Alphabet, Milliarden

Alphabet setzt mit 185 Milliarden Euro KI-Offensive neue Maßstäbe

05.02.2026 - 22:06:12

Der Google-Mutterkonzern stockt seine Ausgaben für KI-Infrastruktur massiv auf, um im globalen Wettrennen mitzuhalten und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Alphabet, der Google-Mutterkonzern, verdoppelt seine Investitionen für 2026 auf bis zu 185 Milliarden Euro. Damit startet das Unternehmen eine beispiellose Offensive im globalen KI-Wettrennen. Die Ankündigung ist eine direkte Antwort auf die explodierende Nachfrage nach Rechenleistung und die strengen Vorgaben der neuen EU-KI-Verordnung.

Die geplanten Ausgaben für Sachanlagen (CapEx) liegen zwischen 175 und 185 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 160 bis 170 Milliarden Euro). Das ist fast eine Verdopplung gegenüber den 91,4 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2025. Das Geld soll in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen, um gegen Rivalen wie Microsoft und Meta zu bestehen. Trotz der ambitionierten Pläne reagierten die Märkte zunächst mit Skepsis: Die Aktie verlor nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025 vorübergehend an Wert.

Rechenzentren und eigene Chips als Herzstück

Der Löwenanteil der Investition ist für den physischen Ausbau bestimmt. Alphabet will neue Rechenzentren bauen und bestehende mit spezialisierter Hardware aufrüsten. Ein Schlüsselelement ist die siebte Generation der hauseigenen Tensor Processing Units (TPUs), intern „Ironwood“ genannt. Diese KI-Chips sollen erheblich leistungsstärker sein und das Training von Modellen wie dem erwarteten Gemini 4 vorantreiben.

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Konzernchef Sundar Pichai begründet den Schritt mit einer „unerbittlichen Innovationskadenz“. Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteige das aktuelle Angebot bei Weitem. Allein der Auftragsbestand von Google Cloud beläuft sich auf rund 220 Milliarden Euro. Die Investition soll sicherstellen, dass sowohl die eigene KI-Forschung bei DeepMind als auch zahlende Cloud-Kunden genügend Kapazitäten für komplexe Anwendungen haben.

Strategische Antwort auf die EU-KI-Verordnung

Die massive Kapitalspritze ist auch eine Reaktion auf das verschärfte regulatorische Umfeld. Mit dem EU AI Act stehen Tech-Konzerne vor neuen, strengen Pflichten zu Transparenz, Sicherheit und Risikomanagement. Besonders für Hochrisiko-KI-Systeme sind umfangreiche Dokumentationen vorgeschrieben.

Analysten sehen die Investition als proaktiven Schritt, um die technische Basis für die Compliance zu schaffen. Eine robuste und kontrollierbare Infrastruktur ist Voraussetzung, um die geforderte Nachvollziehbarkeit von KI-Modellen zu gewährleisten. Ein Teil der Gelder dürfte daher in Technologien fließen, die Algorithmen überwachen, Verzerrungen reduzieren und den Datenschutz stärken.

Neues Wettrüsten der Tech-Giganten

Alphabets Ankündigung setzt die gesamte Branche unter Druck und heizt das KI-Wettrüsten weiter an. Die geplanten Ausgaben übertreffen die der Konkurrenz deutlich: Meta plant für 2026 etwa 125 Milliarden Euro, Microsoft rund 95 Milliarden Euro. Der Zugang zu Rechenleistung wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Die Offensive sendet bereits positive Signale an die Halbleiterindustrie. Unternehmen wie Nvidia und Broadcom profitieren von der steigenden Nachfrage nach Hochleistungschips. Finanziert wird der expansive Kurs vor allem durch das weiterhin stark wachsende Werbegeschäft, das selbst zunehmend durch KI optimiert wird.

Kann Alphabet den massiven Kapitalaufwand in nachhaltiges Wachstum und Marktführerschaft ummünzen? Investoren und Aufseher werden genau beobachten, wie der Balanceakt zwischen Expansion, Regulierung und Profitabilität gelingt. Die Entscheidung ist ein klares Signal: Die Zukunft des Konzerns und der digitalen Welt wird von künstlicher Intelligenz bestimmt.

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