Alphabet, Aktie

Alphabet Aktie: Drei Millionen TPUs bei Intel

09.06.2026 - 00:18:36 | boerse-global.de

Google soll über drei Millionen hauseigene KI-Chips bei Intel bestellt haben. Ein strategischer Schritt zur Kontrolle der Lieferkette, der die Aktie kaum bewegt.

Alphabet: Milliarden-Auftrag für KI-Chips bei Intel gemeldet
Alphabet - Ein futuristisches Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks, die mit komplexen Schaltkreisen und einer prominenten TPU-Einheit gefüllt sind. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Google hat einem Medienbericht zufolge eine milliardenschwere Bestellung bei Intel platziert. Es geht um mehr als drei Millionen hauseigene KI-Chips – ein potenziell strategischer Schachzug im Kampf um die AI-Infrastruktur. Die börsliche Reaktion fällt verhalten aus.

Intel als Trumpf im Chipsatz-Krieg

Der Dienst The Information berichtet unter Berufung auf Kreise mit direktem Wissen über die Gespräche: Alphabet bestellt bei Intel Tensor Processing Units (TPUs) für das Jahr 2028. Dabei handelt es sich um Googles Eigenentwicklung – nicht um die üblichen Nvidia-Grafikprozessoren, die den KI-Markt dominieren.

Bislang hat kein Unternehmen den Auftrag bestätigt. Intel lehnte eine Stellungnahme ab, Alphabet und Nvidia reagierten nicht. Unabhängig geprüft ist der Vorgang also nicht.

Das ist ein wichtiger Hinweis für Anleger. Denn ein Auftrag in dieser Größenordnung wäre strategisch relevant – hängt aber von Bestätigung, Umsetzung und Fertigungskapazität ab. Käme er tatsächlich, wäre das ein starkes Signal für Intels Foundry-Geschäft.

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Hintergrund: TSMC kämpft mit Kapazitätsengpässen. Immer mehr KI-Chip-Designer schauen sich nach Alternativen um. Intel könnte hier zum Gewinner werden.

Kurs gibt nach – trotz positiver Signale

Alphabet notiert aktuell bei 315,45 Euro, ein Minus von 1,50 Prozent. Das Papier liegt damit unter dem Freitagsschluss von 320,25 Euro. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Minus von 2,56 Prozent, auf 30 Tage von 7,19 Prozent.

Auf längere Sicht bleibt die Performance beeindruckend. Seit Jahresbeginn legte Alphabet um 17,22 Prozent zu, auf Zwölfmonatssicht sogar um 104,70 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 350,75 Euro ist 10,06 Prozent entfernt.

Die verhaltene Reaktion kontrastiert mit Intel. Deren Aktie legte nach Bekanntwerden des Berichts zeitweise um über neun Prozent zu. Die Anleger dort spekulieren auf den Turnaround des Foundry-Geschäfts.

Alphabet dagegen treiben andere Sorgen. Die Frage ist nicht: Bekommt Google ausreichend KI-Chips? Sondern vielmehr: Kontrolliert Google die eigene KI-Lieferkette langfristig selbst?

Cloud-Boom und Chip-Strategie

Die jüngsten Quartalszahlen erklären, warum die Chip-Aufstellung für Alphabet so zentral ist. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 109,9 Milliarden Dollar – ein Plus von 22 Prozent. Google Cloud legte sogar um 63 Prozent auf 20 Milliarden Dollar zu.

Die Kehrseite: Alphabet investiert massiv in die Infrastruktur. Die Investitionsausgaben für Sachanlagen schnellten auf 35,7 Milliarden Dollar hoch, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

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Das Management setzt seit Jahren auf Eigenentwicklung. Im Juni 2026 betonte Alphabet, dass die achte TPU-Generation – die Chips 8i und 8t speziell für Training und Inferenz im Zeitalter der agentischen KI – bereits eine Dual-Chip-Architektur nutzt.

Die Botschaft: Google will nicht nur KI-Dienste verkaufen, sondern die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren. Der potenzielle Intel-Auftrag wäre ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Bis zur offiziellen Bestätigung bleibt der Bericht eine Entwicklung am Rande der Lieferkette – kein ausgereifter Katalysator für die Alphabet-Aktie.

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