Allianz Aktie: Scheinwerferkosten steigen auf 1.251 Euro
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Scheinwerfer kostet heute fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Die Allianz will das nicht länger hinnehmen und fordert von Politik und Autoindustrie ein Umdenken bei Reparaturen. Der Versicherer sieht in den explodierenden Ersatzteilpreisen ein Problem, das die eigene Schadenbilanz belastet.
Scheinwerfer als teures Beispiel
Frank Sommerfeld, Chef der Allianz Versicherungs-AG, nennt ein konkretes Beispiel: Scheinwerfer. Bei kleineren Parkremplern werden sie oft komplett ausgetauscht statt repariert. Das treibt die Kosten.
Die Zahlen dahinter sind deutlich. In Deutschland tauschen Werkstätten jährlich rund 870.000 Scheinwerfer aus. Der Durchschnittspreis für ein einzelnes Bauteil stieg von 708 Euro im Jahr 2015 auf 1.251 Euro im vergangenen Jahr.
Christian Sahr leitet das Allianz Zentrum für Technik. Er erklärt, warum Reparaturen oft ausbleiben: Bei leichten Kratzern im Scheinwerferglas wäre eine Reparatur technisch machbar. Deutsche Sicherheitsvorschriften erlauben das aber nicht.
Die Allianz fordert deshalb zwei Dinge gleichzeitig. Die Autoindustrie soll ihre Bauteile so gestalten, dass Reparaturen möglich bleiben. Die Bundesregierung soll die Vorschriften vereinfachen, damit mehr Reparaturen erlaubt sind — auch mit gebrauchten Ersatzteilen.
Aktie nahe am Rekordhoch
Während der Versicherer politisch Druck macht, läuft es an der Börse rund. Die Allianz-Aktie schloss am Freitag bei 420,40 Euro und liegt damit nur 1,20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 10. Juli. Seit Jahresbeginn hat das Papier um 7,66 Prozent zugelegt.
Die operative Basis dafür stimmt. Im ersten Quartal 2026 erzielte die Allianz ein operatives Ergebnis von 4,5 Milliarden Euro, ein Plus von 7 Prozent. Die Solvency-II-Quote von 221 Prozent zeigt: Das Unternehmen steht finanziell solide da.
Genau hier liegt der Zusammenhang zur aktuellen Forderung. Steigende Reparaturkosten belasten das Kfz-Versicherungsgeschäft direkt. Jeder ausgetauschte statt reparierte Scheinwerfer schlägt sich in der Schadenquote nieder.
Was die Initiative bringen könnte
Gelingt es der Allianz, Politik und Industrie zum Umdenken zu bewegen, hätte das direkte Folgen. Günstigere Reparaturen und mehr gebrauchte Ersatzteile würden die Schadenaufwendungen senken. Das Kfz-Geschäft könnte dadurch profitabler werden, ohne dass der Versicherer die Prämien erhöhen muss.
Ob Gesetzgeber und Hersteller auf die Forderungen eingehen, bleibt zunächst offen. Der Vorstoß zeigt aber, wie stark steigende Reparaturkosten mittlerweile die Ergebnisse der Kfz-Sparte beeinflussen.
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