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Amdocs Aktie: KI-Offensive auf zwei Fronten

23.06.2026 - 16:11:56 | boerse-global.de

Amdocs präsentiert konkrete KI-Erfolge im Netzbetrieb und Kundenservice. Trotz operativer Stärke notiert die Aktie nahe ihres Jahrestiefs.

Amdocs Aktie: KI-Offensive mit Netzwerk- und Service-Erfolgen
Amdocs - Abstrakte Darstellung von KI-Technologie mit leuchtenden neuronalen Netzen und Datenströmen, die eine duale Offensive symbolisieren. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zwei Pressemitteilungen, ein klarer Kurs: Amdocs treibt seine KI-Strategie heute mit konkreten Referenzdeployments voran — sowohl im Netzwerkbetrieb als auch im Kundenservice.

AI-RAN: Das Netz denkt mit

Im Bereich Radio Access Networks hat Amdocs gemeinsam mit 1Finity, einem Fujitsu-Unternehmen, und Supermicro einen Live-Feldtest erfolgreich abgeschlossen. Das Herzstück: Open-vRAN-Software auf ARM-basierten Servern mit NVIDIA GH200 Grace Hopper Superchips, eingebettet in Red Hat OpenShift. In einer vollständig integrierten Multivendor-Umgebung mit 5G-Standalone-Core demonstrierte das Setup KI-gestützte Netzwerkoptimierung, Effizienzsteigerung und Anomalie-Erkennung in Echtzeit.

Entscheidend für die kommerzielle Relevanz: Amdocs codierte die Ergebnisse als Network Workflow in sein aOS-System. Telekommunikationsanbieter können die Technologie damit standardisiert ausrollen — ohne jeden Anbieter einzeln integrieren zu müssen. Der nächste Schritt, so die Ankündigung, sind Physical-AI-Anwendungen, also latenzempfindliche, rechenintensive Edge-Applikationen jenseits klassischer Konnektivität.

Store Genie skaliert in der Praxis

Parallel dazu meldet Amdocs den Abschluss eines weiteren KI-Projekts: Store Genie, die KI-gestützte Kundenservice-Lösung, ist jetzt auch bei PLDT Home in den Philippinen im Einsatz — acht Wochen nach Projektstart. Die Lösung, aufgebaut auf aOS und Amazon Bedrock AgentCore, läuft nun über beide PLDT-Einheiten hinweg: Smart Communications und PLDT Home, zusammen mehr als 750 Frontline-Agenten an 149 Standorten.

Die Zahlen aus dem Produktivbetrieb sind bemerkenswert konkret. Orderanfragen, die früher zehn Stunden dauerten, werden jetzt in zwei Minuten abgewickelt. OTT-Aktivierungen und Service-Stornierungen folgen demselben Muster. Seit dem Smart-Rollout im März 2026 wurden über 44.000 Kundenanfragen durch KI-Agenten gelöst, mehr als 61.000 Wartestunden vermieden, und Eskalationstickets halbierten sich. Die Token-Kosten sanken um 95 Prozent durch eine Multi-Modell-Architektur.

Günstige Bewertung, schwacher Kurs

Die operative Dynamik steht in auffälligem Kontrast zur Kursentwicklung. Die Aktie notiert nahe ihres 52-Wochen-Tiefs, rund 35 Prozent unter dem Stand der letzten sechs Monate. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 10, die Dividendenrendite bei 4,4 Prozent. Stifel senkte das Kursziel zuletzt auf 71 Dollar — behält aber die Kaufempfehlung bei und verweist auf Bewertungsbedenken, nicht auf operative Schwäche.

Für das Geschäftsjahr 2026 hält das Management die Guidance aufrecht. Ob die heute präsentierten Referenzprojekte das Vertrauen institutioneller Anleger wieder stärken, wird sich an den nächsten Quartalszahlen ablesen lassen — der Q2-Umsatz von 1,172 Milliarden Dollar lag bereits leicht über den Erwartungen.

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