Alzheimer-Forschung, Bluttest

Alzheimer-Forschung: Bluttest sagt Symptome Jahre vorher

24.02.2026 - 06:09:17 | boerse-global.de

Forscher entwickeln einen Bluttest zur Vorhersage des Symptombeginns und identifizieren Störungen der Hirndurchblutung als neue Risikomarker für Alzheimer.

Ein neuer Bluttest kann den Ausbruch von Alzheimer-Symptomen Jahre im Voraus vorhersagen. Fast zeitgleich identifizierte eine weitere Studie Veränderungen der Hirndurchblutung als frühe Warnsignale. Diese beiden Durchbrüche könnten die Früherkennung der Krankheit revolutionieren.

Forscher der Washington University School of Medicine entwickelten ein Modell, das anhand eines einfachen Bluttests den Beginn kognitiver Symptome mit hoher Genauigkeit prognostiziert. Wissenschaftler der University of Southern California fanden zudem heraus, dass subtile Störungen in der Sauerstoffversorgung des Gehirns neue Risiko-Marker darstellen. Gemeinsam markieren sie einen Wandel hin zur prädiktiven Risikoerkennung, lange bevor irreversible Schäden auftreten.

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Die „biologische Uhr“ im Blut

Im Mittelpunkt des ersten Durchbruchs steht das Protein p-tau217. Seine Konzentration im Blut spiegelt die stillen Ablagerungen von Alzheimer-typischen Proteinen im Gehirn wider. Das in Nature Medicine veröffentlichte Modell nutzt einen einzigen Blutwert, um den Symptombeginn innerhalb eines Fensters von drei bis vier Jahren vorherzusagen.

Die Forscher vergleichen die schrittweise Protein-Anreicherung mit den Jahresringen eines Baumes. Der Überschreiten eines kritischen p-tau217-Schwellenwerts im Blut zeigt die verbleibende Zeit bis zu den ersten Ausfällen an. Die Studie mit über 600 Probanden berücksichtigte auch das Alter: Ein 80-Jähriger mit erhöhten Werten könnte bereits nach 11 Jahren Symptome entwickeln, ein 60-Jähriger mit denselben Werten möglicherweise erst in 20 Jahren.

Sauerstoffmangel als Frühwarnsystem

Die zweite, im Journal of the Alzheimer's Association publizierte Studie rückt die Durchblutung des Gehirns in den Fokus. Das Team der USC fand heraus, dass eine gesündere Sauerstoffregulation und Blutflussgeschwindigkeit mit weniger Amyloid-Plaques und einem größeren Hippocampus – der zentralen Gedächtnisregion – einhergehen.

Die Erkenntnisse gewannen die Forscher mit zwei nicht-invasiven Techniken: Ultraschall für den Blutfluss und Nahinfrarotspektroskopie für die Sauerstoffversorgung. Die Ergebnisse legen nahe, dass vaskuläre Störungen eine entscheidende Rolle in der Frühphase spielen. Sie könnten somit ein zusätzliches Fenster zur Risiko-Identifikation öffnen, noch bevor sich überhaupt Proteinablagerungen bilden.

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Paradigmenwechsel für Therapien

Zusammengenommen stellen die Fortschritte einen Wendepunkt dar. Bislang dominierten teure und invasive Verfahren wie PET-Scans oder Nervenwasser-Analysen die Diagnostik. Einfache Bluttests könnten die Früherkennung demokratisieren und breite Screenings ermöglichen.

Das hat enorme Auswirkungen auf die Medikamentenforschung. Klinische Studien für Präventions-Therapien scheiterten oft, weil die Behandlung zu spät begann. Mit präzisen Vorhersagemarkern können nun Probanden im symptomfreien Frühstadium rekrutiert werden. Das erhöht die Chancen auf Medikamente, die den Krankheitsprozess tatsächlich verlangsamen oder aufhalten können.

Der Weg zur präventiven Behandlung

Die neuen Modelle befinden sich noch in der Validierungsphase. Der nächste Schritt ist die Verfeinerung der „biologischen Uhr“ in größeren Bevölkerungsgruppen. Auch die vaskulären Marker müssen in Langzeitstudien weiter erforscht werden.

Die langfristige Vision ist klar: Diese Tests könnten in die klinische Routine einziehen. Ärzte würden das individuelle Risiko und den voraussichtlichen Krankheitsausbruch einschätzen können. Das eröffnet ein Zeitfenster für präventive Interventionen – und entscheidet, wer von einer frühen Behandlung am meisten profitiert.

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