Airbus, Aktie

Airbus Aktie: Zweite A321neo-Linie in Toulouse

17.06.2026 - 15:27:31 | boerse-global.de

Airbus-Chef Faury beklagt hohe Kosten und Regulierung in Europa. Neue A321neo-Linie startet, doch Triebwerksengpässe belasten die Produktion.

Airbus CEO Faury kritisiert Europas Bürokratie scharf
Airbus - Ein Teil eines Airbus A321neo-Flugzeugrumpfes in einer modernen, gut beleuchteten Fertigungshalle. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Produktionslinie, alte Probleme. Airbus eröffnete in Toulouse eine zweite Montagelinie für den A321neo — und Konzernchef Guillaume Faury nutzte den Moment für eine ungewöhnlich scharfe Abrechnung mit dem europäischen Wirtschaftsumfeld.

Faury sprach am Montag von persönlicher „Irritation" über Europas langsame Reaktion auf die Herausforderungen seiner Industrien. Höhere Lohnkosten in Frankreich, deutlich teurere Energie als in den USA oder China, und ein „schreckliches" Geflecht aus Regulierungsbarrieren — das sind die Faktoren, die der CEO als Wettbewerbshemmnisse benennt. Der A321neo sei zwar ein europäischer Erfolg, aber dieser Erfolg hänge an funktionierenden Rahmenbedingungen.

Neue Linie, bekannte Engpässe

Die neue Montagehalle entstand auf dem Gelände, auf dem früher der A380 gebaut wurde. Airbus will damit die Produktion des meistgefragten Narrowbody-Jets der Welt beschleunigen. Vor der Fabrik warten allerdings bereits fertige Rümpfe auf Triebwerke von Pratt & Whitney — ein Engpass, der die Lieferziele seit Monaten belastet.

Das spiegelt sich in den Quartalszahlen. Im ersten Quartal 2026 lieferte Airbus weniger Flugzeuge als geplant. Ursachen waren Timing-Probleme, Nacharbeiten an Rumpfpanelen und eben die Triebwerksknappheit. Das Jahresziel hält der Konzern dennoch aufrecht: rund 870 Auslieferungen, ein bereinigtes EBIT von 7,5 Milliarden Euro und ein freier Cashflow von 4,5 Milliarden Euro vor Kundenfinanzierungen.

Kurs erholt sich, bleibt aber unter Vorjahresniveau

Die Aktie notiert aktuell bei 45,80 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen knapp zwölf Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn liegt sie allerdings noch rund 6,5 Prozent im Minus — das Januarhoch von 55,00 Euro ist weit entfernt.

Ob Faury mit seinem Appell an die europäische Politik Gehör findet, bleibt offen. Für Airbus selbst ist die Antwort klarer: Die Produktionskapazität wächst. Jetzt muss die Lieferkette mitziehen.

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