarde den Markt drehen kann. Die Inflation in der Eurozone ist zwar spürbar zurückgekommen, liegt aber noch nicht so tief und stabil, dass die EZB einfach locker lassen kann. Genau dieses Spannungsfeld macht den DAX so anfällig für Stimmungsschwankungen.
Der Markt preist inzwischen eine vorsichtige Lockerung der Geldpolitik ein – aber nicht als schnellen Crash der Zinsen nach unten, sondern eher als zähen Prozess. Jeder Datensatz zu Inflation, Löhnen oder Konjunktur wird daher scharf beobachtet. Fallen die Zahlen schwächer aus, wächst die Angst vor einer Rezession, was besonders zyklische DAX-Werte belastet. Fallen sie stärker aus, fürchten die Trader, dass Lagarde länger auf einem restriktiven Kurs bleibt und damit die Finanzierungskosten für Unternehmen hoch bleiben. Beides erzeugt Druck auf den Index – nur mit unterschiedlicher Story.
2. Deutschland als Konjunkturpatient – und dennoch Börsenstar?
Makroökonomisch wirkt Deutschland auf den ersten Blick eher wie ein Problemfall: schwache Industrieproduktion, zähe Investitionen, Unsicherheit bei Energiepreisen, schleppende Bürokratie. Trotzdem zeigt der DAX ein erstaunlich robustes Bild. Warum? Weil die Börse die Zukunft handelt, nicht die Gegenwart. Investoren setzen darauf, dass der zyklische Tiefpunkt der deutschen Konjunktur durchschritten wird und dass besonders Export- und Industrieunternehmen von einer globalen Erholung profitieren.
Hinzu kommt: Viele internationale Investoren waren lange Zeit untergewichtet in deutschen Aktien. Sobald sich die Stimmung auch nur leicht aufhellt – etwa durch bessere Auftragseingänge, stabilere Einkaufsmanagerindizes oder positive Signale aus China und den USA – fließt Kapital zurück nach Frankfurt. Das sorgt für schnelle Aufwärtsbewegungen und verstärkt den Eindruck einer Rallye, obwohl die Realwirtschaft noch gar nicht richtig durchatmet.
3. DAX-Schwergewichte: Tech, Autos, Industrie im Scheinwerferlicht
Auf Einzeltitelebene teilen sich einige wenige Player den Großteil der Aufmerksamkeit. Globale Software- und Technologiewerte aus Deutschland ziehen den Index nach oben, wenn sie solide Wachstumszahlen, hohe Margen und starke Cloud- oder Digitalumsätze liefern. Zugleich steht die Autoindustrie permanent im Brennpunkt: Diskussionen um Elektromobilität, Preiskämpfe, Subventionsabbau und Konkurrenz aus China sorgen für regelmäßige Schockwellen – sowohl positiv als auch negativ.
Industriewerte und Anlagenbauer werden von den Erwartungen an den globalen Investitionszyklus getrieben: Investiert die Welt wieder mehr in Maschinen, Anlagen, Infrastruktur und Automatisierung, reagieren diese Titel sensibel nach oben. Fallen dagegen Rezessionssorgen oder geopolitische Spannungen stärker aus, geraten genau diese Werte unter Druck – und ziehen den DAX als Ganzes mit nach unten.
Social Pulse - Die Big 3:
YouTube: Check diese Analyse: Aktuelle DAX Analyse auf YouTube
TikTok: Markttrend: #dax40 Trend auf TikTok
Insta: Stimmung: DAX-Hashtag auf Instagram
Wenn du dir den Social Feed anschaust, siehst du ein klares Muster: Kurzfristige Trader feiern jede grüne Rallye und posten Charts mit potenziellen Ausbruchsszenarien. Konservative Anleger dagegen warnen vor einer Bullenfalle und sprechen von einem Markt, der sich bereits im späten Stadium des Zyklus befindet. Diese Diskrepanz ist pures Brennmaterial für Volatilität.
- Key Levels: Der DAX handelt aktuell in einer Zone, die wie ein magnetischer Bereich wirkt: oben lauern Widerstände knapp unter dem bisherigen Allzeithoch, darunter mehrere Unterstützungsbereiche, an denen die Bullen bisher immer wieder den Dip gekauft haben. Solange diese wichtigen Zonen halten, bleibt das Setup eher bullish – ein sauberer Bruch nach unten könnte jedoch einen deutlichen Stimmungsumschwung Richtung Bärenmarkt triggern.
