Airbus, Hamburg

Airbus setzt in Hamburg auf Roboter für Rekord-Produktion

30.01.2026 - 23:32:12

Airbus automatisiert die A321XLR-Fertigung in Hamburg mit Robotern, um das ambitionierte Produktionsziel von 75 Flugzeugen pro Monat bis 2027 zu erreichen.

Airbus treibt in Hamburg die Automatisierung voran, um die heiß begehrte A321XLR schneller zu bauen und ein historisches Produktionstempo zu erreichen. Der Luftfahrtkonzern setzt im Werk Finkenwerder auf robotergestützte Bohr- und Montagesysteme. Sie sind der Schlüssel, um die enorme Nachfrage nach Flugzeugen der A320-Familie zu bedienen.

Roboter übernehmen Tausende Präzisionsarbeiten

Im Herzen der Produktion für die A321XLR entsteht in Hamburg eine Fabrik der Zukunft. In einer hochautomatisierten Halle durchläuft das knapp 24 Meter lange Rumpfheck die Montage auf einer pulsierenden Linie mit acht Stationen. Dort übernehmen spezialisierte Roboter einen Großteil der strukturellen Arbeiten.

Die Maschinen bohren Tausende Löcher mit extremer Genauigkeit, versenken sie, dichten sie ab und setzen Tausende Nieten. Diese Aufgaben sind fundamental für den Flugzeugbau. Mobile Bohrroboter, teils von Airbus selbst entwickelt, nutzen künstliche Intelligenz für präzise Operationen. Diese Automatisierung ist entscheidend für die komplexen Hecksektionen, die den zusätzlichen Rear Center Tank (RCT) für die Reichweite der A321XLR beherbergen.

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Der Weg zum Rekordtempo „Rate 75“

Der massive Roboter-Einsatz dient einem klaren Ziel: dem ambitionierten Produktionsziel „Rate 75“. Bis 2027 will Airbus in der Lage sein, 75 Flugzeuge der A320-Familie pro Monat zu bauen – ein historisches Tempo in der zivilen Luftfahrt. Die A321neo-Varianten, inklusive der XLR, treiben diesen Hochlauf an und machen etwa zwei Drittel der Auftragsbestände aus.

Die automatisierten Systeme liefern die nötige Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Sie verkürzen Montagezeiten, minimieren Fehler und steigern so die Qualität. Ihre digitale Integration ermöglicht Echtzeit-Überwachung und gibt Produktionsmanagern detaillierte Einblicke in den Fertigungsfluss. Diese digitale Rückverfolgbarkeit unterstützt die strengen Qualitätsstandards der Branche bei höherem Tempo.

Nächste Grenze: Humanoide Roboter im Test

Während Spezialroboter die Rumpfmontage revolutionieren, blickt Airbus bereits auf die nächste Automatisierungswelle. Erst in diesem Monat schloss der Konzern eine Vereinbarung mit dem Robotikspezialisten UBTech. Airbus testet nun frühe Konzepte mit UBTechs humanoidem Roboter Walker S2 in seinen Werken.

Im Gegensatz zu fest installierten Maschinen sind humanoide Roboter für Umgebungen gemacht, die für Menschen geschaffen wurden. Sie bieten mehr Flexibilität. Airbus prüft ihren Einsatz für Aufgaben wie Materialtransport, Teilepositionierung und Inspektionen. Dieser explorative Schritt unterstreicht das Bestreben, die industrielle Produktion von morgen mitzugestalten, wo anpassungsfähige Roboter Seite an Seite mit Menschen arbeiten könnten.

Branchentrend: Automatisierung gegen Lieferrückstände

Die Roboter-Investitionen von Airbus sind Teil eines branchenweiten Trends. Getrieben werden sie von Rekord-Bestandsrücklagen und anhaltenden Lieferkettenproblemen. Über 7.000 Flugzeuge der A320neo-Familie warten auf Auslieferung. Die A321XLR war ein großer kommerzieller Erfolg und verändert die Wirtschaftlichkeit dünner Langstrecken.

Die effiziente Fertigung dieses fortschrittlichen Flugzeugs ist entscheidend, um den Marktvorteil zu nutzen. Optimierte Fertigungstechniken mit Fokus auf Automatisierung und Digitalisierung bieten einen Wettbewerbsvorteil. Durch die Automatisierung repetitiver und körperlich anstrengender Aufgaben können qualifizierte Techniker für komplexere, wertschöpfende Tätigkeiten eingesetzt werden – etwa zur Wartung der Roboter selbst. Dieser menschenzentrierte Ansatz soll Produktivität und Ergonomie gleichermaßen steigern.

Blaupause für die globale Fertigung

Die erfolgreiche Integration der Robotersysteme in Hamburg setzt einen neuen Maßstab für das globale Produktionsnetzwerk von Airbus. Die in Finkenwerder gewonnenen Erkenntnisse und erprobten Technologien werden voraussichtlich auch in anderen Werken adaptiert, um die fortschrittlichen Produktionsmethoden zu standardisieren.

Der Fokus liegt nun darauf, die automatisierten Prozesse zu stabilisieren und zu optimieren, um das „Rate 75“-Ziel bis 2027 verlässlich zu erreichen. Die Tests mit humanoiden Robotern bieten einen Ausblick auf eine Zukunft, in der intelligente, anpassungsfähige Maschinen integraler Teil der Flugzeugmontage sein könnten. Derzeit sind es das Klicken und Surren der Bohrroboter in Hamburg, mit denen Airbus seine Zukunft baut – Loch für Loch, um der boomenden Nachfrage der Luftfahrtindustrie gerecht zu werden.

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