Amerant Bancorp Aktie: Gewinnsprung beflügelt Kurs
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 16:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Regionalbank aus Florida schlägt die Wall-Street-Erwartungen deutlich – und der Markt reagiert prompt. Amerant Bancorp meldete für das zweite Quartal 2026 einen Gewinn je Aktie von 0,53 Dollar, satte 35,9 Prozent über der Analystenschätzung von 0,39 Dollar. Die Aktie sprang nachbörslich um 5,3 Prozent auf 27,22 Dollar und nähert sich damit ihrem 52-Wochen-Hoch von 28,17 Dollar.
Venezuela treibt die Einlagen
Der eigentliche Wachstumsmotor kam aus Lateinamerika. Die Einlagen kletterten um 5,2 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar, angetrieben vor allem durch venezolanische Kundengelder, die um fast 500 Millionen Dollar zulegten. Management verwies auf höhere Ölpreise und gestiegene Förderung in Venezuela als Treiber dieser Zuflüsse – operative, nicht spekulative Gelder, die als besonders stabil gelten.
Mit den frischen, günstigen Einlagen ersetzt die Bank teureres Fremdkapital und finanziert gleichzeitig ihr Kreditwachstum. Das drückte die durchschnittlichen Einlagenkosten auf 2,21 Prozent von zuvor 2,31 Prozent.
Parallel dazu überschritt die Bilanzsumme mit 10,3 Milliarden Dollar erstmals dauerhaft die Zehn-Milliarden-Dollar-Schwelle, die für Regionalbanken üblicherweise strengere Aufsicht bedeutet. Nach eigenen Angaben hat Amerant die damit verbundenen Kosten bereits in der laufenden Kostenbasis eingepreist – zusätzliche Belastungen erwartet das Management frühestens für die zweite Jahreshälfte 2027.
Rendite-Ziel rückt näher
Die Rendite auf das durchschnittliche Vermögen (ROA) stieg im Quartalsvergleich auf 0,84 Prozent von 0,73 Prozent, die Eigenkapitalrendite auf 9,23 Prozent. Amerant hält an seinem Ziel einer ROA von einem Prozent bis Jahresende 2026 fest. Die Nettozinsmarge blieb mit 3,52 Prozent nahezu stabil, soll laut Prognose für den Rest des Jahres bei rund 3,50 Prozent verharren.
Auf der Kreditseite verbesserte sich die Qualität: Klassifizierte Kredite sanken um 14,7 Prozent auf 273,1 Millionen Dollar, notleidende Kredite gingen leicht zurück. Die Risikovorsorge fiel auf 4,8 Millionen Dollar von zuvor 7,8 Millionen Dollar.
Der Vorstand bestätigte zudem eine Quartalsdividende von 0,09 Dollar je Aktie, zahlbar am 28. August 2026 an Aktionäre, die am 14. August 2026 im Bestand geführt sind. Im zweiten Quartal kaufte Amerant zusätzlich 690.000 eigene Aktien zurück, die harte Kernkapitalquote (CET1) liegt bei robusten 11,94 Prozent.
Für das vierte Quartal 2026 rechnet das Management mit einem Kreditvolumen von rund 7,3 Milliarden Dollar und Einlagen von etwa 9,1 Milliarden Dollar. Die Aufwandsquote soll dabei weiter Richtung 60 Prozent sinken – ein Wert, der laut Aussagen der Bank direkt zum angepeilten Rendite-Ziel beiträgt.
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