Android, Abhörangriffen

Android: 2G-Sperre schützt vor Abhörangriffen

17.01.2026 - 11:00:12

Android-Nutzer können sich jetzt effektiv gegen Abhörangriffe schützen. Der Schlüssel liegt in einer versteckten Einstellung, die das veraltete 2G-Netz deaktiviert. Diese sogenannte “2G-Sperre” blockt sogenannte IMSI-Catcher ab, die Kommunikation abfangen oder Schadsoftware einschleusen.

Die Gefahr lauert in einer jahrzehntealten Schwachstelle. Angreifer nutzen kompakte Geräte wie “Stingrays” oder “SMS-Blaster”, die einen echten Mobilfunkmast simulieren. Sie senden ein stärkeres Signal aus und zwingen Smartphones in der Nähe zur Verbindung.

Im nächsten Schritt kommt die Downgrade-Attacke: Das moderne 5G- oder LTE-Gerät wird auf den 2G-Standard (GSM) von 1991 gezwungen. Dieses Netz hat gravierende Sicherheitslücken. Es fehlt die gegenseitige Authentifizierung – das Handy prüft nicht, ob der Mast echt ist. Die Verschlüsselung ist schwach oder nicht vorhanden.

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Die Angreifer nutzen diese Lücke für verschiedene Zwecke:
* Abhören von Telefonaten
* Gezieltes Phishing per SMS, um Bankdaten zu stehlen
* Präzise Standortüberwachung von Personen

Die Hardware für solche Angriffe ist mittlerweile klein genug für einen Rucksack und oft legal online erwerbbar.

Androids eingebaute Schutzmauer

Google hat reagiert und eine direkte Gegenmaßnahme in Android integriert. Tief in den Einstellungen versteckt liegt der Schalter “2G zulassen” (englisch: “Allow 2G”).

Wird diese Option deaktiviert, weist das Smartphone sein Modem an, 2G-Verbindungen zu ignorieren. Versucht ein Angreifer, das Gerät in den unsicheren Standard zu zwingen, lehnt es die Verbindung ab. Stattdessen sucht es weiter nach sicheren 4G- oder 5G-Signalen.

Diese Blockade erfolgt direkt auf der Hardware-Ebene (Radio Hardware Abstraction Layer) und ist daher sehr effektiv. Neuere Android-Versionen wie Android 15 und 16 haben den Schutz erweitert. Funktionen wie “Cellular Cipher Transparency” warnen Nutzer aktiv, wenn das Netz unverschlüsselt ist.

So aktivieren Sie den Schutz

Sicherheitsexperten raten zur präventiven Aktivierung, da die wenigsten Nutzer im Jahr 2026 noch auf 2G angewiesen sind. So finden Sie die Einstellung auf den meisten modernen Android-Geräten (z.B. Google Pixel, neuere Samsung Galaxy Modelle):

  1. Öffnen Sie die Einstellungen.
  2. Wählen Sie Netzwerk & Internet (oder “Verbindungen”).
  3. Tippen Sie auf SIM-Karten und wählen Ihre genutzte SIM aus.
  4. Deaktivieren Sie den Schalter bei “2G zulassen”.

Wichtige Hinweise:
* Die Option ist hardwareabhängig. Ältere oder günstige Modelle bieten sie möglicherweise nicht.
* Die Erreichbarkeit von Notrufen (112/911) bleibt garantiert. Im Ernstfall aktiviert das Smartphone alle verfügbaren Standards, inklusive 2G.

Android vs. iOS: Wer schützt besser?

Organisationen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) oder das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weisen seit Jahren auf die Risiken von 2G hin. Die aktuelle Bedrohung durch massenhaft versendete Betrugs-SMS erhöht die Dringlichkeit.

In diesem speziellen Bereich nimmt Android derzeit eine Vorreiterrolle ein. Apple bietet die 2G-Deaktivierung zwar im extrem restriktiven “Lockdown Mode” an. Dieser schränkt die Alltagsnutzung des iPhones jedoch stark ein. Android erlaubt die gezielte Abschaltung der Schwachstelle, ohne andere Funktionen zu beeinträchtigen.

Netzbetreiber halten 2G oft noch als Rückfallebene für alte Maschinen-Kommunikation (M2M) aktiv. Genau diese Langlebigkeit macht die clientseitige Abschaltung im Smartphone so wichtig.

Wann ist das Problem endgültig gelöst?

Langfristig soll der vollständige Umstieg auf 5G Standalone (5G SA) mit seinen robusteren Sicherheitsmechanismen Abhilfe schaffen. Bis diese Netze flächendeckend verfügbar sind, bleibt die manuelle “Härtung” des eigenen Geräts der effektivste Schutz.

Branchenbeobachter erwarten, dass weitere Hersteller dem Google-Vorbild folgen. Sie könnten die 2G-Sperre künftig standardmäßig aktivieren oder im Einrichtungsassistenten prominenter platzieren. Bis dahin liegt es in der Hand der Nutzer, den digitalen Riegel vorzuschieben.

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