Airbus, Aktie

Airbus Aktie: 67 Flugzeuge im April, Pratt & Whitney bremst

18.05.2026 - 04:03:46 | boerse-global.de

Airbus verzeichnet im April 2026 die meisten Auslieferungen des Jahres, kämpft aber weiter mit Engpässen bei Pratt & Whitney-Triebwerken. Das Jahresziel von rund 870 Auslieferungen bleibt bestehen.

Airbus Aktie: 67 Flugzeuge im April, Pratt & Whitney bremst - Foto: über boerse-global.de
Airbus Aktie: 67 Flugzeuge im April, Pratt & Whitney bremst - Foto: über boerse-global.de

67 Flugzeuge in einem Monat — das ist Airbus' bestes Ergebnis in diesem Jahr. Im April 2026 übergab der Konzern so viele Maschinen wie noch nie seit Jahresbeginn, angetrieben von einer Erholung in der Schmalrumpfproduktion. 55 Jets aus der A320neo-Familie gingen an Kunden. Allerdings bleibt ein strukturelles Problem bestehen, das den gesamten Hochlauf bremst.

Pratt & Whitney als zentrales Hindernis

Der Engpass hat einen Namen: Pratt & Whitney. CEO Guillaume Faury bezeichnete die Lage als „unbefriedigend". Der Triebwerkhersteller liefert nicht genug PW1100G-Turbinen für die A320neo-Familie. Das zwingt Airbus, seinen Produktionshochlauf zu verlangsamen.

Der Hintergrund: 2023 entdeckte Pratt & Whitney einen Metallkontaminierungsfehler in seinen GTF-Triebwerken. Hunderte A320neo-Maschinen mussten zur Inspektion vom Netz. Eine vollständige Lösung erwartet die Branche erst gegen Ende des Jahrzehnts. Airbus prüft inzwischen rechtliche Schritte gegen den Zulieferer wegen nicht eingehaltener Lieferzusagen.

Das Ziel, monatlich 70 bis 75 A320-Familienjets zu produzieren, verschiebt sich auf Ende 2027 — später als ursprünglich geplant.

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Aufträge stark, Auslieferungen hinter Boeing

Das Orderbuch bleibt beeindruckend. In den ersten vier Monaten 2026 sammelte Airbus 405 Nettobestellungen ein, Boeing kam auf 284. Der Rückstand liegt woanders: Bei den Auslieferungen führt Boeing mit 190 Jets gegenüber 181 bei Airbus per Ende April.

Das ist kein Randdetail. Auslieferungen lösen den Großteil der Schlusszahlungen von Airlines und Leasinggesellschaften aus. Im ersten Quartal lieferte Airbus 114 Maschinen — 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der Verkehrsflugzeugsparte sank um 11 Prozent.

Jahresziel bleibt stehen

Trotz allem hält Airbus an seinem Jahresziel fest: rund 870 Auslieferungen, ein bereinigtes EBIT von etwa 7,5 Milliarden Euro und ein freier Cashflow von rund 4,5 Milliarden Euro. Bis Ende Juni will der Konzern den normalen Betrieb wieder aufgenommen haben.

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Die Aktie spiegelt die Unsicherheit wider. Mit rund 42 Euro notiert sie knapp 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn mehr als 14 Prozent verloren. Der RSI von unter 11 signalisiert eine technisch stark überverkaufte Lage — ob das reicht, um eine Gegenbewegung auszulösen, hängt maßgeblich davon ab, ob Pratt & Whitney im zweiten Halbjahr liefert.

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