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AKAD University startet ersten Wechseljahre-Manager-Kurs

19.03.2026 - 06:06:28 | boerse-global.de

Ein neuer Zertifikatskurs qualifiziert Fachkräfte, um Mitarbeiterinnen in den Wechseljahren zu unterstützen und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

AKAD University startet ersten Wechseljahre-Manager-Kurs - Foto: über boerse-global.de
AKAD University startet ersten Wechseljahre-Manager-Kurs - Foto: über boerse-global.de

Die AKAD University und der Flughafen München starten die erste akademische Weiterbildung zum Wechseljahremanager. Der Zertifikatskurs beginnt am 1. April 2026 und soll Fachkräfte für den Umgang mit der Menopause im Beruf qualifizieren. Angesichts des Fachkräftemangels erkennen immer mehr Unternehmen den wirtschaftlichen Nutzen, erfahrene Mitarbeiterinnen in dieser Lebensphase zu halten.

Pionierprojekt mit Praxisbezug

Der Flughafen München bringt seine Expertise aus einem preisgekrönten Projekt in die Kooperation ein. Das Ziel: Fach- und Führungskräfte sollen lernen, die biopsychosozialen Veränderungen der Menopause fundiert einzuordnen und zu begleiten. Der Kurs vermittelt Grundlagenwissen zu hormonellen Dynamiken und deren Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit. Die Absolventen sollen später maßgeschneiderte betriebliche Maßnahmen entwickeln und in bestehende Personalstrukturen integrieren können. Bildungsexperten sehen darin einen wichtigen Schritt, eine Qualifikationslücke an der Schnittstelle von Frauengesundheit und Unternehmensführung zu schließen.

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Milliardenschaden durch unbehandelte Beschwerden

Die wirtschaftliche Dimension ist enorm. In Deutschland sind rund sieben Millionen Frauen zwischen 45 und 59 Jahren berufstätig – ein großer Teil der erfahrensten Fachkräfte. Doch Studien wie die MenoSupport-Erhebung der Berliner HWR belegen massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Jede vierte betroffene Frau reduziert wegen Symptomen wie Hitzewallungen oder Konzentrationsproblemen ihre Arbeitszeit. Fast ein Drittel war deswegen bereits krankgeschrieben, jede zehnte denkt über vorzeitigen Renteneintritt nach. Der volkswirtschaftliche Schaden beläuft sich Schätzungen zufolge auf rund 9,4 Milliarden Euro jährlich. Können sich Unternehmen diesen Verlust an Wissen und Erfahrung noch leisten?

Vom Tabu zum offenen Gespräch

Um Talente zu halten, braucht es einen Kulturwandel. In vielen Unternehmen herrscht noch immer ein Klima, in dem Betroffene aus Angst vor Stigmatisierung schweigen. Experten betonen: Das Thema darf nicht nur an die Personalabteilung delegiert werden. Es braucht ein klares Bekenntnis der Geschäftsführung. Vorreiter wie Vodafone oder der Medizinproduktehersteller medi zeigen, wie es geht. Sie sensibilisieren Führungskräfte für wertschätzende Gespräche und passen Arbeitsbedingungen an – mit flexiblen Zeiten, klimatisierten Räumen oder Homeoffice. Eine offene Kommunikationskultur stärkt die Arbeitgebermarke.

Politik zieht nach – Vorbild Großbritannien

Auch die Politik handelt. Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat ein interdisziplinäres Gremium zu Wechseljahren und Diskriminierung einberufen. Es erarbeitet Strategien zum besseren Schutz Betroffener. Deutschland orientiert sich dabei an internationalen Vorbildern, vor allem an Großbritannien. Dort zeichnet die Regierung Unternehmen mit speziellen Zertifikaten aus, die Frauen in den Wechseljahren unterstützen. Bereits 30 Prozent der britischen Firmen haben entsprechende Richtlinien entwickelt. Deutsche Arbeitsrechtler fordern ähnliche Initiatives.

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Paradigmenwechsel im Personalwesen

Die neuen Entwicklungen markieren einen Wendepunkt. Hormonelle Veränderungen werden nicht länger als Privatsache abgetan, sondern rücken in den Fokus von Arbeitsschutz und Personalplanung. Medizinische Erkenntnisse, wie eine aktuelle US-Studie zu Veränderungen im Gehirn während der Menopause, untermauern die biologische Realität der Symptome. Unternehmen, die sich frühzeitig als unterstützende Arbeitgeber positionieren, gewinnen im Wettbewerb um Fachkräfte. Der Druck auf Nachzügler wächst, denn Mitarbeiterinnen fordern zunehmend eine inklusive Arbeitsumgebung.

Warten auf verbindliche Standards

Mit dem Start des Kurses Anfang April dürfte das Thema weiter an Fahrt gewinnen. Weitere Hochschulen werden voraussichtlich ähnliche Angebote schaffen. Fachkreise erwarten gespannt die Handlungsempfehlungen des Antidiskriminierungs-Gremiums im Herbst 2026. Beobachter rechnen damit, dass diese mittelfristig zu angepassten Arbeitsschutzrichtlinien führen könnten. Der Erfolg hängt letztlich davon ab, wie schnell das Bewusstsein in den Chefetagen wächst und eine echte Akzeptanz für die biologischen Realitäten geschaffen wird.

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