Ams Osram Aktie: Frist läuft ab
16.01.2026 - 19:54:31Bis heute Abend müssen die Gläubiger ihre Entscheidung treffen: Ams Osram will bis zu 300 Millionen Euro seiner Wandelanleihe vorzeitig zurückkaufen. Die Angebotsfrist endet um 17 Uhr MEZ – und könnte wegweisend für die weitere Sanierung des angeschlagenen Sensor- und Lichtkonzerns sein. Parallel hält eine hartnäckige Übernahmespekulation die Aktie in Bewegung.
Die wichtigsten Fakten:
– Rückkaufangebot für Wandelanleihe (Fälligkeit 2027) endet heute um 17:00 Uhr MEZ
– Dutch Auction mit Preisspanne zwischen 94 % und 96 % des Nennwerts
– Settlement geplant für 21. Januar 2026
– Infineon gilt als potenzieller Käufer für Geschäftsteile
– Verkaufserlöse sollen “weit über 500 Millionen Euro” bringen
300 Millionen Euro bis Börsenschluss
Der österreichische Konzern hat seine Gläubiger aufgefordert, die bis 2027 laufende Wandelanleihe vorzeitig zu verkaufen. Die Preisspanne liegt knapp unter Nennwert – zwischen 94 % und 96 %. Das Verfahren folgt dem Prinzip einer Dutch Auction, bei der die niedrigsten Gebote zuerst bedient werden.
Für Ams Osram hat die Transaktion doppelten Charme: Der Rückkauf unter Nennwert ermöglicht einen buchhalterischen Gewinn und senkt die künftige Zinslast. Das Ergebnis der Auktion wird in der kommenden Woche erwartet. Wie viele Gläubiger das Angebot annehmen, gilt als Vertrauensbeweis in die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens.
Infineon-Gerüchte verdichten sich
Neben der Anleihe-Operation dominiert eine hartnäckige M&A-Spekulation das Handelsgeschehen. Bereits am 12. Januar hatte Ams Osram in einer Ad-hoc-Mitteilung “fortgeschrittene Gespräche” über den Verkauf von Unternehmensteilen bestätigt. Nun verdichten sich Berichte, wonach der deutsche Halbleiterriese Infineon als potenzieller Käufer bereitsteht.
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Das Management hat die Verkaufsabsichten im Rahmen des im April 2025 verkündeten Entschuldungsplans offiziell gemacht. Ziel sind Erlöse von “weit über 500 Millionen Euro”. Die Aussicht auf eine schnelle Cash-Injektion stützt den Kurs, während Analysten vor einer möglichen Zerschlagung wertvoller Assets warnen. Das Analysehaus Zacks senkte sein Rating zuletzt auf “Strong Sell” – trotz der Übernahmefantasie.
Deleveraging unter Zeitdruck
Die aktuellen Maßnahmen sind Teil eines aggressiven Schuldenabbaus. Ams Osram kämpft mit einer drückenden Schuldenlast, die durch schwache operative Performance und hohe Zinsen zum Problem geworden ist. Der mögliche Teilverkauf an Infineon würde die strategische Landkarte der europäischen Halbleiterindustrie neu ordnen – wird von Investoren aber auch als Eingeständnis gewertet, dass der Konzern in seiner aktuellen Aufstellung schwer zu finanzieren ist.
Am 21. Januar folgt das Settlement des Anleiherückkaufs. Parallel bleibt die Aktie anfällig für Ad-hoc-Meldungen zum Stand der M&A-Verhandlungen. Solange keine finalen Unterschriften stehen, dürfte die Volatilität hoch bleiben.
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