Airbus Aktie: Triebwerk-Debakel bremst
19.02.2026 - 08:06:29 | boerse-global.deAirbus hat heute seine Zahlen für 2025 vorgelegt – und die Aktie sackt im vorbörslichen Handel deutlich ab. Trotz erfüllter Prognosen und überraschend höherer Dividende reagiert der Markt enttäuscht. Der Grund: Der weltgrößte Flugzeugbauer muss seine Produktionspläne erneut nach unten korrigieren. Schuld daran ist ausgerechnet ein Zulieferer, der dem Konzern seit Jahren die Suppe versalzt.
Pratt & Whitney lässt Airbus im Stich
Die Zahlen für 2025 können sich eigentlich sehen lassen. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro, der bereinigte operative Gewinn sprang um ein Drittel auf 7,1 Milliarden Euro nach oben. Unter dem Strich blieben 5,2 Milliarden Euro hängen – fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Aktionäre dürfen sich über eine Dividende von 3,20 Euro freuen, 20 Cent mehr als erwartet. Analysten hatten sogar mit einer Kürzung gerechnet.
Doch die guten Nachrichten enden hier. Für 2026 peilt CEO Guillaume Faury nur 870 ausgelieferte Maschinen an – Analysten hatten mit über 900 gerechnet. Der Grund für die Zurückhaltung: Triebwerkshersteller Pratt & Whitney, eine Tochter des US-Konzerns RTX, liefert nicht die bestellten Mengen. Faury sprach von einem "signifikanten Rückstand" und ließ durchblicken, dass der Zulieferer keine festen Zusagen macht.
A320-Produktion verfehlt Ziel
Besonders bitter trifft es die meistgefragte Modellfamilie A320neo. Statt der anvisierten 75 Maschinen pro Monat bis Ende 2027 plant Airbus nun nur noch 70 bis 75 Stück. Eine stabile Rate von 75 erwartet Faury erst nach 2027 – das Ziel wurde damit faktisch um mindestens ein Jahr verschoben. Bereits in der Vergangenheit hatte der Manager seine Zeitpläne mehrfach anpassen müssen.
Auch beim kleineren Modell A220 hakt es. Nach Problemen mit dem US-Zulieferer Spirit Aerosystems musste Airbus die Produktion im Oktober drosseln. Bis 2028 soll die Fertigung nun von zwölf auf 13 Maschinen pro Monat steigen – ein bescheidener Anstieg angesichts der ursprünglichen Ambitionen.
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Für 2026 rechnet das Management mit einem bereinigten operativen Gewinn von 7,5 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mehr als 8 Milliarden auf dem Zettel. Der freie Cashflow soll bei 4,5 Milliarden Euro verharren – Stagnation statt Wachstum.
Boeing profitiert nicht
Immerhin: Während Airbus mit Lieferproblemen kämpft, steckt Rivale Boeing noch tiefer in der Krise. Nach zwei tödlichen Abstürzen 2018 und 2019 sowie einem Beinahe-Unglück Anfang 2024 kämpft der US-Konzern mit massiven Qualitätsmängeln. Im vergangenen Jahr lieferte Boeing zwar 600 Maschinen aus – deutlich weniger als Airbus' 793. Der erste Jahresgewinn seit 2018 kam nur durch den Verkauf einer Sparte zustande.
Die Airbus-Aktie verlor im vorbörslichen Tradegate-Handel zeitweise knapp sechs Prozent auf 189,00 Euro. Anleger strafen die gedämpften Erwartungen für 2026 ab, obwohl die Dividendenerhöhung ein positives Signal setzt. Bleibt die Frage, wann Pratt & Whitney endlich liefert – oder ob Airbus sich nach Alternativen umsehen muss.
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