American International Group: Was hinter dem Kurs steckt – und was deutsche Anleger jetzt prüfen sollten
16.02.2026 - 13:12:10American International Group (AIG) überrascht mit robustem Gewinn, höheren Dividenden und aggressiven Aktienrückkäufen – doch die Aktie bleibt aus deutscher Sicht ein Underperformer gegenüber dem US-Markt. Für Sie als Anleger stellt sich die Frage: Ist das jetzt eine Value-Chance oder ein Versicherungsriese mit begrenztem Wachstum?
Was Sie jetzt wissen müssen: AIG profitiert von steigenden Prämien in der Industrieversicherung, einem profitablen Rückversicherungsportfolio und Milliardengewinnen aus dem Investmentergebnis. Gleichzeitig belasten höhere Schäden durch Naturkatastrophen und der anhaltende Wettbewerb im europäischen Markt.
Für deutsche Investoren, die via Xetra, Tradegate oder direkt an der NYSE in AIG einsteigen können, ist entscheidend: Die Story ist klar auf hohe Cashflows, Rückkäufe und Dividenden ausgerichtet – weniger auf hyperdynamisches Wachstum. Wer auf Substanz und Ausschüttung setzt, sollte genauer hinsehen.
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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs
In den jüngsten Quartalszahlen (Quelle u. a.: Investor-Relations von AIG sowie aktuelle Berichte von Reuters und Bloomberg) hat AIG erneut gezeigt, dass der Konzern seine Neuausrichtung nach der Finanzkrise nahezu abgeschlossen hat. Das Kerngeschäft besteht heute im Wesentlichen aus:
- Allgemeine Versicherung (General Insurance): Industrie- und Firmenkunden, Sach-, Haftpflicht- und Spezialversicherungen weltweit.
- Lebens- und Rentenlösungen (Corebridge-Beteiligung): AIG hält noch eine bedeutende Beteiligung an Corebridge Financial, die schrittweise monetarisiert wird.
- Kapitalmanagement: Anlagen in Anleihen, strukturierten Produkten und alternativen Investments zur Erzielung stabiler Erträge.
In den aktuellsten Zahlen stachen laut den Berichten von Reuters und finanzen.net insbesondere drei Punkte hervor:
- Steigende Underwriting-Margen in der Schaden-/Unfallversicherung dank höherer Prämien und strenger Zeichnungspolitik.
- Hohe Kapitalrückführung an Aktionäre über Dividenden und Aktienrückkäufe.
- Stabile Solvabilität, was in einem Umfeld zunehmender Naturkatastrophen und Regulierung für Versicherer essenziell ist.
Typischerweise reagieren Investoren positiv auf diese Kombination aus Ertragsstärke und Kapitaldisziplin. Dennoch bleibt der Kursverlauf moderat im Vergleich zum S&P 500 oder zu wachstumsstarken Finanzwerten. Die Bewertung reflektiert, dass AIG zwar wieder ein verlässlicher Versicherer ist, aber kein klassischer Wachstumswert.
| Kennzahl | Einordnung | Bedeutung für Anleger in Deutschland |
|---|---|---|
| Ergebnis je Aktie (Adjusted EPS) | Deutlich über den Analystenerwartungen in den jüngsten Quartalen | Spricht für operative Stärke – wichtig für Einkommensinvestoren und Dividendenstrategie |
| Combined Ratio (Schaden-/Kostenquote) | Unter 95 % in wichtigen Sparten | Werte unter 100 % bedeuten profitables Versicherungsgeschäft vor Kapitalanlagen |
| Aktienrückkäufe | Milliardenprogramm, Reduktion der ausstehenden Aktien | Stützt den Gewinn je Aktie und kann langfristig den Kurs nach oben treiben |
| Dividendenrendite | Attraktiv im Vergleich zu vielen DAX-Finanzwerten | Interessant für deutsche Anleger mit Fokus auf regelmäßige Ausschüttungen |
| Bewertung (KGV, KBV) | Discount zu einigen großen US-Versicherern | Value-Case: Günstige Bewertung, wenn die Ertragsstärke nachhaltig bleibt |
Was bedeutet das konkret für den deutschen Markt?
Für deutsche Anleger ist AIG in mehrfacher Hinsicht relevant:
- Direktes Investment: Die Aktie kann über gängige Broker in Deutschland an der NYSE oder auf Plattformen wie Tradegate gehandelt werden. Sie eignet sich als Beimischung im Finanz- oder Versicherungs-Segment eines globalen Portfolios.
- Versicherungspreise und Rückversicherungsmarkt: AIG ist ein wichtiger Player im internationalen Industrieversicherungsmarkt. Steigende Prämien und strengere Bedingungen wirken sich auch auf große deutsche Unternehmen aus, die global versichert sind – von DAX-Konzernen bis zum gehobenen Mittelstand.
- Euro-Dollar-Wechselkurs: Für deutsche Anleger hat die Währungsseite Gewicht. Ein starker US-Dollar kann die in Euro umgerechnete Rendite erhöhen, ein schwacher Dollar sie drücken.
