AMD Aktie: KI-Offensive
21.02.2026 - 16:43:21 | boerse-global.deAMD geht beim Ausbau seines KI-Geschäfts den nächsten Schritt – und nimmt dafür bewusst mehr Risiko in Kauf. Mit einer Kredit-Absicherung für das Cloud-Startup Crusoe soll der Absatz eigener KI-Chips schneller in Rechenzentren kommen. Doch wie viel bringt dieser Hebel, wenn Nvidia parallel neue Fronten eröffnet?
Finanzierung mit eingebautem Sicherheitsnetz
Konkret geht es um einen 300-Millionen-Dollar-Kredit von Goldman Sachs, den AMD laut einem Bericht von The Information (19. Februar) absichert. Crusoe kann damit AMDs KI-Chips kaufen und ausrollen; besichert ist die Finanzierung durch die Chips und das zugehörige Equipment.
Der Kniff steckt in der Risikoteilung: Sollte Crusoe nicht genügend Kunden finden – etwa KI-Entwickler –, hat AMD zugesagt, die eigenen Chips von Crusoe zurückzuleasen. Diese Absicherung senkte für Crusoe offenbar die Finanzierungskosten deutlich: Der Zinssatz liegt bei rund 6% und damit spürbar niedriger, als das Startup ohne AMDs Rückendeckung wohl bekommen hätte.
Crusoe installiert die Chips aktuell in einem Rechenzentrum in Ohio, das vom kanadischen Entwickler 5C gebaut wird, der von Brookfield unterstützt wird. Der CEO von Crusoe hatte zuvor zudem in Aussicht gestellt, AMD-Chips im Umfang von 400 Millionen Dollar kaufen zu wollen.
Ein Muster, das Nvidia vorgemacht hat
Die Konstruktion erinnert stark an Vorgehensweisen von Nvidia. Der Marktführer hat in der Vergangenheit mehrfach Deals mit KI-Startups abgeschlossen, teils auch mit Investments in wichtige Kunden. Genau solche Konstruktionen sorgen an der Wall Street allerdings auch für Skepsis, weil sie als „zirkuläre“ Geschäfte interpretiert werden könnten.
Für AMD ist der Schritt trotzdem logisch: Crusoe zählt zu den jungen „Neoclouds“, die spezialisierte KI-Cloud- und Rechenzentrumsdienste anbieten. Das Unternehmen wurde 2018 zwar als Krypto-Geschäft gegründet, hat sich inzwischen aber klar auf KI-Infrastruktur ausgerichtet – also genau auf den Bereich, in dem AMD Volumen aufbauen will.
Konkurrenzdruck: Nvidia rückt näher
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Nvidia meldete am 20. Februar eine ausgeweitete, mehrjährige Rechenzentrums-Vereinbarung mit Meta – inklusive der ersten großflächigen Einführung von Nvidias Grace-Servern in einer CPU-only-Konfiguration (laut Yahoo Finance). Das ist für AMD doppelt relevant: Zum einen festigt Nvidia damit seine Position bei KI-Infrastruktur, zum anderen dringt das Unternehmen stärker in CPU-Territorium vor, das traditionell von Intel und AMD geprägt ist.
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Die Grace-Server sollen bestimmte KI-Inferencing- und „agentic AI“-Anwendungen antreiben. Damit entsteht ein zusätzlicher Wettbewerbsdruck auf AMDs EPYC-Serverprozessoren – neben dem ohnehin harten Rennen bei KI-Beschleunigern.
Parallel versuchte AMD, Sorgen um Verzögerungen bei der nächsten Accelerator-Generation zu dämpfen. Nach einem SemiAnalysis-Bericht über mögliche Fertigungsprobleme beim Instinct MI455X widersprach Anush Elangovan (Corporate VP Software Development) öffentlich auf X und erklärte, die Chips lägen weiter „im Plan“ für das zweite Halbjahr 2026. Der MI455X ist ein Kernbaustein für AMDs Helios-Rackscale-Systeme, die 72 Beschleuniger mit 31 TB HBM4-Speicher bündeln sollen.
Zum Wochenabschluss stand die Aktie bei 169,80 Euro und liegt damit in den vergangenen 30 Tagen deutlich im Minus – ein Spiegel der Nervosität, wie schnell AMD gegen Nvidia wirklich Boden gutmachen kann.
In den kommenden Monaten dürften zwei Punkte die Debatte prägen: ob Crusoe die installierte Kapazität zügig mit zahlenden Kunden füllt – und ob AMD den Zeitplan für den MI455X im zweiten Halbjahr 2026 ohne weitere Zweifel untermauern kann.
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