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AMD erhöht Preise für Radeon-Grafikkarten – KI-Boom treibt Kosten

08.01.2026 - 21:43:12

AMD verteuert seine Radeon RX 9000 Serie aufgrund explodierender Speicherkosten und KI-Nachfrage. Die Preise für Mittelklasse-Modelle steigen um bis zu 40 US-Dollar, was den Wettbewerbsvorteil schmälert.

Die Preise für AMD-Grafikkarten steigen: Der Chip-Hersteller hat die Preise seiner Radeon RX 9000 Serie angehoben. Grund sind explodierende Speicherkosten und der massive Bedarf des KI-Sektors. Für PC-Spieler bedeutet das eine unerwartete Zusatzbelastung.

Die neue Preisformel: Zehn Dollar pro Gigabyte

Die Anpassung folgt einem klaren Muster. Branchenberichten zufolge hat AMD die Kosten für seine Grafikprozessoren bei den Board-Partnern um etwa zehn US-Dollar pro 8 GB Videospeicher (VRAM) erhöht. Diese „Speichersteuer“ trifft vor allem Modelle mit großem Speicher – eine ironische Wendung, da AMD mit großzügigen VRAM-Kapazitäten für seine RDNA-4-Generation geworben hatte.

Für Verbraucher schlagen sich die Erhöhungen direkt an der Kasse nieder. Die 16-GB-Modelle Radeon RX 9070 XT und RX 9060 XT werden nun etwa 20 bis 40 US-Dollar teurer. Einstiegsmodelle mit 8 GB kosten etwa 10 bis 15 US-Dollar mehr. Marktbeobachter von TrendForce warnten bereits am 5. Januar vor weiteren Preissprüngen im ersten Quartal 2026, sollten die Speicherpreise weiter steigen.

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KI-Boom verknappt den Speichermarkt

Hinter den Preiserhöhungen steckt kein einfacher Inflationsdruck, sondern ein struktureller Wandel. Der explosionsartige Ausbau von KI-Rechenzentren hat eine unersättliche Nachfrage nach Hochleistungsspeichern geschaffen. Hersteller wie Samsung und SK Hynix verlagern ihre Kapazitäten auf hochprofitabele KI-Speicher. Dadurch wird die Produktion von Standard-GDDR6– und GDDR7-Chips für Grafikkarten gedrosselt.

Laut Branchenquellen macht der Speicher inzwischen einen deutlich größeren Teil der Herstellungskosten einer GPU aus als in der Vorgängergeneration. Die Speicherhersteller haben ihre Aufschläge im letzten Quartal 2025 um über 20 Prozent erhöht. Diese Kosten geben die Grafikkartenhersteller nun an die Kunden weiter. „Die Nachfrage nach KI-Speichern hat das Angebot bei weitem überstiegen“, heißt es in einem Bericht von TrendForce.

AMD und NVIDIA im Preisdilemma

Die Lage wird durch Sorgen um die physische Verfügbarkeit verschärft. AMD betonte in einer Stellungnahme vom 8. Januar zwar die Zuversicht in seine Lieferketten, räumte aber den Preisdruck ein. Medienberichten zufolge bereitet auch der Konkurrent NVIDIA ähnliche Maßnahmen für seine kommende GeForce RTX-50-Serie vor, die bereits im Februar teurer werden könnte.

Das stellt AMD vor ein Problem: Die RX-9000-Serie wurde bei ihrem Start im März 2025 für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt. Die nun angekündigten Preiserhöhungen könnten diesen Wettbewerbsvorteil genau dann schmälern, wenn der Kampf um die Mittelklasse heißläuft.

Die Mittelklasse gerät erneut unter Druck

Die Entwicklung ist ein Rückschlag für den Mittelklasse-Markt, der sich gerade von den Preisschwankungen der frühen 2020er Jahre erholt hatte. Die RX-9070- und 9060-Modelle sollten mit hoher Performance und 16 GB VRAM zu erschwinglichen Preisen zwischen 300 und 600 US-Dollar den „Retter der Spieler“ spielen.

Analysten weisen darauf hin, dass eine Erhöhung um 20 bis 40 US-Dollar die Wertberechnung für budgetbewusste Käufer verändert. Eine Karte, die von 349 auf 389 US-Dollar steigt, überschreitet eine psychologische Schwelle. Zudem sind solche kostengetriebenen Erhöhungen nachhaltiger als nachfragebedingte: Die Preise werden auch bei nachlassender Nachfrage kaum schnell wieder sinken.

Düstere Aussichten für das erste Quartal 2026

Der Ausblick für das erste Quartal bleibt vorsichtig. Die Produktionspausen zum chinesischen Neujahrsfest in Asien könnten die Lieferengpässe vorübergehend verschärfen und möglicherweise eine zweite Preisanpassungswelle im Februar oder März auslösen.

Spieler, die ein Upgrade planen, sollten die Lagerbestände in den kommenden Wochen genau beobachten. Sollte sich der von TrendForce prognostizierte Trend „phasenweiser Erhöhungen“ bewahrheiten, könnten die aktuellen Preise der neue Mindeststandard für die absehbare Zukunft sein. Die Branche blickt nun gespannt auf NVIDIAs nächste Züge im Februar. Folgt das Unternehmen mit aggressiven Preisen für seine Blackwell-Mittelklasse-Karten, droht 2026 ein weiteres teures Jahr für PC-Spieler.

@ boerse-global.de