- Sentiment: In Frankfurt haben momentan leicht die Bullen die Oberhand, aber ohne echten Durchmarsch. Es fühlt sich mehr nach einem fragilen Vorsprung an als nach einem dominanten Bullenmarkt. Jeder neue Konjunkturdatenpunkt, jede EZB-Äußerung und jede Gewinnwarnung eines DAX-Konzerns kann die Stimmung kippen. Fear & Greed wechseln sich teilweise innerhalb eines Handelstages ab.
Technische Szenarien: Wie geht es weiter?
Aus charttechnischer Sicht spielt sich der DAX in einer klassischen Entscheidungszone ab. Mehrfach wurde ein großer Widerstandsbereich angelaufen, aber noch nicht mit Nachdruck überwunden. Das spricht für ein Patt zwischen starken Händen, die auf den Ausbruch spekulieren, und institutionellen Investoren, die auf diesem Niveau bereitwillig Kasse machen.
Bullishes Szenario: Gelingt ein klarer Ausbruch über die aktuelle Widerstandszone mit hohem Volumen, könnte sich eine neue Aufwärtswelle etablieren. In diesem Fall rechnen viele Charttechniker mit einem weiteren Schub in Richtung eines neuen Allzeithochs. Treiber wären dann wahrscheinlich stabile oder leicht bessere Makrodaten aus der Eurozone, eine verbal etwas weichere EZB sowie positive Überraschungen in der Berichtssaison.
Bärisches Szenario: Scheitert der DAX erneut deutlich am Widerstand und fällt anschließend dynamisch unter die jüngsten Unterstützungsbereiche, wäre das ein starkes Signal für eine Bullenfalle. Dann könnten Stop-Loss-Kaskaden ausgelöst werden, die den Index in einen spürbaren Rücksetzer zwingen. Ein solcher Rückgang wäre inhaltlich leicht mit Argumenten wie schwachem Wachstum, anhaltenden Zinsängsten oder geopolitischer Unsicherheit zu erklären – aber technisch wäre es vor allem das Brechen wichtiger Zonen.
Seitwärts-Szenario: Mindestens ebenso wahrscheinlich ist ein zähes Seitwärtsgeschiebe: Der DAX schwankt in einer breiten Range, Volatilität bleibt erhöht, aber ohne klaren Trend. In so einem Umfeld verdienen vor allem kurzfristige Trader, die konsequent Range-Handel betreiben, während Trendfolger eher frustriert zuschauen.
Fazit: Der DAX 40 ist aktuell weder klarer Crash-Kandidat noch sicherer Bullenmarkt-Himmel. Er ist ein Trader-Markt. Die Story dahinter ist eine Mischung aus vorsichtiger Hoffnung auf eine Erholung der Euro-Wirtschaft, Respekt vor der EZB-Politik von Christine Lagarde und einer gehörigen Portion globaler Unsicherheit.
Für aktive Anleger bedeutet das:
- Keine blinde Euphorie – Rallyes können schnell in scharfe Korrekturen kippen.
- Keine übertriebene Panik – heftige Rücksetzer werden häufig als Gelegenheit genutzt, um den Dip zu kaufen.
- Fokus auf die Big Player im Index – Tech, Autos, Industrie und Finanzen setzen den Ton.
- Strenges Risikomanagement – Stopps, Positionsgrößen, klare Szenarien statt Bauchgefühl.
Ob wir vor einem echten Angriff auf neue Höhen stehen oder doch in einer fiesen Bullenfalle sitzen, entscheidet sich nicht in einem Tag, sondern über die nächsten Wochen: EZB-Kommunikation, Inflationsdaten, Wirtschaftssignale aus Deutschland und der Welt sowie die kommenden Unternehmenszahlen werden die Richtung vorgeben.
Für dich heißt das: informiert bleiben, Emotionen kontrollieren, Chancen und Risiken nüchtern abwägen – und ein klares Setup haben, bevor du auf den Kaufen- oder Verkaufen-Button drückst.
Genug von Service-Wüsten? Bei trading-house handelst du zu Neo-Broker-Konditionen (kostenlos!), aber mit echtem Profi-Support. Nutze exklusive Handelssignale, Algo-Trading und persönliches Coaching für deinen Erfolg. Tausche Anonymität gegen echte Betreuung. Jetzt Konto eröffnen und mit Profi-Support durchstarten
Risikohinweis: Finanzinstrumente, insbesondere CFDs auf Indizes wie den DAX 40, sind komplex und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Du solltest überlegen, ob du verstehst, wie diese Instrumente funktionieren, und ob du es dir leisten kannst, das hohe Risiko einzugehen, dein Geld zu verlieren. Dieser Inhalt dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.


