AMS, Vermittlungserfolge

AMS meldet erste Vermittlungserfolge trotz steigender Arbeitslosigkeit

04.01.2026 - 10:43:12

Die Arbeitslosenquote in Österreich erreicht 8,4 Prozent, zeigt aber erste Anzeichen einer Stabilisierung. Neue gesetzliche Regeln und regionale Initiativen sollen den Arbeitsmarkt beleben.

Die Arbeitslosenzahlen in Österreich sind zum Jahreswechsel erneut gestiegen. Das Arbeitsmarktservice (AMS) verzeichnete Ende Dezember 2025 insgesamt 434.572 arbeitslose oder in Schulung befindliche Personen – ein Plus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die nationale Quote kletterte auf 8,4 Prozent. Doch parallel meldet die Behörde bereits erste Vermittlungserfolge für das neue Jahr. Treiber sind neue gesetzliche Regeln und regionale Initiativen.

Gemischte Signale zum Jahresstart

Die aktuellen Daten zeigen ein differenziertes Bild. Während die Gesamtzahl der Arbeitssuchenden um rund 8.560 Personen stieg, verlangsamte sich der Anstieg im Vergleich zu den Vormonaten. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten legte im Jahresvergleich sogar leicht zu.

Besonders betroffen sind zwei Gruppen:
* Frauen: Ihre Arbeitslosigkeit stieg signifikant um 6,6 Prozent.
* Langzeitarbeitslose: Über 102.000 Personen sind länger als ein Jahr ohne Job – ein Plus von 12,8 Prozent.

Experten deuten die abflachende Kurve als erstes Anzeichen, dass die Talsohle der Rezession durchschritten sein könnte.

Anzeige

Passend zum Thema neue Regeln und Beschäftigungsverhältnisse: Ob Sie eine neue Stelle antreten oder Ihr befristetes Beschäftigungsverhältnis anpassen müssen – rechtssichere Arbeitsverträge schützen vor teuren Fehlern. Das kostenlose E‑Book erklärt aktuelle Musterformulierungen, typische Fallstricke und wie Sie Bußgelder vermeiden können. Ideal für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die durch Gesetzesänderungen nicht überrascht werden wollen. Jetzt gratis E‑Book „Der Arbeitsvertrag“ herunterladen

Neue Regeln bringen Bewegung in den Markt

Seit 1. Jänner 2026 gelten verschärfte Vorgaben für den geringfügigen Zuverdienst während der Arbeitslosigkeit. Diese Möglichkeit wurde weitgehend eingeschränkt, um Anreize für vollversicherte Jobs zu schaffen. Die Maßnahme zeigt offenbar bereits Wirkung.

Laut Berichten aus AMS-Geschäftsstellen nutzen viele Arbeitssuchende die Übergangsfrist bis Ende Januar, um ihre Beschäftigungsverhältnisse zu regularisieren. Das AMS unterstützt diesen Prozess mit intensiver Beratung. Zudem startete die neue „Weiterbildungszeit“, die die traditionelle Bildungskarenz ersetzt. Erste Vermittlungen in diese Schiene, besonders in Pflege und Technik, laufen vielversprechend an.

Regionale Unterschiede und Branchentrends

Die Lage in den Bundesländern ist uneinheitlich. Während Industrieregionen unter der Exportflaute leiden, zeigen andere Bezirke Resilienz.
* Die Bauwirtschaft verzeichnete überraschend einen minimalen Rückgang der Arbeitslosigkeit.
* In Bezirken wie Liezen (Steiermark) fiel der Anstieg mit 0,5 Prozent deutlich moderater aus.
* Regionen wie Bruck an der Leitha melden Erfolge bei der Eindämmung von Langzeitarbeitslosigkeit durch frühe Betreuung.

Kritisch bleibt die Situation im Handel und in der Industrie. Zudem sinkt das Stellenangebot: Mit rund 67.600 sofort verfügbaren Jobs meldet das AMS einen Rückgang von über 16 Prozent.

Vorsichtiger Optimismus für 2026

Wirtschaftsanalysten und politische Entscheidungsträger blicken mit „vorsichtigem Optimismus“ nach vorn. AMS-Vorstand Johannes Kopf sieht erkennbare Anzeichen einer Konjunkturerholung. Auch OeNB-Gouverneur Martin Kocher rechnet für das Frühjahr mit einer spürbaren Trendwende.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen um etwa 4.000 Personen und einen Beschäftigungszuwachs von rund 27.000 Stellen. Der Fokus des AMS liegt 2026 klar auf Jugendlichen, der Generation 55 plus und Frauen. Für letztere sollen spezifische Programme den überproportionalen Anstieg bremsen.

Ob die erhoffte Trendwende tatsächlich im Frühjahr durchschlägt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Wochen nach Ende der Zuverdienst-Frist Ende Januar gelten als erste Bewährungsprobe.

Anzeige

Übrigens: Für Arbeitgeber und Betriebsverantwortliche ist jetzt besonders wichtig, Arbeitszeiten rechtssicher zu erfassen und zu dokumentieren. Ein kostenloses E‑Book liefert praktische Vorlagen, Checklisten und erklärt, wie Sie die gesetzliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung effizient umsetzen – so schützen Sie sich vor Bußgeldern und schaffen klare Grundlagen für Personalentscheidungen. Arbeitszeiterfassung jetzt rechtssicher umsetzen

@ boerse-global.de