Alphabet, Google

Alphabet: Google Network fällt 4 Prozent

30.04.2026 - 21:37:15 | boerse-global.de

Alphabet erzielt Rekordumsatz und -gewinn, während das Network-Segment durch KI-Übersichten schrumpft. Die Aktie erreicht ein neues Hoch.

Alphabet: Google Network fällt 4 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Alphabet: Google Network fällt 4 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Alphabet hat im ersten Quartal 2026 fast überall Rekorde gebrochen — fast. Während Umsatz und Gewinn auf neue Höchststände kletterten, schrumpft ein Segment nun schon seit mehreren Quartalen. Und der Grund dafür sitzt im Herzen von Googles eigener KI-Strategie.

Der Konzernumsatz stieg um 22 Prozent auf 109,9 Milliarden Dollar — das elfte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Der Nettogewinn legte um 81 Prozent auf 62,58 Milliarden Dollar zu, was 5,11 Dollar je Aktie entspricht. Google Search wuchs um 19 Prozent, Google Cloud sogar um 63 Prozent. Das Auftragsvolumen der Cloud-Sparte hat sich gegenüber dem Vorquartal nahezu verdoppelt und liegt nun bei über 460 Milliarden Dollar.

Das KI-Paradox im Werbegeschäft

Mitten in diesem Boom fällt ein Segment heraus: Google Network — also AdSense und der Ad Manager für Drittanbieter-Publisher — verzeichnete einen Umsatzrückgang von vier Prozent auf 6,97 Milliarden Dollar. Nach Rückgängen von zwei Prozent in Q1 2025 und einem Prozent in Q2 2025 beschleunigt sich der Trend nun.

Die Ursache ist strukturell, nicht operativ. Alphabets KI-Übersichten beantworten Suchanfragen direkt auf der Google-Ergebnisseite — mehr als zwei Milliarden Nutzer monatlich nutzen das Feature. Wer seine Antwort bereits bei Google erhält, klickt seltener auf externe Websites. Genau dort aber schalten Publisher ihre Anzeigen über Googles Netzwerk. Das Wachstum in Search und das Schrumpfen im Network sind damit zwei Seiten derselben Medaille.

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Kartellverfahren als zweite Belastung

Hinzu kommt ein ungelöstes Kartellverfahren. Richterin Leonie Brinkema stellte im April 2025 fest, dass Google in zwei Märkten illegal monopolisiert hat: bei Publisher-Ad-Servern und bei Ad-Exchanges. Das US-Justizministerium fordert unter anderem den Verkauf von AdX. Richterin Brinkema zeigte in den Schlussplädoyers im November 2025 zwar erhebliche Zurückhaltung gegenüber einer vollständigen Veräußerung, ein Urteil steht jedoch noch aus.

Kurs auf Rekordhoch, CapEx verdoppelt

Die Aktie reagierte nach der Veröffentlichung zunächst mit einem leichten Minus im nachbörslichen Handel — ausgelöst vor allem durch die erhöhten Investitionsprognosen. Im weiteren Verlauf drehte der Kurs deutlich ins Plus. Heute notiert die Alphabet-Aktie auf einem 52-Wochen-Hoch von 320,80 Euro, ein Tagesplus von knapp sieben Prozent. Truist erhöhte das Kursziel auf 415 Dollar, Cantor Fitzgerald stufte die Aktie mit "Buy" ein.

Der Grund für die anfängliche Skepsis: Die Investitionsausgaben lagen im ersten Quartal bei 35,7 Milliarden Dollar — ein Plus von 107 Prozent gegenüber dem Vorjahr. CFO Anat Ashkenazi kündigte an, dass die CapEx 2027 nochmals "deutlich steigen" sollen. CEO Sundar Pichai räumte ein, die Cloud-Umsätze wären noch höher ausgefallen, hätte die Rechenkapazität die Nachfrage vollständig bedienen können.

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Alphabet erhöhte außerdem die Quartalsdividende auf 0,22 Dollar je Aktie — ein Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zahlbar ist sie am 15. Juni 2026.

Das AdX-Urteil aus Virginia bleibt die größte rechtliche Unbekannte für das Werbegeschäft. Fällt die Entscheidung zugunsten einer Zerschlagung aus, würde das den strukturellen Druck auf das Network-Segment erheblich verstärken.

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