Alphabet, Mitarbeiter

Alphabet: 175 Mitarbeiter protestieren gegen Pentagon-Deal

28.04.2026 - 03:31:41 | boerse-global.de

Hunderte Google-Beschäftigte fordern den Stopp von KI-Verhandlungen mit dem US-Militär. Der interne Protest trifft das Unternehmen vor den Quartalszahlen.

Alphabet: 175 Mitarbeiter protestieren gegen Pentagon-Deal - Foto: über boerse-global.de
Alphabet: 175 Mitarbeiter protestieren gegen Pentagon-Deal - Foto: über boerse-global.de

Hunderte Google-Mitarbeiter fordern Konzernchef Sundar Pichai auf, die Zusammenarbeit mit dem US-Militär im KI-Bereich zu stoppen. Der Brief, koordiniert von Beschäftigten des KI-Labors DeepMind, erscheint zwei Tage vor den Quartalszahlen — und trifft das Unternehmen in einem heiklen Moment.

Was die Mitarbeiter beunruhigt

Der Protest richtet sich gegen laufende Verhandlungen zwischen Google und dem US-Verteidigungsministerium über den Einsatz des Gemini-Modells in klassifizierten Operationen. Laut Berichten strebt das Pentagon eine Vertragsklausel an, die „alle rechtmäßigen Verwendungen" der KI-Werkzeuge erlaubt — eine Formulierung, die nach Einschätzung von Kritikern auch vollständig autonome Waffensysteme und Massenüberwachung einschließen könnte.

Rund zwei Fünftel der Unterzeichner arbeiten in Googles KI-Abteilung, ein ähnlicher Anteil im Cloud-Bereich. „Wir sind Google-Mitarbeiter, die sich tief besorgt über laufende Verhandlungen zwischen Google und dem US-Verteidigungsministerium zeigen", heißt es in dem Schreiben, das Bloomberg vorlag.

Bekanntes Muster, veränderter Kontext

Die Situation erinnert an 2018, als Tausende Mitarbeiter gegen das Projekt Maven protestierten — ein Programm zur KI-gestützten Drohnenaufklärung. Google zog sich damals zurück und verankerte in seinen KI-Grundsätzen, keine Technologie für Waffen oder Überwachung zu entwickeln.

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Diese Zusage strich das Unternehmen vergangenes Jahr stillschweigend. DeepMind-Mitgründer Demis Hassabis verteidigte den Schritt mit dem Argument, dass sich die technologische Landschaft grundlegend verändert habe und führende KI-Unternehmen heute eine Mitverantwortung für die nationale Sicherheit trügen.

Die militärische Nutzung von Googles KI ist unterdessen bereits weit fortgeschritten. Innerhalb von weniger als fünf Wochen nach Verfügbarkeit des Gemini Agent Designers erstellten Pentagon-Mitarbeiter über 100.000 semi-autonome KI-Agenten — mit mehr als 1,1 Millionen aufgezeichneten Nutzungssitzungen.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Finanziell läuft es für Alphabet derzeit ausgezeichnet. Die Aktie notiert auf einem 52-Wochen-Hoch von 300 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 113 Prozent zugelegt. Für das erste Quartal 2026 rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 107 Milliarden Dollar — ein Plus von etwa 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Citigroup hob ihr Kursziel zuletzt auf 405 Dollar an und verwies auf starkes Nutzerengagement mit Gemini, solide Werbeerlöse und anhaltende Stärke im Cloud-Geschäft.

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Googles Wettbewerbsvorteil in der KI-Forschung hängt wesentlich davon ab, genau die Art von Talenten zu halten, die solche Briefe unterschreiben. Ob das Management auf dem Earnings Call am Mittwoch konkret auf den internen Widerstand eingeht — und wie es die Balance zwischen lukrativen Regierungsaufträgen und der eigenen Forschungskultur erklärt — wird Investoren und Beobachter gleichermaßen beschäftigen.

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