AMD, Aktie

AMD Aktie: M Science warnt vor GPU-Auslieferungen

17.06.2026 - 14:14:53 | boerse-global.de

Ein Bericht über schwächere GPU-Auslieferungen trübt die Stimmung bei AMD. Ein neuer Auftrag von Rackspace stützt den Kurs jedoch.

AMD Aktie: Warnsignal im KI-Boom trotz neuem Großauftrag
AMD - Nahaufnahme einer GPU mit roten Warnlichtern, im Hintergrund ein unscharfes Rechenzentrum. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Erwartungen an AMD sind gigantisch. Bislang lieferte der Chipentwickler verlässlich ab. Eine aktuelle Marktanalyse sät nun erste Zweifel an der Geschwindigkeit des KI-Ausbaus. Das trifft den Konzern an seiner empfindlichsten Stelle.

Auslöser der Nervosität ist ein Bericht des Forschungsunternehmens M Science. Demnach hat sich die Auslieferung von Rechenzentrums-GPUs im zweiten Quartal spürbar verschlechtert. Auch die Umsatzschätzungen für dieses Segment liegen leicht unter den Markterwartungen. Investoren reagierten an der Wall Street zunächst mit Verkäufen. Heute greifen Käufer wieder zu. Die Aktie notiert bei 449,20 Euro und verzeichnet ein Tagesplus von rund 2,5 Prozent.

Rechenzentren als Maßstab

Die eigene Messlatte des Managements liegt extrem hoch. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 38 Prozent auf gut 10 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu.

Das Herzstück dieser Entwicklung bleibt das Rechenzentrums-Geschäft. Hier erwirtschaftete AMD zuletzt 5,8 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Starke Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und Instinct-GPUs treibt dieses Wachstum.

Neuer Großauftrag stützt den Kurs

Parallel dazu meldet das Unternehmen frische kommerzielle Erfolge. AMD rüstet künftig die globalen Rechenzentren von Rackspace Technology aus. Die Vereinbarung umfasst eine Kapazität von 30 Megawatt. Der Rollout startet Ende 2026.

Rackspace nutzt dabei eine Kombination aus AMDs EPYC-CPUs und den neuen Instinct-GPUs. Die Botschaft: AMD positioniert sich erfolgreich als Komplettanbieter für komplexe KI-Infrastruktur. Der Konzern will nicht nur als reiner Beschleuniger-Lieferant wahrgenommen werden.

Hohe Fallhöhe für die Aktie

Die fundamentale Debatte trifft auf eine ambitionierte Bewertung. Seit Jahresbeginn hat die AMD-Aktie rund 135 Prozent zugelegt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein Plus von über 300 Prozent auf der Anzeigetafel. Entsprechend wenig Spielraum bleibt für Enttäuschungen.

Die annualisierte Volatilität von gut 75 Prozent zeigt die extreme Sensibilität der Anleger. Jeder Datenpunkt zum KI-Ausbau bewegt den Kurs massiv. Der nächste harte Realitätsabgleich folgt mit dem anstehenden Quartalsbericht. Verfehlt das Rechenzentrums-Segment die hohen Erwartungen, droht ein rascher Abbau der massiven Kursgewinne.

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