Akzo Nobel Aktie: 9-Prozent-Sturz nach Bieter-Rückzug
03.06.2026 - 09:23:58 | boerse-global.deAkzo Nobel zieht sich aus dem Bieterduell um seine eigene Zukunft nicht zurück. Der Konzern hält am geplanten Zusammenschluss mit Axalta fest, nachdem Nippon Paint Group und Sherwin-Williams ihre gemeinsamen Übernahmebemühungen beendet haben.
Der Rückzug kommt nach der klaren Ablehnung ihrer vorherigen Barangebote. Die Offerte über 73,00 Euro je Aktie galt dem Vorstand und dem Aufsichtsrat als zu niedrig. Auch die Struktur des Deals überzeugte nicht: Es fehlte aus Sicht von Akzo Nobel an ausreichender Sicherheit bei den regulatorischen Genehmigungen und bei der geplanten Aufteilung der Geschäfte zwischen den beiden Interessenten.
Die Aktie reagiert heftig. Am Mittwoch fällt sie um 9,07 Prozent auf 59,98 Euro. Damit liegt der Kurs zwar noch klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 52,29 Euro, aber spürbar unter dem Hoch vom 1. Juni bei 66,08 Euro.
Fokus auf Axalta
Akzo Nobel rückt nun den bereits angekündigten Zusammenschluss mit Axalta Coating Systems in den Mittelpunkt. Die geplante Transaktion ist als Fusion unter Gleichen mit Aktientausch angelegt. Zusammen kämen beide Unternehmen auf einen Unternehmenswert von rund 25 Milliarden Dollar.
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Vor allem die erwarteten Synergien machen den Deal für beide Seiten attraktiv. Der Konzern rechnet mit jährlichen Kostenvorteilen von etwa 600 Millionen Dollar. Das soll vor allem über Einkauf, Verwaltung und Lieferketten kommen. Die Hauptversammlungen beider Firmen werden für Mitte 2026 erwartet.
Der Abschluss ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen. Dafür braucht es noch die Zustimmung der Aktionäre und die nötigen Freigaben der Behörden.
Portfolio wird schlanker
Parallel dazu baut Akzo Nobel sein Portfolio weiter um. Im Dezember 2025 verkaufte der Konzern das Geschäft mit Flüssiglacken in Indien an die JSW Group. Das indische Pulverlackgeschäft und das dortige Forschungszentrum bleiben im Konzern.
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Im Mai 2026 vereinbarte Akzo Nobel zudem den Verkauf der Pakistan-Aktivitäten an die Packages Group. Das passt zur laufenden strategischen Überprüfung, mit der der Konzern Randbereiche aus dem Portfolio nimmt und sich stärker auf die Kernbereiche konzentriert.
Der Branchenhintergrund bleibt dabei wichtig. In der Lack- und Beschichtungsindustrie nimmt der Konsolidierungsdruck zu, weil große Anbieter Skaleneffekte und globale Reichweite suchen. Für Akzo Nobel verschiebt sich der Blick nun klar auf Axalta und auf die Abstimmungen im kommenden Jahr.
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