American Superconductor Aktie: 9,33% Minus trotz 34% Wachstum
28.05.2026 - 09:23:50 | boerse-global.deAmerican Superconductor hat ein starkes Geschäftsjahr hinter sich. Umsatz und Gewinn legten kräftig zu, die Auftragsbücher füllten sich, und im abgelaufenen Quartal übertraf der US-Spezialist für Stromnetz- und Windtechnik die Erwartungen klar. Trotzdem rutschte die Aktie im nachbörslichen Handel ab. Der Grund liegt nicht im Rückblick, sondern im Ausblick.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 kletterten die Erlöse auf 86,4 Millionen Dollar. Das lag deutlich über den Schätzungen und gut 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie schnitt das Unternehmen besser ab als erwartet. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 4,5 Millionen Dollar.
Starkes Jahr, voller Auftragsbestand
Für das Gesamtjahr 2025 meldete American Superconductor einen Umsatzsprung von 34 Prozent auf fast 300 Millionen Dollar. Der Nettogewinn lag bei 133,8 Millionen Dollar beziehungsweise 3,05 Dollar je Aktie. Treiber waren vor allem organisches Wachstum sowie ein strategischer Zukauf, der den Zugang zu Chancen im Versorger- und Industriegeschäft in Lateinamerika erweitern soll.
Auch der Auftragsbestand entwickelte sich kräftig. Er stieg binnen zwölf Monaten um fast 40 Prozent auf rund 280 Millionen Dollar. Am Bilanzstichtag verfügte das Unternehmen zudem über 147,6 Millionen Dollar an liquiden Mitteln und eingeschränkt verfügbaren Barmitteln. Das verschafft Spielraum. Und es unterstreicht, dass das Wachstum bislang nicht auf wackligem Fundament steht.
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Der Ausblick enttäuscht trotzdem
Genau hier setzt die Enttäuschung der Börse an. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres stellt American Superconductor zwar weiter Wachstum in Aussicht, aber offenbar nicht genug, um die hohen Erwartungen des Marktes zu erfüllen. Der Umsatz soll über 85 Millionen Dollar liegen. Der Nettogewinn soll über 3 Millionen Dollar liegen, entsprechend mindestens 0,07 Dollar je Aktie; auf Non-GAAP-Basis peilt das Unternehmen mehr als 8 Millionen Dollar oder 0,17 Dollar je Aktie an.
Die Reaktion fiel entsprechend aus. Die Aktie notiert heute bei 41,31 Euro und damit 9,33 Prozent tiefer als am Vortag. Seit Jahresbeginn liegt sie trotzdem noch mit 53,17 Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten sogar mit 67,25 Prozent. Der jüngste Rücksetzer wirkt damit eher wie ein Dämpfer nach einer starken Laufstrecke als wie ein Bruch des Trends.
Data-Center-Nachfrage stützt das Geschäft
Im Kern profitiert American Superconductor von zwei Motoren: dem klassischen Energiesektor und der wachsenden Nachfrage nach Rechenzentren im Versorgerumfeld. Im vierten Quartal näherten sich die Auftragseingänge der Marke von 100 Millionen Dollar. Das spricht für eine solide Nachfragebasis in Grid- und Windgeschäft.
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