AMS sperrte 2025 über 160.000 Mal Arbeitslosengeld
16.02.2026 - 03:22:12 | boerse-global.deDas Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich hat im vergangenen Jahr in 162.391 Fällen das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe gesperrt. Die Zahl der Sanktionen liegt damit auf dem Niveau von 2024 – trotz einer deutlich angespannteren Lage am Arbeitsmarkt.
Sanktionen: Wo die Sperren drohen
Die Gründe für die Bezugssperren sind vielfältig. Den größten Block machen Verstöße gegen die Mitwirkungspflicht aus:
* 52.302 Sperren gab es für das Versäumen von Kontrollterminen.
* 29.206 Sperren wurden nach einer Selbstkündigung verhängt.
* Der Großteil von rund 80.000 Sanktionen betraf mangelnde Arbeits- oder Ausbildungswilligkeit.
Besonders auffällig ist der Anstieg bei den schwerwiegendsten Fällen. Wegen gänzlicher Arbeitsunwilligkeit strich das AMS 2025 in 1.733 Fällen den Leistungsbezug komplett – ein Plus von 17 Prozent im Jahresvergleich.
Schwacher Arbeitsmarkt, weniger Stellen
Die hohe Sanktionszahl steht vor einem düsteren wirtschaftlichen Hintergrund. Das Jahr 2025 war von Stagnation geprägt, die sich direkt auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Ende Januar 2026 waren in Österreich 456.192 Menschen arbeitslos oder in Schulung, die Quote stieg auf 8,8 Prozent.
Gleichzeitig bot der Markt dem AMS weniger Vermittlungsmöglichkeiten: Die Zahl der offenen Stellen sank 2025 um rund elf Prozent. Besonders stark stieg die Arbeitslosigkeit zuletzt bei Frauen.
Debatte: Soll das AMS strenger werden?
Angesichts der Zahlen fordern Stimmen aus dem AMS eine Verschärfung der Regeln. Kritisch sieht man etwa, dass der Anspruch auf Arbeitslosengeld bereits nach einem Monat Beschäftigung wiedererlangt werden kann. Zudem liegen die Beweislast und hohe prozessuale Hürden beim AMS selbst.
Diese Forderungen stehen im Kontrast zur Kritik von Sozialverbänden. Organisationen wie die Arbeiterkammer verweisen auf die negativen sozialen und psychischen Folgen der Sanktionen für Betroffene.
Fördern und Fordern in der Krise
Die Politik des AMS bewegt sich im klassischen Spannungsfeld. Ein soziales Netz soll absichern, gleichzeitig soll Druck die Rückkehr in den Job beschleunigen. Doch wie wirksam ist dieser Druck, wenn es weniger offene Stellen gibt?
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Kritiker argumentieren, dass er in einer solchen Phase vor allem zur Annahme prekärer Jobs führen kann. Die stagnierende Sanktionszahl bei steigender Arbeitslosigkeit deutet darauf hin, dass die konjunkturelle Schwäche die Wirkung der Instrumente begrenzt.
Keine schnelle Entspannung in Sicht
Für 2026 erwarten Forschungsinstitute nur ein minimales Wirtschaftswachstum von rund 0,5 Prozent. Eine deutliche Entspannung am Arbeitsmarkt ist nicht in Sicht. „Die Talsohle ist noch nicht durchschritten“, so AMS-Vorständin Petra Draxl.
Die Diskussion über Zumutbarkeit und Sanktionshöhe wird also weitergehen. Bleiben die Arbeitslosenzahlen hoch, dürften die Rufe nach einer strengeren Gangart lauter werden.
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