Aktien New York Ausblick: Dow schwächelt weiter - Nasdaq stabil erwartet
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 14:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuf die Stimmung drückten die weiter steigenden Ölpreise, die der Angst vor bald steigenden Zinsen neue Nahrung gaben.
Rund anderthalb Stunden vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 0,8 Prozent tiefer auf 53.013 Punkte. Er hatte bereits am Freitag der jüngsten Erholung etwas Tribut gezollt. Am Montag wurde wegen eines Feiertags nicht gehandelt. Den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 US6311011026 sieht IG indes 0,1 Prozent im Plus bei 29.568 Punkten. Er hatte vor dem Wochenende dank starker Halbleitertitel weitere moderate Gewinne erzielt.
Laut Anastasia Amoroso vom Schweizer Vermögensverwalter Partners Group sind die Märkte "wahrscheinlich gerade in einer Art Verdauungsphase, da wir weltweit eine ziemlich bedeutende Anpassung der Zentralbankpolitik durchlaufen". Daher könnten die Aktienkurse einen Teil ihrer bisherigen Gewinne wieder abgeben oder zumindest vor einer Konsolidierung stehen, sagte die Expertin Bloomberg TV.
Die Ölpreise bauten ihre Gewinne aus. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November kostete zuletzt mehr als 98 US-Dollar - damit fehlt nicht mehr viel zur psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Auch der Preis für die US-Ölsorte WTI legte kräftig zu. Händler verwiesen unter anderem auf die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Das größte Ölförderland in der Golfregion stoppte daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum Jemen.
Nach dem starken Arbeitsmarktbericht vor dem Wochenende könnten Inflationsdaten an diesem Freitag die Erwartungen an eine US-Leitzinsanhebung kommende Woche weiter nach oben treiben. Dass die Europäische Zentralbank (EZB) bereits an diesem Donnerstag erneut an der Zinsschraube drehen wird, gilt ohnehin schon seit längerer Zeit als nahezu sicher.
Von der Ölpreisentwicklung dürften die Aktienkurse der US-Ölmultis Exxon Mobil US30233Q1085 und Chevron US1667641005 profitieren: Sie legten vorbörslich um jeweils mehr als ein Prozent zu.
Dem Brennstoffzellen-Entwickler Bloom Energy US0937121079 winkt dank der bevorstehenden Aufnahme in den marktbreiten Index S&P 500 US78378X1072 ein Kursplus von 6,2 Prozent.
Dagegen zeichnet sich für Dyne Therapeutics US26818M1080 ein Einbruch von knapp 29 Prozent ab. Die Aktien des Biotech-Unternehmens, das sich auf die Entwicklung neuartiger Therapien für genetisch bedingte, schwerwiegende neuromuskuläre Erkrankungen spezialisiert hat, drohen in den Sog negativ aufgenommener Nachrichten von Novartis CH0012005267 zu geraten.
Der Schweizer Pharmariese muss nach dem Studienflop mit dem Herz-Kreislauf-Mittel Pelacarsen einen weiteren Rückschlag hinnehmen. In klinischen Tests der fortgeschrittenen Phase III mit dem Medikament Del-desiran gegen die Muskelkrankheit Myotone Dystrophie (Typ 1) verfehlte Novartis das vorrangige Studienziel. Dass die US-Bank Jefferies einem Medikamentenkandidaten von Dyne aus diesem Bereich dennoch Erfolgschancen einräumt, dürfte den Aktien zunächst kaum helfen.
Die Anteilsscheine von Boston Scientific US1011371077 verloren vorbörslich 2,5 Prozent. Das Biotech-Unternehmen befürchtet deutliche Auswirkungen einer Cyber-Attacke auf seine Geschäftszahlen und ein Verfehlen der Jahresziele.
