Amazon-FBA-System: Betrüger nutzen Vertrauen für Grafikkarten-Schwindel
14.01.2026 - 08:09:12Ein dreister Bait-and-Switch-Betrug hat Dutzende PC-Hardware-Enthusiasten getäuscht. Statt der hochgehandelten Nvidia RTX 5090 erhielten sie billige Bauchtaschen – geliefert von Amazon selbst. Das System schützt die Täter.
Ein ausgeklügelter Betrug hat auf Amazon mindestens 42 Käufer um ihre Bestellung geprellt. Sie bestellten die begehrte Nvidia GeForce RTX 5090 Grafikkarte zum Schleuderpreis von 999 US-Dollar – und erhielten stattdessen eine einfache Bauchtasche. Der Schwindel nutzte gezielt das Vertrauen in Amazons „Fulfilled by Amazon“ (FBA)-Programm aus und wirft ernste Fragen zur Überwachung von Drittanbietern auf der Plattform auf.
Der Betrug funktionierte über einen klassischen Köder-Trick, der durch Amazons Logistik an Glaubwürdigkeit gewann. Der Verkäufer „Fitter’s Niche Direct“ – ein in China registriertes Geschäft – hatte sich zuvor mit Fitness-Zubehör einen tadellosen Ruf aufgebaut. Mit einer Bewertung von 99 % positiv aus fast 1.800 Rezensionen lockte er ahnungslose Kunden an.
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Der Haken: Der Verkäufer schickte seine Ware – die Bauchtaschen – an ein Amazon-Lager. Amazon übernahm dann Lagerung, Verpackung und Versand. Für Kunden sieht es so aus, als käme die Ware direkt von Amazon. Doch das System hat eine kritische Lücke: Amazon garantiert den Versand, aber nicht die Echtheit der vom Verkäufer eingelieferten Ware. Diese Lücke wurde hier schamlos ausgenutzt.
Ein seriöser Shop wird zum Betrüger
Bis Ende 2025 war der Shop unauffällig. Die ersten Betrugsmeldungen tauchten um den 28. Dezember 2025 auf. Das spricht für einen plötzlichen Strategiewechsel. Experten spekulieren: Wollte der ursprüngliche Besitzer mit der GPU-Nachfrage schnelles Geld machen? Ober wurde das Konto gehackt?
Für die betrogenen Kunden begann ein frustrierender Prozess. Bei Rückgaben entstanden Verzögerungen, weil das Rücksendeprodukt – eine Bauchtasche – nicht mit der bestellten High-End-Grafikkarte übereinstimmte. Trotz zahlreicher Beschwerden, zuletzt am 12. Januar 2026, war das Verkäuferkonto zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht gesperrt. Der betrügerische Eintrag blieb aktiv.
Marktknappheit als Nährboden für Betrug
Der Betrug profitiert von der extremen Knappheit der RTX 5090. Offiziell kostet die Karte 1.999 US-Dollar. Durch globale NAND-Speicherknappheit liegen die Straßenpreise jedoch oft über 2.500 Dollar. Diese Gier nach einem Schnäppchen machte Käufer blind für Warnsignale.
Besonders bedenklich ist die Ausnutzung des FBA-Programms. Wenn Kunden eine negative Bewertung wegen falscher Ware schreiben, kann Amazons Policy dazu führen, dass diese Rezension durchgestrichen wird. Ein Hinweis besagt dann: „Dieser Artikel wurde von Amazon versandt, und wir übernehmen die Verantwortung für dieses Versanderlebnis.“ Diese Politik soll Verkäufer vor logistischen Problemen schützen. Hier schützte sie jedoch einen Betrüger vor dem Reputationsverlust, der andere Käufer gewarnt hätte.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Geschädigte Kunden werden voraussichtlich über Amazons Käuferschutz entschädigt. Der Vorfall zeigt jedoch grundlegende Schwachstellen im Marketplace-System auf. Unklar ist, welche Maßnahmen Amazon gegen den Verkäufer ergreifen wird.
Für Verbraucher gilt mehr denn je: Wenn ein Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das meist auch. Experten raten zu größter Vorsicht beim Kauf hochpreisiger Artikel von Drittanbietern – auch bei FBA-Ware. Prüfen Sie das Verkäuferprofil auf ungewöhnliche Produktmischungen, seien Sie misstrauisch bei extrem niedrigen Preisen und lesen Sie die jüngsten Bewertungen. In einem von Knappheit und Gier geprägten Markt ist Wachsamkeit die beste Verteidigung.
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