Allianz, KI-Betrug

Allianz warnt vor KI-Betrug: Opfer bleiben oft auf Schäden sitzen

07.02.2026 - 18:01:11

Künstliche Intelligenz revolutioniert Social-Engineering-Angriffe mit Stimmklonen und Deepfakes. Viele Versicherungspolicen decken die entstehenden Schäden nicht ab, da Opfer die Überweisungen selbst autorisieren.

Eine neue Welle von KI-gestützten Betrugsmaschen bedroht Verbraucher und Unternehmen. Der Versicherungskonzern Allianz schlägt Alarm: Viele Opfer bleiben auf ihren Schäden sitzen, weil Standardpolicen oft nicht greifen. Täter nutzen Stimm-Klonierung und Deepfakes, um ihre Opfer zur freiwilligen Geldüberweisung zu manipulieren.

Laut dem aktuellen Allianz Risk Barometer 2026 sind Cybervorfälle zum fünften Mal in Folge das größte Geschäftsrisiko weltweit. Kriminelle industrialisieren sogenannte Social-Engineering-Angriffe, bei denen der Mensch als Schwachstelle ausgenutzt wird. Die neue Qualität dieser Attacken stellt das Versicherungswesen vor massive Herausforderungen.

KI revolutioniert den Betrug: Stimmen und Gesichter werden gefälscht

Künstliche Intelligenz macht altbekannte Maschen wie den „Enkeltrick“ um ein Vielfaches gefährlicher. Kriminellen genügen oft Sekunden Audiomaterial aus sozialen Netzwerken, um eine Stimme täuschend echt zu klonen. Opfer erhalten dann emotionale Notrufe von vermeintlichen Angehörigen.

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Auch Deepfake-Videos werden zur ernsten Gefahr. Es gab bereits Fälle, in denen Finanzmitarbeiter durch gefälschte Videokonferenzen mit der „Unternehmensführung“ zu Überweisungen in sechsstelliger Höhe verleitet wurden. Die Technologien sind günstig und einfach verfügbar – ein Demokratisierungseffekt für hochkarätigen Betrug. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Polizei warnen eindringlich davor.

Die Versicherungsfalle: Warum viele Policen nicht zahlen

Das Kernproblem für die Opfer liegt in den Vertragsbedingungen. Herkömmliche Policen decken oft keine Schäden ab, die durch eine „freiwillige Leistung“ entstehen – selbst wenn diese durch arglistige Täuschung herbeigeführt wurde. Da das Opfer die Überweisung selbst autorisiert, sehen Versicherer keinen versicherten Einbruch.

Spezialisierte Cyber-Versicherungen bieten zwar oft Bausteine gegen Social Engineering, doch auch hier lauern Tücken:
* Die Deckungssummen sind häufig auf 100.000 oder 250.000 Euro begrenzt.
* Versicherer führen strenge Klauseln ein, etwa die Pflicht zur „Out-of-Band“‑Authentifizierung (Verifizierung über einen zweiten, unabhängigen Kanal).
* Bei Nichteinhaltung der Sicherheitsvorgaben droht der vollständige Verlust des Versicherungsschutzes.

So schützen Sie sich vor KI-Betrug

Angesichts der unsicheren Versicherungslage ist Prävention entscheidend. Experten raten zu einer gesunden Skepsis gegenüber unerwarteten, dringenden Geldanfragen – selbst wenn Stimme oder Bild vertraut erscheinen.

Wichtige Schutzmaßnahmen:
* Zurückrufen: Legen Sie bei verdächtigen Anrufen auf und kontaktieren Sie die Person unter einer sicheren, bekannten Nummer.
* Codewort vereinbaren: Ein Familien-Geheimcode kann echte von gefälschten Notrufen unterscheiden.
* Social-Media-Vorsicht: Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung von Sprach- oder Videomaterial.
* Druck widerstehen: Betrüger erzeugen gezielt Stress, um rationales Denken zu verhindern.

Das BSI betont: Der Mensch ist oft das schwächste Glied in der Sicherheitskette.

Versicherer in der Zwickmühle: Risiken werden unkalkulierbar

Die Zunahme von KI-gestütztem Betrug stellt die gesamte Branche vor eine Zerreißprobe. Während die Nachfrage nach Absicherung steigt, werden die Risiken für die Versicherer unkalkulierbarer. Die Schäden explodieren: Allein der Fake-President-Betrug verdreifachte sich 2024, 2025 folgte ein weiterer Anstieg um 81 Prozent.

Versicherer passen ihre Produkte an. Künftig könnten Cyber-Policen mit strengeren Sicherheitsauflagen verknüpft werden. Ähnlich wie Feuermelder zur Voraussetzung für Gebäudeversicherungen wurden, könnten technische Lösungen zur Deepfake-Erkennung bald Bedingung für umfassenden Cyber-Schutz sein.

Der Wert einer Police wird sich künftig weniger an der Deckungssumme messen lassen, sondern an den detaillierten Definitionen und Ausschlüssen für Social-Engineering-Schäden im Kleingedruckten.

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