Ameca-Roboter testet soziale Interaktion in Pflegeheim
19.01.2026 - 12:00:12Ein menschenähnlicher Roboter soll in einem niedersächsischen Pflegeheim die Einsamkeit älterer Menschen lindern. Die Studie könnte den Weg für eine neue Generation sozialer Assistenzsysteme ebnen.
Leer – Kann ein Roboter echte Gesprächspartner ersetzen? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Feldversuchs, der vergangene Woche in Ostfriesland begann. Im Haus Friede in Leer interagiert der humanoide Roboter Ameca erstmals im Alltag mit Bewohnern eines Seniorenheims. Die vom OFFIS-Institut in Oldenburg begleiteten Tests untersuchen, ob die tägliche Interaktion mit einer Maschine das Wohlbefinden steigern kann.
Die Forscher wollen vor allem eine Hürde überwinden: das sogenannte „Uncanny Valley“ – jenes unbehagliche Gefühl, das viele Menschen bei fast perfekten, aber nicht ganz echten Nachbildungen des Menschen empfinden. Ameca, entwickelt vom britischen Unternehmen Engineered Arts, gilt als einer der ausdrucksstärksten Roboter weltweit.
Sein Gesicht verfügt über Dutzende Aktuatoren, die ein täuschend echtes Lächeln, Stirnrunzeln oder Blinzeln ermöglichen. „Die Bewohner konnten Ameca berühren und mit ihm sprechen“, berichtet ein Projektmitarbeiter vom Starttermin am 14. Januar. Die Kernfrage der Studie lautet: Führt die täuschend echte Mimik zu einer echten sozialen Bindung – oder bleibt es bei einer kurzfristigen technischen Attraktion?
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Roboter als Gesprächspartner statt als Pflegekraft
Anders als viele Roboter im Gesundheitswesen ist Ameca nicht für körperliche Aufgaben wie Heben oder Reinigen gedacht. Seine Stärke liegt in der Kommunikation. Integrierte Sprachmodelle ermöglichen natürliche Dialoge. Der Roboter fungiert somit nicht als Werkzeug, sondern als sozialer Begleiter.
„Es geht um künstliche Empathie“, erklärt ein Robotics-Experte. Diese Ausrichtung unterscheidet Ameca fundamental von funktionalen Pflegerobotern wie „Garmi“ aus München, der auch ferngesteuerte Diagnostik anbietet. Der humanoide Gast in Leer soll vor allem eins: zuhören, antworten und damit kognitive Anregung bieten.
Deutschland wird zum Testfeld für humanoide Roboter
Der Versuch in Leer fällt in eine Phase hoher Dynamik in der deutschen Robotik-Branche. Nur zwei Tage nach Beginn der Studie gaben Neura Robotics und Robert Bosch eine strategische Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Entwicklung kognitiver humanoider Roboter für Industrie und Dienstleistungen.
Diese parallelen Entwicklungen zeigen: Deutschland wird zunehmend zum wichtigen Testmarkt für physische KI. Während die Bosch-Kooperation industrielle Anwendungen im Blick hat, könnten die Fortschritte in Sensorik und Umgebungswahrnehmung später auch der Pflegebranche zugutekommen.
„Geriatronik“ als Antwort auf den Pflegenotstand
Hinter den Tests steht das wachsende Forschungsfeld der Geriatronik – der Verbindung von Geriatrie, Mechatronik und Informationstechnologie. Angesichts des demografischen Wandels und des akuten Mangels an Pflegekräften sucht die Branche nach technologischen Unterstützern.
Die Ergebnisse aus Leer werden mit Spannung erwartet. Sie sollen Daten liefern, ob soziale Roboter langfristig akzeptiert werden. Die Erkenntnisse könnten künftige Regulierungen und ethische Leitlinien für den Einsatz von KI in sensiblen Umgebungen wie Pflegeheimen maßgeblich beeinflussen.
Eines ist klar: Roboter wie Ameca sollen Pflegekräfte nicht ersetzen. Doch als stets verfügbarer Gesprächspartner könnten sie helfen, die oft quälende Einsamkeit in Pflegeeinrichtungen zu lindern. Ob das gelingt, wird der Alltag in Leer zeigen.
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