Correlated Risk: AIG ist stark zyklisch mit der globalen Konjunktur, dem Zinsumfeld in den USA und den Kapitalmärkten verflochten. Steigende US-Zinsen verbessern das Anlageergebnis der Versicherer, können aber gleichzeitig die Bewertung von Aktien unter Druck setzen. Für Anleger in Deutschland heißt das: Wer in AIG investiert, wettet indirekt auch auf das US-Zinsniveau und die Stabilität der Finanzmärkte.
Warum die Aktie im Fokus internationaler Value-Investoren steht
Auf Plattformen wie Reddit und in institutionellen Research-Notes wird AIG oft als klassischer Turnaround- und Value-Case beschrieben: Nach der massiven Restrukturierung seit der Finanzkrise hat der Konzern sein Geschäftsportfolio gestrafft, Risiken reduziert und Altlasten ausgebucht. Das Ergebnis ist ein kapitalstarker Versicherer mit Fokus auf Profitabilität.
International aktive Investoren heben hervor:
- Niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis im Vergleich zur historischen Bewertung und zu einigen US-Peers.
- Solide Kapitalausstattung mit Fokus auf Investment-Grade-Ratings.
- Planbare Cashflows durch langfristige Verträge und konservatives Risikomanagement.
Dadurch eignet sich AIG besonders für Anleger, die einen defensiven US-Finanzwert suchen, aber bei klassischen Banken wegen Kreditrisiken oder bei Techwerten wegen der hohen Bewertung zögern. Kritisch sehen einige Marktteilnehmer jedoch die Abhängigkeit von Großschäden (Hurrikans, Naturkatastrophen) und den zunehmenden Wettbewerb im globalen Industrieversicherungsgeschäft.
Risiken, die deutsche Anleger nicht übersehen sollten
- Katastrophenrisiken: Naturereignisse können die Schadenquote in einzelnen Quartalen stark verzerren. Kursschwankungen nach Hurrikan-Saisons sind bei Versicherern üblich.
- Regulatorik: Verschärfte Aufsichtsregeln und Kapitalanforderungen können die Flexibilität bei Dividenden und Rückkäufen einschränken.
- US-spezifische Rechtsrisiken: Sammelklagen und Haftungsfälle können in den USA schnell hohe Summen erreichen – ein Faktor, den europäische Anleger manchmal unterschätzen.
- Währungsrisiko: Erträge in US-Dollar, Depot in Euro: Kursbewegungen des EUR/USD wirken unmittelbar auf die reale Rendite im deutschen Depot.
Das sagen die Profis (Kursziele)
Ein Blick auf die aktuellen Analystenstimmen (u. a. Berichte von Reuters, Bloomberg, MarketWatch und finanzen.net) zeigt ein überwiegend positives Bild für AIG:
- Mehrere große US-Häuser stufen die Aktie mit "Buy" oder "Overweight" ein.
- Ein Teil der Analysten bleibt bei "Hold", begründet mit der bereits aufgeholten Unterbewertung gegenüber der Peer Group.
- Nur wenige Research-Häuser sehen ein klares „Sell“-Szenario, meist mit Verweis auf zyklische Risiken und mögliche Rückschläge im Katastrophengeschäft.
Die Kursziele liegen in der Tendenz über dem aktuellen Marktniveau, häufig mit einem moderaten einstelligen bis niedrigen zweistelligen Aufschlag. Die Argumentation der Analysten lässt sich grob in drei Thesen zusammenfassen:
- Stabile Ertragsbasis: AIG hat gezeigt, dass das Neugeschäft profitabel gezeichnet wird und der Konzern auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld solide verdient.
- Kapitalrückführung als Kurstreiber: Das laufende Aktienrückkaufprogramm und eine verlässliche Dividendenpolitik gelten als zentrales Argument, warum der Kurs mittelfristig steigen sollte.
- Bewertungsabschlag: Im Vergleich zu anderen globalen Versicherern sehen Analysten noch Spielraum für eine schrittweise Reduktion des Discounts, sofern keine größeren Schadenereignisse eintreten.
Gerade für deutsche Anleger, die gern auf Dividendenstärke gepaart mit moderatem Wachstum setzen, passt die AIG-Story in viele Strategien. Wer bereits DAX-Versicherer wie Allianz oder Munich Re im Depot hat, kann AIG als internationale Diversifikation im gleichen Sektor nutzen – allerdings mit den spezifischen US-Risiken und Chancen.
Wichtig ist, dass Sie sich nicht allein auf Kursziele verlassen. Prüfen Sie immer:
- Wie stark ist AIG bereits in Ihrem Depot indirekt über ETFs enthalten?
- Passt das Währungsprofil (USD) zu Ihrer übrigen Asset-Allokation?
- Wie viel zyklisches Versicherungs- und Katastrophenrisiko möchten Sie insgesamt tragen?
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Fazit für Ihr Depot: American International Group ist kein spekulativer Highflyer, sondern ein konsolidierter Versicherungsriese mit klarem Fokus auf Profitabilität, Kapitalrückführung und Dividenden. Für deutsche Anleger, die sich bewusst in US-Finanzwerte diversifizieren wollen und mit Währungs- sowie Katastrophenrisiken umgehen können, kann AIG eine interessante Beimischung im langfristig ausgerichteten Portfolio sein.
@ ad-hoc-news.de
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