Alstom: 27,6 Milliarden Auftragseingang trotz Gewinnwarnung
02.05.2026 - 04:27:18 | boerse-global.deVolle Auftragsbücher treffen auf operative Schwächen – bei Alstom klaffen Anspruch und Wirklichkeit derzeit weit auseinander. Ein turbulenter April mit einer massiven Gewinnwarnung und einem Chefwechsel hat die Aktie des Zugbauers schwer gezeichnet. Trotz einer leichten Stabilisierung zum Monatsende bleibt das Vertrauen der Anleger angeknackst.
Prognosen unter massivem Druck
Die Rücknahme der mittelfristigen Ziele traf den Markt unvorbereitet. Alstom strich die Prognose für einen kumulierten freien Cashflow von 1,5 Milliarden Euro bis zum Geschäftsjahr 2026/27. Auch die angestrebte operative Marge von acht bis zehn Prozent ist vorerst nicht mehr erreichbar.
Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Schienenfahrzeuge belasten die Profitabilität erheblich. Zwar kletterte der Umsatz organisch um sieben Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge sank jedoch auf 6,0 Prozent, da hohe Entwicklungskosten und Projektstaus den Gewinn drückten.
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Gespaltenes Echo am Aktienmarkt
Die Aktie spiegelt die operative Krise wider. Binnen 30 Tagen verlor das Papier rund 30 Prozent an Wert. Am Freitag schloss der Kurs bei 17,19 Euro.
Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von fast 30 Euro groß. Das Lager der Analysten ist derweil tief gespalten. Barclays senkte das Kursziel drastisch auf 10 Euro und rät zum Verkauf. Im Gegensatz dazu hält Jefferies an einer Kaufempfehlung mit einem Ziel von 25 Euro fest.
Fokus auf den Transformationsplan
CEO Martin Sion muss nun beweisen, dass er die Komplexität der neuen Produktanläufe beherrscht. Ein Lichtblick bleibt die Bilanz: Die Nettoverschuldung sank leicht auf etwa 400 Millionen Euro. Liquide Mittel von 2,3 Milliarden Euro stützen den anstehenden Konzernumbau.
Am 13. Mai präsentiert Alstom die finalen Jahresergebnisse. Im Fokus stehen dann der operative Transformationsplan und die neuen Zielvorgaben des Managements. Diese Details werden den Kurspfad für die kommenden Monate maßgeblich bestimmen.
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