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Europa Schluss: Verluste - Fragile Waffenruhe im Iran

28.05.2026 - 18:53:23 | dpa.de

An den europäischen Aktienmärkten haben die Anleger am Donnerstag wieder zurückhaltender agiert.

Denn die Waffenruhe im Iran-Krieg erscheint brüchig. So hatte das US-Militär nahe der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus eine iranische Stellung angegriffen, von der aus Drohnen gesteuert wurden. Nur für einen kurzen Ausflug ins Plus sorgte ein Bericht des US-Nachrichtenportals "Axios", wonach sich US-amerikanische und iranische Unterhändler auf eine Absichtserklärung zur Verlängerung des Waffenstillstands geeinigt hätten.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank zu Handelsschluss um 0,25 Prozent auf 6.055,11 Punkte, nachdem er zur Wochenmitte noch moderat gestiegen war. Außerhalb der Eurozone schloss der britische FTSE 100 GB0001383545 0,75 Prozent tiefer bei 10.425,96 Zählern. Der schweizerische SMI CH0009980894 verlor 0,9 Prozent auf 13.504,76 Punkte.

An der Spitze der europäischen Branchenübersicht zogen Technologiewerte EU0009658921 um 1,1 Prozent an. Sie profitierten von positiven Vorgaben aus den USA, wo Geschäftszahlen des Cloudsoftware-Spezialisten Snowflake US8334451098 die Anleger euphorisiert hatten.

Gefragt waren in Europa etwa STMicroelectronics NL0000226223 mit einem Anstieg von gut drei Prozent auf fast 60 Euro. Das Analysehaus Jefferies hatte das Kursziel deutlich von 52 auf 74 Euro angehoben. Die zyklische Erholung der Auto- und Industriebranchen nehme an Fahrt auf, schrieb Experte Janardan Menon. Für STMicroelectronics bedeute dies für das zweite Halbjahr starke Nachfrageaussichten. Auch Infineon DE0006231004 waren gesucht.

Gegen den Trend büßten die Anteilsscheine von Adyen NL0012969182 vier Prozent ein. Bei dem niederländischen Zahlungsdienstleister hatte der Finanzchef Ethan Tandowsky seinen Rücktritt angekündigt. Dieser habe zwar maßgeblich zur Einführung neuer Indikatoren für die Geschäftsentwicklung und zur Verbesserung der Prognosen beigetragen, schrieb Jefferies-Analyst Hannes Leitner. Zuletzt sei Tandowsky dennoch von den Investoren stärker in die Pflicht genommen worden.

Rüstungskonzerne stießen europaweit ebenfalls auf Kaufinteresse. Die Nachrichten zum Iran-Krieg begünstigten die Branchenstimmung. In Paris waren die Aktien von Thales FR0000121329 mit plus 2,7 Prozent begehrt. Für Leonardo IT0003856405 in Mailand und BAE Systems GB0002634946 in London ging es um 5,4 beziehungsweise 2,7 Prozent bergauf.

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