Aluminiummarkt, Sturz

Aluminiummarkt: 5,33 Prozent Sturz auf 3.303 USD

Veröffentlicht am: 12.07.2026 um 12:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Aluminiumpreis fällt um über fünf Prozent. Grund sind die Wiederinbetriebnahme einer Raffinerie und schwache europäische Konjunkturdaten.

Aluminiumpreis stürzt ab: Raffinerie-Neustart belastet
Ein glänzender Aluminiumbarren, der eine rote, abwärts gerichtete Pfeilreflexion zeigt, teilweise in dunkles Wasser getaucht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aluminium-Anleger erlebten am Freitag einen herben Rückschlag. Der Preis für das Industriemetall sackte um 5,33 Prozent auf 3.303,00 USD ab. Ein Wiederanlauf einer wichtigen Raffinerie und schwache Konjunkturdaten aus Europa belasten die Stimmung.

Entspannung auf der Angebotsseite

In Abu Dhabi nahm die Al-Taweelah-Tonerderaffinerie am 10. Juli den Betrieb wieder auf. Nach Angriffen im März stand die Anlage monatelang still. In den nächsten Tagen soll die Produktion auf 50 Prozent der Kapazität steigen. Das dämpft die Sorgen vor einer Verknappung.

Parallel dazu sinken die Bestände in China. Bis zum 9. Juli nahmen die Vorräte an Aluminiumbarren um 52.000 Tonnen ab. Insgesamt lagern dort noch rund 1,08 Millionen Tonnen. Dieser Abbau stützt den Preis vorerst nach unten ab.

Schwache Autokonjunktur drückt

Die globale Nachfrage trübt sich unterdessen ein. Besonders europäische Autohersteller meldeten für das erste Halbjahr 2026 schwache Absatzzahlen. Vor allem das Geschäft in China bereitet Sorgen. Die Industrie benötigt dort aktuell weniger Material.

Der Markt reagiert nervös. In den vergangenen 30 Tagen verlor Aluminium bereits 12,61 Prozent an Wert. Damit liegt der Kurs deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 3.594,32 USD. Auch der 100-Tage-Schnitt von 3.474,23 USD wurde unterschritten.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt derweil bei 45,3. Das deutet auf eine neutrale Lage hin. Aluminium ist demnach aktuell weder überkauft noch überverkauft.

Geopolitik bleibt Risikofaktor

Hinzu kommt die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran. Die Straße von Hormus gilt als Nadelöhr für weltweite Rohstofftransporte. Eine Blockade würde sofort zu Preisspitzen führen. Die Volatilität von fast 85 Prozent zeigt, wie dünnhäutig Marktteilnehmer reagieren.

Händler achten in der kommenden Woche verstärkt auf offizielle Berichte zu Logistik-Engpässen im Seeverkehr. Sollte die Eskalation im Nahen Osten anhalten, bleibt das Risiko für plötzliche Preisspitzen hoch.

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