Aluminiummarkt: 3,06 Prozent Minus auf 3.455 USD
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 12:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Aluminiumpreis verzeichnete gestern einen deutlichen Rückgang, obwohl das Leichtmetall von den massiven neuen Handelsbeschränkungen der USA vorerst ausgenommen bleibt. Das Industriemetall schloss bei 3.455,25 USD, was einem Minus von 3,06 % im Vergleich zum Vortag entspricht. Damit notiert der Kurs jedoch weiterhin 6,81 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt, was auf eine mittelfristig noch stabile Trendlage hindeutet.
Ausnahmeregelung für Leichtmetall bei neuen US-Zöllen
Die Administration in Washington hat gestern eine weitreichende Verschärfung ihrer Handelspolitik in Kraft gesetzt. Seit Freitag, 06:01 Uhr deutscher Zeit, gelten für 60 Handelspartner, darunter die Europäische Union, Japan und Kanada, neue Zölle in Höhe von 10 % oder 12,5 %. Wie die FAZ und der Spiegel berichten, stützt sich die US-Regierung dabei auf Paragraf 301 des Handelsgesetzes von 1974 und begründet die Maßnahmen mit unzureichenden Verboten gegen Zwangsarbeit bei den betroffenen Partnern.
Inmitten dieser protektionistischen Welle nimmt Aluminium jedoch eine Sonderrolle ein. Gemeinsam mit Stahl wurde das Metall explizit von den neuen Pauschalzöllen ausgenommen. Medienberichten zufolge ersetzt die Neuregelung frühere Zehn-Prozent-Zölle, die im Februar eingeführt und später vom Supreme Court für rechtswidrig erklärt worden waren. Dass Aluminium nicht erneut mit Aufschlägen belegt wurde, verhindert zwar unmittelbare zusätzliche Kosten für US-Importeure, konnte den gestrigen Abwärtstrend im globalen Marktumfeld jedoch nicht stoppen.
Sinkende LME-Bestände und makroökonomischer Druck
Parallel zur handelspolitischen Dynamik zeigt sich an den physischen Märkten eine fortschreitende Verknappung der Vorräte. Am Donnerstag sanken die Aluminiumbestände in den Lagern der London Metal Exchange (LME) um 1.600 Tonnen auf insgesamt 275.175 Tonnen. Dieser Rückgang steht in einem Umfeld, in dem auch andere Basismetalle wie Kupfer und Zink sinkende Lagerzahlen verbuchten.
Trotz der schrumpfenden Bestände lastet der makroökonomische Rahmen auf den Notierungen. Restriktive Signale der US-Notenbank Fed und ein stärkerer US-Dollar dämpfen die Nachfrageerwartungen an den Rohstoffmärkten. Analysten weisen zudem auf die eskalierenden geopolitischen Risiken im Nahen Osten hin. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist massiv eingebrochen; am Donnerstag passierte laut Branchendaten nur noch ein einziger Tanker die Meerenge. Während dies die Energiekosten antreibt, sorgen die damit verbundenen Lieferkettenrisiken für allgemeine Verunsicherung bei industriellen Metallabnehmern.
Die Marktteilnehmer beobachten nun genau, ob die Unterstützung durch den 200-Tage-Durchschnitt hält oder ob der gestrige Kursrückgang den Beginn einer längeren Korrektur markiert. Die Kombination aus physischer Knappheit und einer drohenden Abkühlung der Industriekonjunktur sorgt für eine anhaltend hohe Volatilität am Aluminiummarkt.
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