Aktivrente-Ausschluss, TCM-Versorgung

Aktivrente-Ausschluss gefährdet TCM-Versorgung in Deutschland

26.12.2025 - 19:42:12

Die neue Aktivrente schließt selbstständige Heilpraktiker aus – während die Schweiz auf Stabilität setzt. Die Branche warnt vor einem Qualitätsverlust.

Während Europa das neue Jahr vorbereitet, steuert die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) im deutschsprachigen Raum auf massive Ungleichgewichte zu. In Deutschland sorgt der Ausschluss selbstständiger Therapeuten von der steuerfreien Aktivrente für Empörung. Gleichzeitig friert die Schweiz ihre Abrechnungsstandards ein. Die Folge: Erfahrene Praktiker könnten aus dem Berufsleben gedrängt werden – genau dann, wenn Patienten nach qualitätsgesicherter Alternativmedizin verlangen.

Ab 1. Januar 2026 dürfen Rentner in Deutschland bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Doch die Regelung gilt nur für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Selbstständige Heilpraktiker und TCM-Therapeuten gehen leer aus.

Der Verband Unabhängiger Heilpraktiker (VUH) spricht von „ungerechter Behandlung“. Für die Branche sei die Solo-Selbstständigkeit der Normalfall. „Diese Entscheidung schwächt die Qualitätssicherung in der Patientenversorgung direkt“, so ein VUH-Sprecher. Viele erfahrene Therapeuten arbeiten über das Rentenalter hinaus, betreuen komplexe Fälle und bilden Nachwuchs aus. Ohne steuerliche Anreize könnten sie ihre Praxen schließen.

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Das Problem verschärft sich durch das veraltete Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH). Es orientiert sich noch an Preisen der 1980er Jahre. Die Schere zwischen tatsächlichen Kosten und erstattungsfähigen Sätzen klafft immer weiter auseinander.

Schweiz: Tarif 590 bleibt stabil – Druck durch Digitalisierung

Wesentlich ruhiger sieht es in der Schweiz aus. Die Organisation der Arbeitswelt KomplementärTherapie (OdA KT) bestätigt: Der Abrechnungsstandard Tarif 590 bleibt 2026 unverändert. Für Praxen bedeutet das Planungssicherheit bei der Abrechnung mit Zusatzversicherungen.

Doch die Stabilität hat ihren Preis. Die Tarife halten mit der Schweizer Inflation kaum Schritt. Gleichzeitig verschärfen Krankenkassen wie Helsana oder SWICA die Auflagen für das Qualitätssiegel EMR. Ab 2026 setzen sie voll auf digitale Abrechnung. Manuelle PDF-Rechnungen werden kaum noch akzeptiert. Therapeuten müssen ihre Software daher dringend auf aktuelle Standards updaten.

Österreich: Höhere Kosten, Premium-Dienstleistungen

In Österreich steigen 2026 die Basiskosten für Selbstständige. Die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) setzt die Versicherungsgrenze für „Neue Selbständige“ auf rund 6.613 Euro pro Jahr fest.

Für TCM-Therapeuten, die oft im Privatsektor tätig sind, wird der Druck größer. Die Rückerstattungen der Kassen hinken der Inflation hinterher. Immer mehr setzen daher auf „Premium“-Leistungen. Qualitätsnachweise – etwa durch Diplome der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) – rechtfertigen dann höhere Privatgebühren. Für Patienten könnte die alternative Medizin so teurer werden.

Analyse: Qualität wird gefordert, aber nicht finanziert

Die Entwicklung zeigt einen grundlegenden Widerspruch: Patienten und Versicherer verlangen immer mehr Qualitätssicherung – digitale Abrechnung, Fortbildungen, Einträge im Hufeland-Verzeichnis. Gleichzeitig unterstützt der regulatorische Rahmen diejenigen nicht, die diese Qualität liefern.

„Wir erleben die Forderung nach High-Tech-Qualitätssicherung mit Low-Budget-Finanzierung“, analysiert Branchenexpertin Dr. Hannah Weber. „Die Kassen wollen digitale Transparenz, doch die Politik verkleinert den Pool an wirtschaftlich überlebensfähigen Praktikern.“

Was 2026 auf die Branche zukommt

Mit dem Jahreswechsel rechnet die Szene mit drei Entwicklungen:

  • Juristische Schritte: Verbände wie der VUH könnten Klagen oder Petitionen starten, um die Aktivrente-Regelung zu korrigieren.
  • Digitale Vereinheitlichung: In Schweiz wird die Stabilität des Tarif 590 die manuelle Abrechnung endgültig verdrängen. Spezialsoftware wird zum Standard.
  • Neue Gebührenmodelle: Deutsche Heilpraktiker könnten vermehrt auf Selbstzahler-Modelle umstellen. Das GebüH würde umgangen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Für Patienten mit Zusatzversicherung könnte der Zugang schwieriger werden.

Praxen im gesamten DACH-Raum sollten ihre Gebührenpläne für 2026 jetzt überprüfen. Patienten müssen rechtzeitig über Änderungen informiert werden.

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