Aktivrente: Steuerbonus allein reicht Unternehmen nicht
30.03.2026 - 22:40:15 | boerse-global.deDie neue Aktivrente soll Rentner zum Weiterarbeiten motivieren. Doch eine aktuelle Studie zeigt: Für die meisten Firmen zählen andere Faktoren.
Laut der heute veröffentlichten Randstad-ifo-HR-Befragung beschäftigen bereits 70 Prozent der deutschen Unternehmen Menschen im Ruhestand. Die seit Januar geltende Aktivrente ermöglicht es ihnen, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen. Das Ziel der Bundesregierung ist klar: Das Wissen der „Babyboomer“ soll im Betrieb bleiben.
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Wissenstransfer schlägt Steuerbonus
In der Praxis bewerten Personaler den staatlichen Anreiz jedoch verhalten. Nur 36 Prozent halten ihn für ein wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel. Stattdessen geht es den Firmen vor allem um eines: den Erhalt von wertvollem Know-how.
In 83 Prozent der Fälle handelt es sich um langjährige Mitarbeiter, die einfach im Unternehmen bleiben. Für 68 Prozent der Arbeitgeber ist der Wissenstransfer an Jüngere das Hauptmotiv. Die Arbeitsmodelle passen sich an: Nur ein Viertel der arbeitenden Rentner ist in Vollzeit tätig. Die Mehrheit arbeitet in Teilzeit oder als Minijobber.
Ohne Ergonomie läuft die Rente ins Leere
Doch was nützt der beste Steuerbonus, wenn der Arbeitsplatz krank macht? Experten betonen, dass die Arbeitsbedingungen entscheidend sind. Fast ein Viertel der deutschen Erwerbstätigen ist zwischen 55 und 64 Jahre alt – ein EU-Spitzenwert.
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Die Antwort der Unternehmen sind Investitionen in höhenverstellbare Tische, dynamische Bürostühle und digitale Assistenzsysteme. Für 87 Prozent der Firmen ist Flexibilität der Schlüssel – nicht nur bei der Zeit, sondern auch am Arbeitsplatz selbst. Die mentale Gesundheit rückt dabei immer stärker in den Fokus.
Demografischer Druck macht Handeln nötig
Die Dringlichkeit ist enorm: Bis 2039 erreichen schätzungsweise 13,4 Millionen Menschen in Deutschland das Rentenalter. Das sind fast ein Drittel der heutigen Erwerbsbevölkerung. Jüngere Jahrgänge können diese Lücke nicht füllen.
Trotz der Aktivrente liegt das durchschnittliche Austrittsalter weiter unter der Regelgrenze von 67 Jahren. Die OECD warnt vor einer Belastung des Rentensystems, wenn es nicht gelingt, mehr Ältere im Job zu halten.
Kritik: Begünstigt die Aktivrente nur Gutverdiener?
Experten sehen in der Aktivrente ein wichtiges Signal für die Wertschätzung von Erfahrung. Doch die Kritik bleibt: Profitieren könnten vor allem Gutverdiener in weniger körperlichen Jobs.
Für Menschen in Handwerk oder Pflege sind die Hürden trotz Steuervorteil oft hoch. Sozialverbände fordern, dass finanzielle Anreize mit deutlich besseren Arbeitsbedingungen einhergehen müssen. Der Erfolg der Aktivrente hängt am Ende vor allem von der Anpassungsfähigkeit der Arbeitgeber ab.
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