AMD, KI-Prognose

AMD enttäuscht mit KI-Prognose – Tech-Branche stürzt ab

05.02.2026 - 06:35:12

Eine enttäuschende Umsatzprognose von AMD löste eine breite Verkaufswelle im Technologiesektor aus und markiert einen Realitätscheck für die überhitzten KI-Erwartungen.

Eine enttäuschende Umsatzprognose von Advanced Micro Devices (AMD) hat die gesamte KI-Branche in eine schwere Korrektur gerissen. Der Halbleiterhersteller löste mit seiner Vorhersage für das erste Quartal 2026 eine Verkaufswelle aus, die auch Branchenprimus Nvidia und zahlreiche Software-Unternehmen erfasste. Der Kursrutsch zeigt: Die überzogenen Erwartungen an das KI-Wachstum machen die Märkte extrem anfällig.

Hohe Erwartungen, harte Landung

AMD-Aktien stürzten zeitweise um bis zu 17 Prozent ab – der stärkste Tagesverlust seit Jahren. Der Auslöser war die Prognose für das erste Quartal: Ein Umsatz von etwa 9,8 Milliarden US-Dollar, plus/minus 300 Millionen. Zwar übertraf diese Schätzung die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 9,39 Milliarden Dollar. Doch sie verfehlte die optimistischsten Prognosen von über 10 Milliarden Dollar und deutete auf ein sequenzielles Minus zum Vorquartal hin.

Für einen Markt, der auf ungebremstes Wachstum getrimmt ist, war diese leichte Delle ein Alarmsignal. Sie nährte Zweifel, ob AMD die dominante Marktstellung von Nvidia im lukrativen Geschäft mit KI-Beschleuniger-Chips ernsthaft gefährden kann. Dabei war das vierte Quartal 2025 mit einem Umsatz von 10,3 Milliarden Dollar noch über Erwartungen stark ausgefallen.

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China-Geschäft als zweischneidiges Schwert

Die Zahlen offenbarten eine weitere Schwachstelle: Das Geschäft mit China. Im vierten Quartal hatte ein US-Exportlizenz-Verkauf von MI308-KI-Chips im Wert von 390 Millionen Dollar an China den Umsatz gestützt, gleichzeitig aber die Margen gedrückt. Für das erste Quartal erwartet AMD aus diesem Geschäft nur noch etwa 100 Millionen Dollar. Analysten merken an: Ohne diesen China-Boost hätte das Geschäft mit Rechenzentren im Vorquartal möglicherweise enttäuscht.

Diese Volatilität zeigt, wie sehr AMD von den komplexen US-Handelsbeschränkungen gegenüber China abhängt – einem Schlüsselmarkt für Halbleiter. Die geopolitische Unsicherheit bleibt ein erhebliches Risiko für die Planungssicherheit.

Branchenweite Kettenreaktion

Die negative Reaktion blieb nicht auf AMD beschränkt. Sie löste eine Kettenreaktion im gesamten Technologiesektor aus:
* Nvidia verlor über 3 Prozent.
* Der branchenweite PHLX Semiconductor Index fiel um 4,4 Prozent.
* Der Datenanalyse-Spezialist Palantir brach um fast 12 Prozent ein.
* Softwarefirmen wie Snowflake (-4,6%) und Datadog (-3,3%) wurden mitgerissen.
* Auch andere Chiphersteller wie Micron (-9,5%) und Broadcom (-3,8%) rutschten ab.

Die Botschaft ist klar: Anleger werden angesichts der hohen Bewertungen im KI-Sektor zunehmend skeptisch. Das Kapital sucht derzeit verstärkt günstigere Wertpapiere außerhalb der Tech-Blase.

Realitätscheck für die KI-Euphorie

Der scharfe Rücksetzer ist ein klassischer Realitätscheck. Nach einem Jahr meteoritischer Kurssteigerungen fordern Investoren nicht mehr nur Wachstum, sondern explosionsartige, alle Erwartungen übertreffende Ergebnisse. Solide Leistungen, die nicht den bullischsten Szenarien entsprechen, werden sofort bestraft.

Die Episode unterstreicht den erbitterten Wettbewerb im KI-Chip-Markt. AMD gilt als einziger ernsthafter Herausforderer für Nvidia. Jeder wahrgenommene Stolperer führt sofort zu einer Neubewertung. Die Unsicherheit, wie schnell und profitabel der Aufbau der KI-Infrastruktur vonstattengeht, sorgt für erhöhte Volatilität.

Ausblick: AMD setzt auf neue Chip-Generation

Für die Zukunft setzt AMD auf einen neuen, leistungsstärkeren Chip-Design, der in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt kommen soll. Das Unternehmen verspricht sich davon mehr Wettbewerbskraft gegen Nvidia. Die Nachfrage nach seinen KI-Servern der nächsten Generation soll im zweiten Halbjahr deutlich anziehen.

Die kommenden Quartale werden entscheidend sein. AMD muss einen klaren und nachhaltigen Pfad vorlegen, wie es nennenswerte Marktanteile im KI-Geschäft erobern will. Anleger werden genau auf eine konsistente Serie von Kundengewinnen und verbesserten Margen achten. Der jüngste Kurssturz ist eine deutliche Erinnerung: Im hochriskanten KI-Rennen zählt am Ende vor allem eine konsistente und berechenbare Umsetzung.

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